Auto

Handy am Steuer Überwachung nicht lückenlos

Das seit knapp zwei Jahren geltende Handyverbot am Steuer hat sich nach Ansicht von Generalbundesanwalt Kay Nehm bewährt. "Die Regelung hat sich positiv ausgewirkt - mit der Einschränkung, dass man keine lückenlose Überwachung durchsetzen konnte ", sagte Nehm am Rande des 41. Verkehrsgerichtstags in Goslar.

"Bei den Handys bekommt man die Masse der Verkehrssünder nicht in den Griff", so Nehm. Seit April 2001 dürfen Handys beim Autofahren nicht mehr ohne Freisprecheinrichtung genutzt werden. Nehm sagte: "Das Ziel war, die gefährlichen Situationen zu vermeiden, die durch die Bedienung des Gerätes entstehen."

Allerdings habe man schon bei der Einführung gesehen, "dass die Überwachung zu extremen Problemen führen wird, weil im fahrenden Verkehr niemand ist, der das kontrollieren kann". Bei der Regelung habe es sich mehr um einen Appell an den Autofahrer gehandelt, "sich immer bewusst zu sein, dass es, wenn er das Gerät ergreift, Unrecht und eine gefährliche Sache ist".

Schärfere Kontrollen des Verbotes durch die Polizei seien nicht sinnvoll. "Man soll ja nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen." Im Falle eines schweren Unfalls lasse sich aber nachprüfen, ob das Handy eine Rolle gespielt habe. "Wenn keine Freisprechanlage im Auto ist, aber ein Handy, wird der Gutachter sicher prüfen, wann das letzte Gespräch geführt worden ist." Das könne auch haftungsrechtliche Konsequenzen für den Autofahrer haben.

Quelle: ntv.de