Auto

Weitere Details zum CityflohWinziger Smart #2 ist im Anmarsch

22.06.2026, 09:02 Uhr Patrick-portraetfotoVon Patrick Broich, Rom
00:00 / 05:46
Smart_HT2_Conc_VO
Das Serienmodell Smart #2 ist nicht weit vom gezeigten Concept entfernt. (Foto: Smart)

Smart bringt seinen klassischen Zweisitzer zurück. Weltpremiere wird er zwar erst im Oktober auf dem Pariser Autosalon feiern, jedoch verrät Smart immer mehr Details zu seinem Evergreen. ntv.de durfte sich außerdem schon hinter das Lenkrad setzen.

Hinter das Lenkrad setzen ist in diesem Kontext vielleicht noch nicht ganz das, was sich der Leser jetzt vorstellen mag. Doch dieses Kapitel folgt noch. Generell gilt derzeit, dass Smart bisher noch zurückhaltend mit Informationen zum neuen #2 ist, der nichts Geringeres sein wird als der Nachfolger der legendären Modelle City Coupé respektive später ForTwo. Und auch wenn das berühmte Smart-Modell mit seinen bisher maximal etwa 2,70 Metern (anfangs exakt 2,50 Meter) Außenlänge vielleicht kein durchschlagender Wirtschaftserfolg war - als Champion der Herzen darf man ihn mit Fug und Recht bezeichnen.

Jetzt, nach zwei Jahren Abstinenz, probiert es Smart noch einmal, was viele Fans richtig freut, denn sie haben den kleinen Smart vermisst. Den originalen Smart sozusagen als Urmeter der Marke, die 1998 angetreten war, um ausschließlich Mobilität für die Stadt anzubieten. In Europa sind die kleinen Smart-Modelle selbst heute noch wirklich sichtbar, vor allem in Metropolen.

Doch wie genau bekommt das inzwischen hälftig zu Mercedes-Benz sowie zum Geely-Konzern gehörende Unternehmen die Kurve, um wieder einen solch winzigen Stadtfloh in Premiumqualität zu bezahlbaren Kursen anbieten zu können? Nun, er wird auf einer eigens für das Projekt entwickelten Plattform namens ECA stehen. Und diese Plattform, so ist durchgesickert, soll ebenso als Basis für andere Modelle herhalten, was die Skaleneffekte verbessern würde. An dieser Stelle ist Geduld angesagt, aber die Zeiten bei Smart könnten tatsächlich spannend werden.

Smart_HT2_Conc_IN_Zei
Geschwungene Linien erinnern an den Ur-Smart. (Foto: Smart)

Kleiner Smart lädt künftig zügig

Was hingegen schon bekannt ist, ist natürlich der Fakt, dass der neue kleine Smart ausschließlich elektrisch angetrieben wird - war ja selbst beim Vorgänger zuletzt der Fall. Und hierzu haben die Techniker jetzt auch schon ein paar Zahlen herausgelassen. Während schnelles Laden mit Gleichstrom früher weder gegen Geld noch gute Worte möglich war, wird das künftig zur Selbstverständlichkeit gehören. Unter der Außenhaut des künftigen Winzlings wird ein 35,7 kWh großer Akku stecken - diese Information gab es bisher noch nicht. Der Hersteller spricht von rund 300 Kilometern WLTP-Reichweite. Außerdem geloben die Ingenieure, die kleine Batterie binnen unter 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden zu können. Das würde immerhin für Alltagstauglichkeit sprechen. Während eine solche Größenordnung bisher lediglich kolportiert wurde, darf sie jetzt als vorläufiger Wert (Homologation erfolgt später) bestätigt werden.

Darüber hinaus gibt Smart erste Fahrwerksdetails bekannt. Weil der #2 von vornherein als rein elektrisch angetriebenes Fahrzeug angelegt war, mussten die Techniker weniger Kompromisse eingehen als bei den Vorgänger-Baureihen 451 sowie 453 - dort waren Verbrenner schließlich lange die Hauptantriebsquellen. Während ab dem Jahr 2009 ausgewählte Flottenkunden elektrisch fahren durften, wurde die dritte Smart-Electric-Drive-Generation 2012 in die konventionelle Preisliste für Endkunden jeglicher Couleur aufgenommen.

Smart_HT2_Conc_Fahrwerk
Während sich die Batterie im Vergleich zum Vorgänger verdoppelt hat, ist das Fahrwerk deutlich aufwendiger geworden. Schön zu sehen hier die hintere Mehrlenkerachse. (Foto: Smart)

Und 2026 stehen dann erstmals Veränderungen beim Fahrwerk an. So weicht die vergleichsweise simpel konstruierte De-Dion-Hinterachse einer aufwendigeren Mehrlenker-Konstruktion, um das Fahrverhalten zu verbessern. Davon dürften Geradeauslauf wie Präzision profitieren.

Zum Schluss geht es dann tatsächlich doch noch hinter das Lenkrad, wie eingangs angekündigt. Allerdings handelt es sich dabei weder um das #5-Concept noch um das fertige Serienauto. Doch Smart hat sich etwas einfallen lassen und ein Designmodell mitgebracht. Das besteht quasi aus einer kleinen Box mit installiertem Innenleben.

Ob es sämtliche Elemente eins zu eins in die Serie schaffen werden, bleibt abzuwarten. Allerdings stechen die üppigen Sessel hervor; das lässt auf eine bestimmte Wertigkeit schließen, wenngleich die Polster einen Zacken zu stramm erscheinen. Aber es ist ja noch Zeit für Feintuning.

Smart_HT2_Conc_D
Turbinenartige Lüftungsdüsen geben dem Interieur einen stylishen Touch. (Foto: Smart)

Grundsätzlich arbeiten die Designer mit geschwungenen Linien und prägnanten Lüftungsdüsen - da kommen Erinnerungen an das fast 30 Jahre alte Urmodell auf. Ein ausgefallener Stoff mit angerauter Struktur überspannt die Armaturentafel, dadurch wird das Produkt stylish. Luftausströmer im Turbinendesign erfreuen das Auge zudem. Dass anno 2026 sämtliche mechanisch arbeitenden Anzeigen aus dem Konzept geflogen sind, ist auch logisch. Infotainment und so.

Betrachtet man Concept sowie Interieur, fällt das evolutionäre Element schon auf. Smart scheint den #2 traditionell zu halten. Auch bei den Abmessungen ist sich Smart treu und damit radikal geblieben: Er wird mit 2,79 deutlich unter 3 Meter messen und weiterhin einen Wendekreis von unter 7 Metern erlauben.

Und das Marketing läuft sich schon mal warm, um alte Kunden abermals einzufangen. So ist auch wieder von der stabilen Tridion-Zelle die Rede - wie vor fast 30 Jahren, als der erste Smart auf den Markt kam. Sie soll als steifes Element Schaden von den Passagieren fernhalten, falls es doch mal zu einer harten Kontaktaufnahme mit anderen Verkehrsteilnehmern kommt.

Auf Deutschlands Straßen fahren aktuell noch über 300.000 Exemplare des Zweisitzers herum, der nun wirklich ikonisch aussieht - das würden auch Beobachter weit diesseits der Werbezunft sagen. Schön, dass der originale Smart wiederkommt!

Quelle: ntv.de

Smart-ModelleElektroautosGeelyFranzösische AutobauerElektroautosElektromobilität