mit Juliane KipperDas war Montag, der 26. Juni 2023
Liebe Leserinnen und Leser,
seit Wagner-Chef Prigoschin den Aufstand in Russland am vergangenen Samstag beendet hat, fehlte von ihm jede Spur. Heute hat er sich erstmals auf Telegram wieder zu Wort gemeldet: Es sei ihm nicht um einen Sturz der russischen Regierung gegangen - sondern um die Rettung seiner Söldnergruppe. Hintergrund der Aktion sei demnach die Aufforderung des russischen Verteidigungsministeriums an die Wagner-Söldner gewesen, offiziell in die russischen Streitkräfte einzutreten. "Die Mitarbeiter weigerten sich alle, den Vertrag mit dem Verteidigungsministerium zu unterzeichnen, nur ein bis zwei Prozent entschieden sich, der russischen Armee beizutreten", erklärte Prigoschin nun. Jeder Söldner wisse, dass ein Eintritt in die Armee "zu einem totalen Verlust der Kampfkraft führen würde". Außerdem möchte ich Ihnen noch diese Artikel ans Herz legen
Wird 2024 das Jahr der AfD? Von Sebastian Huld
Wer haftet, wenn der Chatbot tötet? Von Hannes Vogel
Deutscher Nationalspieler spaltet den BVB Von Tobias Nordmann
Damit wünsche ich Ihnen noch einen schönen Abend.
Fünf Verletzte bei Explosion in Einfamilienhaus in Kerpen
Bei einer Explosion in einem Einfamilienhaus in Kerpen-Blatzheim westlich von Köln sind fünf Menschen verletzt worden. Eine 35-jährige Frau und zwei ihrer Söhne seien schwer verletzt worden, berichtete eine Sprecherin der Kreispolizeibehörde. Der Vater der Kinder und ein sechsjähriger Sohn seien leicht verletzt worden. Die beiden schwer verletzten Kinder wurden mit dem Rettungshubschrauber in Krankenhäuser gebracht. Das Unglück habe sich beim Kochen ereignet, berichtete die Polizeisprecherin. Die Ursache des Geschehens werde noch ermittelt.
Von Kampfjet verfolgtes Sportflugzeug wirft Drogen über Frankreich ab
Ein nach dem Überfliegen eines nicht mehr betriebenen Atomkraftwerks an der deutschen Grenze von einem französischen Abfangjäger verfolgter Sportflieger hat vor der erzwungenen Landung Drogenpakete abgeworfen. Das berichtete der Sender France Info unter Berufung auf die Ermittler. Das Flugzeug sei am Samstag beim verbotenen Überflug des stillgelegten französischen Atomkraftwerks Fessenheim am Rhein nahe Freiburg im Breisgau aufgefallen. Ein Abfangjäger vom Typ Rafale sei daraufhin aufgestiegen, um das Sportflugzeug zur Landung zu zwingen.
Rund 500 Kilometer weiter über Südfrankreich habe der Rafale-Pilot beobachtet, wie mehrere Pakete aus dem Sportflugzeug geworfen wurden. Der Sportflieger landete dem Bricht zufolge auf dem Flugplatz von Aubenas, wo der Pilot das Personal mit dem Tod bedroht und zu Fuß die Flucht ergriffen habe. Spezialkräfte der Polizei nahmen den aus Polen stammenden Piloten in der Nähe des Flugplatzes fest. Wie der Sender France bleu berichtete, war der Mann bei den Behörden bereits wegen Drogenhandels bekannt. Die abgeworfenen Pakete wurden in mehreren kleinen Bergdörfern entdeckt. Sie beinhalteten eine synthetische Droge, die eine ähnliche Wirkung wie Kokain hat.
15-Jährige tötete Baby nach Geburt - 12 Jahre Haft
Ein zum Tatzeitpunkt 15 Jahre altes Mädchen muss in England für mindestens zwölf Jahre ins Gefängnis, weil sie ihr ohne Geburtshilfe zur Welt gebrachtes Baby tötete. Das entschied ein Gericht, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete. Die inzwischen 19-Jährige brachte das Baby demnach im März 2019 im Wohnzimmer ihrer Eltern in einer kleinen Stadt in der Grafschaft Herefordshire zur Welt. Die Schwangerschaft hatte sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft vor ihren Eltern geheim gehalten. Das wurde ihr als Vorsatz zum Mord ausgelegt.
"Es gab eine Entscheidung, Hilfe von der Mutter, vom Vater oder den Rettungsdiensten zu vermeiden und das Baby zu töten", sagte der Staatsanwalt vor der Strafmaßverkündung im Worcester Crown Court. Ihr Verteidiger bezeichnete die Verurteilte hingegen als "15 Jahre altes Mädchen, das verletzlich war und von Menschen um sie herum ausgenutzt wurde und nicht unterstützt wurde". Die junge Frau hatte angegeben, die Schwangerschaft selbst nicht bemerkt und das Baby tot auf die Welt gebracht zu haben. Eine Jury sah es aber als erwiesen an, dass sie dem Neugeborenen eine Schädelfraktur zugefügt und es anschließend mithilfe von Wattebällen erstickt hatte - und befand sie deswegen des Mordes für schuldig.
Letztes Klimt-Porträt wird in London versteigert
Gustav Klimts letztes Porträt kommt morgen in London unter den Hammer. Das Auktionshaus Sotheby's rechnet damit, dass das Werk "Dame mit Fächer" des österreichischen Jugendstil-Malers einen Rekordpreis von rund 65 Millionen Pfund (75,7 Millionen Euro) erzielt.
Den Rekord für den höchsten Preis bei einer Kunstauktion in Europa hält bislang Alberto Giacomettis Skulptur "Walking Man I", die Sotheby's im Jahr 2010 für 65 Millionen Pfund versteigert hatte. Die unbekannte "Dame mit Fächer" war auf der Staffelei in Klimts Atelier gefunden worden, nachdem er im Februar 1918 unerwartet im Alter von 55 Jahren gestorben war.
Leiche in sächsischem Stausee gefunden: Polizei prüft mögliches Verbrechen
Nach dem Fund einer Leiche in einem Stausee in Chemnitz prüft die Polizei auch ein mögliches Verbrechen. "In Würdigung der Auffindesituation ist eine Straftat nicht auszuschließen", teilte die Polizeidirektion Chemnitz mit. Wie der Mann genau zu Tode kam, dazu sollen nun Untersuchungen der Rechtsmedizin nähere Erkenntnisse liefern. Mit einem vorläufigen Ergebnis werde frühestens am Dienstag gerechnet, hieß es. Auch die Identität des Mannes war vorerst unklar.
Den Angaben zufolge hatten Rettungsschwimmer am Vormittag einen Menschen leblos im Wasser des Stausees Rabenstein treiben sehen. Sie brachten ihn ans Ufer, doch kam jede Hilfe zu spät. Das Freibad wurde daraufhin geschlossen, die mehr als 100 Besucher mussten das Bad verlassen. Sie kommen laut Polizei als Zeugen infrage, sodass ihre Personalien vermerkt wurden. Die Ermittler hoffen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Gesucht werden Menschen, die nach Schließung des Bades am Sonntagabend im Bereich des Stausees etwas beobachtet haben, was mit dem Todesfall in Verbindung stehen könnte.
Palast-Kenner: König Charles will Differenzen mit Harry aus der Welt schaffen
Schon seit einigen Jahren herrscht dem Vernehmen nach zwischen Prinz Harry und dessen Ehefrau Meghan auf der einen und der britischen Königsfamilie auf der anderen Seite böses blaues Blut. Für viele Außenstehende schien Harrys Enthüllungsbuch "Reserve", das im Januar dieses Jahres erschienen war, der finale Sargnagel für eine potenzielle Versöhnung gewesen zu sein.
Dennoch sind sich britische Royal-Experten sicher, dass König Charles III. noch immer alles dafür tue, um die Wogen zu glätten. Dieser Ansicht ist jedenfalls Palast-Kenner Richard Palmer in der Facebook-Live-Sendung "The Daily Express' Royal Round Up". Demnach würde Charles "sie [Harry und Meghan] wieder willkommen heißen. Ich meine, immerhin ist er sehr bemüht darum, die Kluft innerhalb der Familie zu reparieren." Gleichwohl sei sich auch Palmer bewusst, dass es nach wie vor eine sehr fragile Beziehung zu Harry ist - schließlich habe Charles "seinen Sohn die vergangenen beiden Male, als er in Großbritannien war, nicht gesehen".
Flugzeug wird auf Rollfeld von Blitz getroffen
Nach einer Landung bei stürmischem Wetter in Arkansas wird die Embraer E175 für Sekundenbruchteile in gleißendes Licht gehüllt. Ein Blitz schlägt im Seitenruder der Maschine ein. Passagiere und Besatzung kommen mit dem Schrecken davon.
Tourist zerkratzt Wand in Kolosseum in Rom
Ein Tourist hat in dem berühmten Kolosseum in Rom eine Mauer zerkratzt. Der junge Mann ritzte mit einem Schlüssel den Namen seiner Freundin in das Mauerwerk, wie auf Videos, die in den sozialen Medien kursierten, zu sehen war. Ein anderer Besucher des bei Touristen sehr beliebten Amphitheaters im Herzen der italienischen Hauptstadt filmte die Tat. In den sozialen Medien reagierten viele User verärgert.
Der italienische Kulturminister, Gennaro Sangiuliano, zeigte sich empört und verurteilte die Kritzelei aufs Schärfste. "Es ist sehr ernst, unwürdig und ein Zeichen für große Kulturlosigkeit, dass ein Tourist einen der berühmtesten Orte der Welt, ein historisches Erbe, verunstaltet", sagte er laut einer Mitteilung. Sangiuliano hoffe, dass der Mann identifiziert und bestraft wird. Dem Mann könnte eine saftige Strafe drohen.
Zwei Sumatra-Tiger in Frankfurt am Main geboren
Im Zoo von Frankfurt am Main sind zwei Sumatra-Tiger zur Welt gekommen. Die Jungtiere des neunjährigen Weibchens Cinta und des 14-jährigen Emas sollen bereits am vergangenen Dienstag geboren worden sein. Der Sumatra-Tiger ist eine der am stärksten bedrohten Großkatzen der Erde. Laut Zoo zufolge leben nur noch 400 von ihnen in der angestammten Heimat im indonesischen Sumatra.
Das erste Jungtier der beiden Tiger kam nach Zooangaben tot zur Welt, den beiden kurz danach Geborenen gehe es aber "dem Augenschein nach gut". "Jetzt ist vor allem wichtig, dass Mutter und Nachwuchs eine feste Bindung zueinander aufbauen", erklärte Zoodirektorin Christina Geiger. Glücklicherweise sehe das bislang gut aus, und auch Vater Emas sei wie immer ruhig und freundlich. Für die Eltern ist es demnach der erste Nachwuchs. Um den Tieren Ruhe zu gönnen, wurde der sogenannte Katzendschungel des Zoos vorübergehend geschlossen.
Steht bei Kylie Jenner und Travis Scott ein Liebes-Comeback an?
Auf ein Liebes-Comeback von Kylie Jenner und Travis Scott müssen die Fans noch länger warten. Ein Freund des ehemaligen Paares verriet gegenüber dem Klatschportal "TMZ", dass die beiden Stars derzeit nicht daran denken. Die Reality-Darstellerin und der Rapper sollen stattdessen glücklich mit dem "Co-Parenting" der gemeinsamen Kinder Stormi und Aire sein. Fans hatten zuletzt darüber spekuliert, dass Kylie Jenner und Travis Scott wieder zusammen kommen könnten. Schließlich hatten sie kürzlich gemeinsam eine Feier zum Abschluss der Vorschule ihrer Tochter Stormi besucht. Doch dabei seien die beiden nicht als Paar aufgetreten, wie ebenfalls "TMZ" damals berichtete. Beide seien nur zur Unterstützung der Kleinen gekommen.
Kylie Jenner und Travis Scott hatten sich Anfang des Jahres getrennt. Angeblich für immer. Davor hatten die beiden eine gut fünfjährige On-off-Beziehung geführt, sie rauften sich immer wieder zusammen. Beide Kinder wohnen bei Kylie Jenner. Travis Scott soll Stormi und Aire aber jederzeit sehen dürfen. Laut weiteren US-Medienberichten soll Travis Scott derzeit Single sein. Kylie wurde zuletzt oft mit dem Schauspieler Timothée Chalamet gesehen.
Unbekannte schlagen Bademeister mit Faust ins Gesicht
Mehrere Unbekannte sollen auf den Bademeister des Malscher Freibades bei Karlsruhe eingeschlagen haben. Mit einer Platzwunde und Schwellungen im Kopfbereich sowie einem ausgeschlagenen Zahn musste der 42-Jährige in eine Klinik gebracht werden, wie die Polizei mitteilte.
Kurz vor Badeschluss soll er die verbliebenen Gäste angewiesen haben, das Bad zu verlassen. Ein Mann soll dem Bademeister dabei mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, hieß es. Mindestens ein weiteres Mitglied seiner Gruppe soll daraufhin auf den 42-Jährigen eingeschlagen haben. Der Bademeister konnte laut Polizei schließlich vor den Angreifern flüchten. Diese verließen am Sonntagabend in der Folge das Bad und blieben zunächst unbekannt. Die Polizei suchte nach Zeugen.
Brücke stürzt ein, während Gefahrgut-Zug sie überquert
Ein schweres Unglück hält den US-Bundesstaat Montana in Atem: Während ein Güterzug eine Brücke passiert, bricht diese zusammen und stürzt mitsamt dem Zug in den darunterliegenden Fluss. Wie durch ein Wunder gibt es keine Verletzten, doch die Sorge vor einer Verseuchung des Wassers ist groß - die Waggons haben Giftstoffe geladen.
Mehr als 200 Crystal-Labore im Vorjahr in Tschechien ausgehoben
Die tschechischen Drogenfahnder haben im vorigen Jahr mehr als 200 Crystal-Labore ausgehoben. Dabei seien knapp 42 Kilo der auch als Meth (Methamphetamin) bekannten Substanz beschlagnahmt worden, heißt es in dem veröffentlichten Jahresbericht der Polizei zur Suchtkriminalität. Das war deutlich mehr als noch 2021, aber erheblich weniger als in den Jahren vor der Corona-Pandemie. Crystal gilt als besonders gefährlich, weil der Konsum sehr schnell zu Abhängigkeit und körperlichem Verfall führen kann.
Die Großproduktion von Crystal für den deutschen Markt hat sich dem Bericht zufolge mehr und mehr in andere EU-Staaten wie die Niederlande verlagert. Dahinter würden oft mexikanische Kartelle stehen. Damit hätten die Drogenhersteller zum einen auf die Grenzschließungen während der Corona-Pandemie reagiert. Zum anderen sei dies eine Folge des verschärften Kampfs gegen den Handel mit den Ausgangsstoffen - wie Pseudoephedrin aus Medikamenten - in Tschechien.
Schichtwechsel
Hallo liebe Leserinnen und Leser,
mein Kollege hat sich in den Feierabend verabschiedet. Ich übernehme an dieser Stelle und begleite Sie bis in den späten Abend. Sie haben Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie mir: juliane.kipper@ntv.de.
Taylor Swift richtet Appell an ihre Fans
Damit nicht nur düstere Nachrichten den Tag dominieren, hier etwas Nettes: Sängerin Taylor Swift appelliert an ihre Fans mittels Internetbotschaft, freundlich miteinander umzugehen. Anschließend schob sie ein Lob hinterher. Demnach freue es sie, wie gut die Leute auf ihren Konzerten miteinander umgehen. "Ich sehe, wie neue Freundschaften entstehen und wie ihr euch gegenseitig Freundschaftsarmbänder gebt", sagte sie. Am 7. Juli soll Swifts neues Album "Speak Now (Taylor's Version)" erscheinen. Darauf sind auch ältere Songs aus dem Jahr 2010 zu finden. Vergangenes Jahr veröffentlichte sie das bereits zehnte Album mit dem Titel "Midnights". Wegen eines Streits mit ihrem ehemaligen Label spielte sie ihre alten Alben noch einmal ein, sodass sie über die Rechte wieder frei verfügen kann.
Hitzewelle zieht durch Spanien
Für weite Teile der andalusischen Provinzen ruft der Nationale Wetterdienst Spaniens Alarmstufe Rot aus. Die erste offizielle Hitzewelle des Sommers sorgt in den Regionen für Temperaturen von bis zu 44 Grad Celsius im Schatten. Auch viele andere Teile des Landes sollen unerträglich heiß gewesen sein. Für Bewohner wie auch Touristen kann sich Hitze schnell zur lebensbedrohlichen Gefahr entwickeln. In schlimmen Fällen sackt der Kreislauf ab und man bricht zusammen. Von der Gefahr, zu dehydrieren, ganz zu schweigen.
Mutmaßlicher Kopf von Darknet-Drogenmarktplatz an USA ausgeliefert
Der mutmaßliche Betreiber der Drogenhandel-Plattform "Monopoly" wurde kürzlich aus Österreich an die USA ausgeliefert. Der Auslieferung und der Festnahme des Verdächtigen im November vergangenen Jahres waren umfangreiche Ermittlungen unter Leitung der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) bei der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft vorangegangen. Wie ein ZIT-Sprecher am Montag berichtete, wird dem Mann in den USA das illegale Betreiben einer kriminellen Handelsplattform im Darknet sowie "Verschwörung" zur Geldwäsche vorgeworfen. Es war ein langes Fahndungsverfahren, ausgehend von einem internationalen Netzwerk an Polizeibeamten. Der Marktplatz bestand bereits Mitte 2019. Laut Ermittlerangaben soll auf dem Monopoly-Marktplatz bis zur Schließung weltweit 403 Verkäuferaccounts aktiv gewesen sein, die insgesamt an mehr als 130.000 Verkäufen beteiligt gewesen sein sollen. Über die gesamte Laufzeit des Marktplatzes wurden umgerechnet rund 17,3 Millionen Euro umgesetzt.
Audiotainment Südwest plant KI-Radiosender
Laut Deutscher Presseagentur soll Audiotainment Südwest (unter anderem verantwortlich für bigFM) ein neues Radioprogramm mit Künstlicher Intelligenz und ohne menschliche Moderatoren planen. Programm-Geschäftsführerin Valerie Weber strebt einen Start zum Sommer an. Richten soll sich das Programm an ein technikaffines, junges Publikum zwischen 10 und 40 Jahren. Ob die rückläufigen Zahlen der Radiohörer, vor allem unter jungen Personen, damit zusammenhängen, dass Menschen durch die Inhalte führen, sei mal dahingestellt. Ein Stellenabbau soll zumindest nicht mit dem Programm verbunden sein, auch soll es nichts Bestehendes ersetzen.
Experten fordern höhere Steuern auf Dienstwagen
Das Forum Sozial-Ökologische Marktwirtschaft plädiert für eine Verdopplung der Besteuerung auf Dienstwagen. So soll das Dienstwagenprivileg dazu führen, dass "weiterhin viele CO2-intensive Autos gekauft (werden), die dann für viele Jahre auf den Straßen bleiben und das Erreichen der Klimaziele erschweren". Die Subvention kommt laut FÖS-Studie zudem überwiegend den einkommensstärksten ein bis zehn Prozent der Bevölkerung zugute. Ein Ungleichgewicht, das mit einer Erhöhung des pauschalen Steuersatzes für Dienstwagen von einem auf zwei Prozent weitgehend behoben werden könne. Dies würde außerdem Mehreinnahmen von 5,5 Milliarden Euro generieren und Anreize schaffen, auf klimafreundlichere Elektromodelle umzusteigen.
Gebäudeenergiegesetz: Neue Verhandlungsrunde startet zum Nachmittag
Das Hickhack ums Gebäudeenergiegesetz hat sich längst zu einem unrühmlichen Schauspiel entwickelt. Derzeit taumelt die Ampel von Streit zu Streit. Nun gibt es zwar bereits eine neue Fassung, jedoch seien wichtige Punkte unter anderem laut FDP offen. Am Montagnachmittag sei daher ein Treffen der Verhandlungsgruppe mit den Fraktionsvorsitzenden geplant, schreibt die Deutsche Presseagentur.
Am Wochenende hatte es Verhandlungen zum Gebäudeenergiegesetz auf Ebene von Fraktionsvizes von SPD, FDP und Grünen gegeben. Die drei Partner strebten eine Verständigung bis zum Beginn der neuen Woche an, hieß es. Der bisherige Gesetzentwurf muss dann umgeschrieben werden. Das Gesetz soll noch vor der Sommerpause (Start am 7. Juli) vom Bundestag beschlossen werden.
Schweinebestand erreicht tiefsten Stand seit Wiedervereinigung
In Deutschland ist die Zahl der gehaltenen Schweine rückläufig. So sehr, dass sie mittlerweile den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hat. Am 3. Mai 2023 waren es nach vorläufigen Schätzungen 20,7 Millionen Schweine, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 7,3 Prozent, also 1,62 Millionen Tieren. Im Zweijahresvergleich nahm der Bestand sogar um 16,1 Prozent oder 3,99 Millionen Tiere ab. Damit setze sich der rückläufige Trend weiter fort, teilte die Behörde mit. Der Konsum von Schweinefleisch in Deutschland sinkt seit Jahren. Von 2014 bis 2022 fiel dieser von rund 4,3 Millionen auf 3,3 Millionen Tonnen. Auch die Schweinefleischimporte nehmen ab. Waren es 2014 noch rund 1,1 Millionen Tonnen, sind es 2022 noch 894.000 Tonnen. Deutschland importiert übrigens Schweinefleisch aufgrund von Präferenzen. Zwar wird hierzulande viel produziert, allerdings mögen die Deutschen eher Edelteile, also Schinken, Schnitzel, Koteletts. Und von den jeweiligen Teilen haben die Schweine bekanntermaßen nur eine begrenzte Anzahl.
Zentralrat der Juden schockiert über AfD-Sieg bei Landratswahl
Aargh, das werden sich wohl viele gedacht haben, als feststand, dass AfD-Politiker Robert Sesselmann die Landratswahl im thüringischen Landkreis Sonneberg für sich entscheidet. Ausgerechnet da, wo die AfD vom Verfassungsschutz als "erwiesen rechtsextrem" eingestuft wurde. Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, ist erschüttert. "Das ist ein Dammbruch, den die demokratischen politischen Kräfte in diesem Land nicht einfach hinnehmen dürfen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Um es klar zu sagen: Nicht jeder AfD-Wähler hat eine rechtsextreme Gesinnung", sagte Schuster. "Aber die Partei, deren Kandidaten sie gewählt haben, ist laut Landesverfassungsschutz rechtsextrem." Jetzt gilt zu beobachten, wie die Landes-, aber auch die Bundesregierung damit umgehen.
Fachkräftebarometer verdeutlicht Personalmangel
Im Fachkräftebarometer der staatlichen Bankengruppe KfW beklagen mehr als 42 Prozent der befragten Unternehmen einen Mangel an Fachkräften. Schwer trifft es unter anderem die Dienstleistungsbranche, vor allem in Ostdeutschland. Die Konjunkturabschwächung infolge der Energie- und Ukraine-Krise habe die Fachkräfteproblematik vorübergehend etwas abgeschwächt, heißt es in der KfW-Erhebung. Langfristig habe sich aber gezeigt, dass trotz Coronakrise und den Folgen des Ukraine-Krieges die Situation deutlich angespannter ist als etwa noch 2021. "Auch wenn sich der Anteil der Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit durch Fachkräftemangel behindert sehen, durch die Konjunkturabschwächung verringert hat, bleibt es dabei: Die Fachkräfteknappheit hemmt absolut und im historischen Vergleich immer noch einen großen Teil der Wirtschaft in Deutschland", sagte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Sie dringt unter anderem darauf, Produktivitätssteigerung zu umgehen. Dafür gibt es jedoch nicht viele Wege. Einer wäre die Arbeitszeitverlängerung - ein streitbares Thema. Auch die Mobilisierung von Erwerbsfähigen und gezielte Zuwanderung bezeichnet sie als dringlich. Inwiefern Arbeitsbedingungen in den betroffenen Bereichen verbessert werden sollen, um Anreize für Beschäftigte zu setzen, kam nicht zur Sprache.
Harrison Ford verzichtet auf Ruhestand
Alter ist nur eine Zahl. Vielleicht sind Knochen und Muskeln anderer Meinung, doch solange sie nicht allzu laut sind, alles funktioniert, kommt das sogar hin. Der Beweis ist der US-Star Harrison Ford. Trotz seines stolzen Alters von 80 Jahren denkt er nicht daran, seine Schauspielkarriere aufzugeben. "Ich liebe diesen Job und würde ihn sehr gerne weitermachen", sagte der Schauspieler der "Augsburger Allgemeinen". Seine Botschaft an alle Produzenten: "Ich bin bereit." Wie sehr er das ist, konnte er bereits kürzlich beim neuen "Indiana Jones"-Film zeigen.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
es war ein äußerst dichtes Wochenende. Prigoschin startete einen Aufstand gegen die russische Regierung, die AfD stellte einen Landrat im thüringischen Kreis Sonneberg, die Implosion der "Titan" schwelte noch nach. Diese Woche wird es leider nicht wirklich ruhiger werden. Zum Beispiel wird die Mindestlohnkommission heute ihren Vorschlag zur Anhebung des Mindestlohns verkünden. Sozialverbände, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW und die Partei die Linke plädieren für eine Anhebung von derzeit 12 auf künftig 14 Euro. Ob die Kommission da mitgeht, wird sich zeigen. Ökonomen wie Marcel Fratzscher gehen davon aus, dass der höhere Mindestlohn einen Nachfrageimpuls setzen könnte, da er die Kaufkraft der Betroffenen steigere. Was heute noch wichtig ist:
Bundesumweltministerin Lemke nimmt die Zwischenergebnisse des Sonderuntersuchungsprogramms Oder des Leibniz-Institutes für Gewässerökologie und Binnenfischerei entgegen. Damit kommt die Ursachensuche für das Fischsterben in der Oder einen großen Schritt voran. Bisher geht das Bundesumweltministerium davon aus, dass ein sprunghafter Anstieg des Salzgehalts im Wasser zur Verbreitung der Brackwasseralge Prymnesium parvum geführt hat. Die produziert eine für Fische giftige Substanz.
Die Bäderallianz Deutschland gibt einen Überblick über die Situation der deutschen Schwimmbäder. Dass viele in der Vergangenheit kaputtgespart wurden, ist bereits bekannt. Doch wie dramatisch die Situation wirklich ist, welche Schlüsse die Kommunen, vielleicht sogar der Bund daraus ziehen können, wird sich zeigen.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will einen neuen nationalen Hitzeschutzplan vorlegen. Grund ist die gestiegene Häufigkeit von Hitzewellen und die daraus resultierenden Gefahren, gerade für diejenigen, die gesundheitlich angeschlagen sind. Dafür ist heute eine Auftaktveranstaltung mit Verbänden und Experten angesetzt.
Der französische Fußballprofi Benjamin Mendy muss sich bereits seit einiger Zeit wegen mehrerer Vorwürfe zu Vergewaltigung und sexueller Nötigung verantworten. Mendy bestreitet das. Heute startet ein neuer Prozess.
Mein Name ist Tim Kröplin und ich begleite Sie bis in den frühen Nachmittag durch den Tag. Sie haben Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie mir: tim.kroeplin@ntv.de.
Netzagentur will Ausbau von Stromautobahnen beschleunigen
In den nächsten Jahren könnte das Stromnetz ein gewaltiges Stück wachsen. Die Bundesnetzagentur kündigte an, bis 2024 2800 Kilometer Stromautobahnen zu genehmigen, ein Jahr später soll die Zahl auf 4400 Kilometer steigen. Aktuell sind 440 Kilometer genehmigt. "Wir kommen gut voran und nutzen alle Möglichkeiten, die Verfahren zu beschleunigen", sagte Netzagentur-Chef Klaus Müller. Die Stromautobahnen sollen den windreichen Norden mit dem industriestarken Westen und Süden Deutschlands verbinden und dadurch die Verteilung von Ökostrom im ganzen Bundesgebiet gewährleisten. Sind die Trassen genehmigt, folgt der Bau und die Inbetriebnahme. Bis die 4400 Kilometer stehen, dürfte es also noch dauern. Die Bundesnetzagentur kümmert sich um größere Vorhaben, die durch mehrere Bundesländer verlaufen. Die anderen sind Ländersache. In der Vergangenheit gab es von Bürgerinitiativen häufiger Kritik und Bedenken gegenüber neuer Stromautobahnen. Das bremste den Ausbau aus. Dass die Stromautobahnen überwiegend unterirdisch verlaufen sollen, könnte die Bedenken umgehen.