Das war Donnerstag, 14. Dezember 2023
Liebe Leserinnen und Leser,
was für ein Tag in dieser eigentlich als besinnlich gedachten Vorweihnachtszeit. Zunächst klettert der Deutsche Aktienindex DAX über 17.000 Punkte, dann verlängert die EZB die Zinspause.
Im Laufe des Nachmittags wird dann die Festnahme mutmaßlicher Hamas-Terroristen publik, die Anschläge auf jüdische Einrichtungen geplant haben sollen. Und dann macht die EU auch noch den Weg für die Ukraine und Moldau frei, der EU beizutreten.
Darüber hinaus war der Tag allerdings eher ruhig. Falls Sie sie bisher verpasst haben, hier noch ein Überblick über weitere Themen des Tages:
2025 auf dem Markt?: Moderna prüft Impfstoff gegen schwarzen Hautkrebs
Fötus schüttet Hormon aus: Wie Schwangerschaftsübelkeit entsteht
Neuer Plan nach Karlsruhe-Urteil: Bahn-Sanierung: Woher kommt das Geld?
Torfestival im Gruppenfinale: Bayer 04 stürmt torreich zur perfekten Vorrunde
Ich hoffe, Sie haben sich gut informiert und unterhalten gefühlt und schauen morgen wieder im "Tag" vorbei. Ich begebe mich nun auf den Heimweg. Bis bald.
Französische Filmikone muss wegen Geldwäsche Viertelmillion Euro zahlen
Schauspielerin Isabelle Adjani ist wegen Steuerbetrugs und Geldwäsche zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem verhängte das Gericht in Paris eine Geldstrafe von 250.000 Euro gegen Adjani. Der legendären Schauspielerin war vorgeworfen worden, ihren Wohnsitz 2016 und 2017 auf dem Papier nach Portugal verlegt zu haben, um so 236.000 Euro Einkommenssteuer zu sparen. Außerdem soll sie eine Schenkung von zwei Millionen Euro als Darlehen deklariert und zudem von einer Offshore-Firma 120.000 Euro auf ein nicht deklariertes US-Konto überwiesen bekommen haben. Dem Magazin "L'Obs" hatte Adjani im Oktober zu den Vorwürfen gesagt, dass es sich bei der Millionensumme tatsächlich um ein privates Darlehen gehandelt habe. Dieses habe sie nach finanziellen Turbulenzen auf privater und beruflicher Ebene benötigt. Entsprechend habe sie die Geldsumme auch bei den Behörden registriert. Das Finanzamt sei später dennoch von einer Schenkung ausgegangen und habe hohe Steuern verlangt.
Sie habe über die Jahre nicht regelmäßig gearbeitet und sich auch sozial engagiert. Sie lebe bescheiden zur Miete und nicht in einer Villa mit Pool, wie viele dächten.
Land Berlin macht Weg für "Wahlrecht mit 16" frei
In Berlin dürfen künftig auch 16- und 17-Jährige das Landesparlament mitwählen. Das Abgeordnetenhaus beschloss am Abend mit breiter Mehrheit eine Verfassungsänderung zur Absenkung des Wahlalters von 18 auf 16. So werde die Demokratie gestärkt und jüngeren Leuten mehr politische Mitbestimmung ermöglicht, argumentieren die Befürworter von CDU, SPD, Grünen und Linken. "Die Jugend muss die politischen Konsequenzen am längsten tragen. Jetzt werden sie an den Entscheidungen auch beteiligt", sagte die Grünen-Politikerin Klara Schedlich, die nach Angaben ihrer Fraktion mit 23 Jahren die jüngste Abgeordnete im Landesparlament ist. "Wir haben heute einen Grund zum Feiern, alle Demokratinnen und Demokraten in diesem Haus." Die AfD lehnte das Vorhaben ab.
Nach Angaben des Vereins "Mehr Demokratie" ist Berlin das siebte Bundesland, in dem Menschen ab 16 auf Landesebene wählen dürfen. Zum ersten Mal wird das voraussichtlich 2026 bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus der Fall sein. Bislang können 16- und 17-Jährige bereits bei den Wahlen zu den Berliner Bezirksverordnetenversammlungen, also den Kommunalparlamenten, abstimmen.
Wieder Daten-Leck bei Tesla Deutschland - Ex-Mitarbeiterin erhält 1000 Gehaltsabrechnungen
Der Autokonzern Tesla steht in Deutschland vor einem erneuten Datenschutzproblem. Mitte Oktober erhielten die obersten Datenschützer der Länder Berlin und Brandenburg nach "Spiegel"-Informationen einen brisanten Hinweis. Eine Ex-Tesla-Mitarbeiterin übermittelte ihnen einen USB-Stick voller sensibler Daten: gut 1000 Gehaltsabrechnungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Deutschlandtochter Tesla Germany GmbH. Die Dokumente enthalten Angaben über Monatsgehalt, Privatadresse, Sozialversicherungsnummer, Steuer-ID, Konfession, Geburtsdatum. Die ehemalige Mitarbeiterin bekam das Datenkonvolut offenbar unaufgefordert zugeschickt, per E-Mail aus der Personalabteilung. So schilderte sie es jedenfalls den Behörden: Sie habe lediglich ein paar Unterlagen angefordert, die sie selbst betreffen - und daraufhin den umfassenden Datensatz als komprimierte Zip-Datei erhalten.
Beim Berliner Beauftragten für Datenschutz wird der eingereichte USB-Stick derzeit ausgewertet. Überprüft wird unter anderem, wie heikel die Informationen sind: "Bei Gehaltsabrechnungen besteht die Möglichkeit, dass durch Angaben zu beispielsweise Konfession oder Behinderungsgrad einer Person auch besonders sensible Datenkategorien betroffen sind", so die Behörde.
Jahrelanges Auftrags-Geschacher - Kartellamt bittet Industriebauer zur Kasse
Wegen verbotener Absprachen bei der Vergabe von Industriebau-Aufträgen hat das Bundeskartellamt Geldbußen gegen 14 Bauunternehmen und 12 verantwortliche Personen verhängt. Die Absprachen betrafen der Behörde zufolge 42 Aufträge der Hüttenwerke Krupp Mannesmann, 122 Aufträge der Thyssenkrupp Steel Europe und 14 Aufträge der Deutsche Edelstahlwerke zwischen 2007 und 2017. Es seien Geldbußen und sogenannte Haftungsbeträge von insgesamt rund 4,8 Millionen Euro verhängt worden. "Mit Haftungsbeträgen ist - anders als mit Geldbußen - kein ordnungswidrigkeitenrechtlicher Vorwurf verbunden", hieß es in der Mitteilung. Die Unternehmen hätten über Jahre ein System des gegenseitigen Zuschanzens von Bauaufträgen unterhalten, erklärte Behördenpräsident Andreas Mundt.
Das Muster der Absprachen sei gleich gewesen: "Die an der jeweiligen Absprache beteiligten Unternehmen einigten sich zunächst in Gesprächen vor Ort oder telefonisch darauf, wer den Auftrag gewinnen sollte", sagte Mundt. Das betreffende Unternehmen habe danach den Auftrag zunächst für sich selbst kalkuliert. "Anschließend verschickte es die Kalkulationen an die anderen an der Absprache beteiligten Unternehmen, damit diese zum Schutz höhere Scheinangebote abgeben konnten." Ausgelöst worden sei das Verfahren durch einen Kronzeugenantrag eines Bauunternehmens.
"Schaden von Partei abwenden": AfD-Abgeordneter Halemba lässt Parteiämter ruhen
Der bayerische AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Halemba, dem wegen Verstößen gegen Parteiregularien ein Parteiausschlussverfahren droht, gibt mit sofortiger Wirkung alle Parteiämter zurück. Zudem lasse er seine Mitgliedsrechte in der Partei ruhen, teilte Halemba am Abend in einer schriftlichen Erklärung mit. Sein Landtagsmandat behalte er aber, stellte Halemba auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur klar. "Um Schaden von der AfD abzuwenden, gebe ich mit sofortiger Wirkung alle Parteiämter zurück und verzichte bis auf Weiteres auch auf die Ausübung meiner Mitgliedsrechte innerhalb der AfD", hieß es in der Mitteilung. "Im Rahmen eines Parteiordnungsverfahrens werde ich mich allen Vorwürfen stellen und an der Aufklärung mitwirken. Ich bin zuversichtlich, dass alle offenen Fragen bald geklärt sein werden." Die Parteiämter, die der zurückgibt, sind der AfD-Kreisvorsitz Würzburg sowie ein Amt im unterfränkischen Bezirksvorstand.
"Bulle im Gleisbett" - Ausgebüxtes Tier legt Zugverkehr lahm
In Deutschland legt neben technischen Problemen ja gern mal die Witterung den Zugverkehr lahm. Die Deutsche Bahn ist um Rechtfertigungen für Störungen ja nicht verlegen. Die folgende Durchsage hätte aber selbst hierzulande einige überrascht. Im US-amerikanischen Newark im Bundesstaat New Jersey unterbrach nämlich ein Tier den ÖPNV, berichtet NBC New York. Wie Videos auf Twitter zeigen, lief dort ein Bulle die Gleise entlang. Die Aufnahmen stammen von der Haltestelle Newark Penn Station.
Das Tier soll gegen 11 Uhr ausgebrochen sein. Wo ist unklar. Es lief zunächst aus Richtung Flughafen kommend gen Norden, drehte dann aber um und lief wieder zurück. Die Polizei konnte es in einem eingezäunten Gelände dann fangen. Es soll in einem Tierheim versorgt werden. Verletzt wurde bei der Aktion niemand. Der Zugverkehr war für rund 45 Minuten unterbrochen.
Vermisster Junge meldet sich auf Polizeiwache - nach sechs Jahren
Ein vor sechs Jahren als vermisst gemeldeter britischer Junge hat sich nach einem mutmaßlichen Aufenthalt in einer Sekte in Südwestfrankreich auf einer Polizeiwache gemeldet. Wie die Staatsanwaltschaft in Toulouse mitteilte, sei der inzwischen 17-Jährige von seiner Familie über Fotos eindeutig identifiziert worden. Er werde zeitnah nach Großbritannien zurückkehren. Der Junge habe Großbritannien im September 2017 für einen geplanten Familienurlaub in Spanien verlassen, hieß es von der Polizei in Manchester.
Nach einem Bericht des Senders France 3 reiste der Junge damals in Begleitung seiner Mutter und seines Großvaters, die sich nach Angaben der Großmutter einer Sekte anschlossen. Beide hätten eigentlich ein Kontaktverbot zu dem Jungen gehabt. Die Großmutter war es demnach, die ihr Enkelkind als vermisst meldete. Der Junge sei in der Zwischenzeit noch mehrfach in Marokko und Spanien gesichtet worden. Zuletzt hätten der Junge sowie seine Mutter und sein Großvater sich in einer wandernden spirituellen Gemeinschaft in Südwestfrankreich aufgehalten. Vor einigen Tagen habe der Jugendliche sich entschieden, die Gruppe zu verlassen und sei mehrere Tage lang zu Fuß herumgeirrt, so France 3. Ein Lastwagenfahrer habe ihn dann als Anhalter mitgenommen und ihn in Revel bei der Polizeiwache abgesetzt, wo der 17-Jährige sich bei den Gendarmen meldete.
Täglich grüßt das Murmeltier - weiterer AfD-Kandidat scheitert als Bundestags-Vize
Die AfD ist zum wiederholten Mal mit dem Versuch gescheitert, einen Vizepräsidenten-Posten im Bundestag zu erringen. Ihr Kandidat Mike Moncsek erhielt bei der Wahl lediglich 87 Ja-Stimmen. 556 Abgeordnete votierten gegen den 59-jährigen Kfz-Mechaniker, 14 Parlamentarier enthielten sich. Seit ihrem Einzug in den Bundestag im Jahr 2017 war die AfD als einzige Fraktion noch nie im Parlamentspräsidium vertreten. Sämtliche Kandidaten verfehlten die erforderliche Mehrheit.
Weihnachten gesichert - Staatschef genehmigt Santa Clause Überflug über Irland
Anderthalb Wochen vor Weihnachten hat Irlands Regierungschef Leo Varadkar traditionell eine gute Nachricht verkündet. "Ich bestätige, dass Santa Claus die Erlaubnis bekommen hat, den irischen Luftraum zu betreten", scherzte Leo Varadkar am Mittwoch im Parlament in Dublin (Ausschnitt bei 3:07:14) . Santa Claus dürfe die Grenzen des Landes am 24. Dezember und 25. Dezember überqueren. Varadkar bedankte sich bei der Luftraumüberwachung, den Einreisebehörden und dem Zoll dafür, dass sie die nötigen Ausnahmen machten.
"Hängt die Grünen"-Plakate geklebt - Freispruch für Neonazi aufgehoben
Wegen vor der Bundestagswahl 2021 aufgehängter Plakate mit der Aufschrift "Hängt die Grünen" droht dem Neonazi Karl-Heinz S. nun doch noch eine Strafe. Das Bayerische Oberste Landesgericht hob einen Freispruch für S. auf und ordnete eine neue Verhandlung vor einer anderen Kammer des Landgerichts an. S. war zuvor erfolgreich gegen eine Verurteilung zu sechs Monaten Gefängnis durch das Münchner Amtsgericht vorgegangen. Im Ursprungsurteil hatte das Amtsgericht entschieden, dass S. als damaliger Stützpunktleiter der rechtsradikalen Kleinstpartei Der III. Weg zwei entsprechende Plakate aufgehängt hatte und deshalb wegen Volksverhetzung und öffentlicher Aufforderung zu Straftaten sowie der Billigung von Straftaten zu verurteilen sei. Das Münchner Landgericht sah dagegen nicht die Möglichkeit, einen Tatnachweis gegen S. zu führen.
Gegen den Freispruch ging die Staatsanwaltschaft erfolgreich in Revision. Nach Auffassung der obersten bayerischen Richter hatte sich das Landgericht nicht ausreichend mit der Möglichkeit auseinandergesetzt, dass eine mögliche Strafbarkeit des Angeklagten auch durch seine Einbindung in die Organisation der Plakatierungsaktion als Mitverantwortlicher der Partei Der III. Weg in Betracht zu ziehen sein könnte. Der ehemalige Chef der Partei wurde bereits rechtskräftig wegen der Plakate zu einer Geldstrafe von 8400 Euro verurteilt.
Israel: Krieg in Gaza wird sich in die Länge ziehen
Der Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas wird nach Überzeugung des israelischen Verteidigungsministers "mehr als einige Monate" andauern. "Die Hamas ist eine Terrororganisation, die sich über ein Jahrzehnt hinweg aufgebaut hat, um Israel zu bekämpfen", sagte Verteidigungsminister Joav Gallant nach Angaben seines Büros bei einem Treffen mit dem Nationalen Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, in Tel Aviv. Die von den USA und der EU als Terrororganisation eingestufte Hamas habe "Infrastrukturen unter und über der Erde errichtet", weswegen es nicht leicht sei, sie zu zerstören, sagte Gallant. Letzten Endes werde Israel jedoch gewinnen und die Hamas vernichten.
"Axel F. is back" - Netflix veröffentlicht Trailer zum vierten "Beverly Hills Cop"-Teil
Das 80er-Revival geht weiter. Da darf offenbar auch eine Filmreihe nicht fehlen, die dort große Erfolge feierte: "Beverly Hills Cop". Netflix bringt den labernden Kult-Cop für einen vierten Teil zurück auf den Bildschirm.
Vier Jahrzehnte nach seinem ersten und drei Jahrzehnte nach seinem bislang letzten Einsatz als Detective Axel Foley kehrt Eddie Murphy im kommenden Sommer in einer weiteren Fortsetzung der Actionkomödie "Beverly Hills Cop" zurück. Ein erster Teaser-Trailer für die Netflix-Produktion, die im Sommer 2024 starten soll, wurde veröffentlicht. Darin sind neben dem 62 Jahre alten Murphy viele weitere bekannte Gesichter aus den drei vorherigen Filmen zu sehen. Regie bei "Beverly Hills Cop: Axel F" führte Newcomer Mark Molloy. Im vierten Teil der Kultreihe kehrt der Polizist aus Detroit nach Los Angeles zurück, um eine Verschwörung aufzudecken. Unterstützung bekommt er dabei von seinen alten Freunden Billy Rosewood (Judge Reinhold), John Taggart (John Ashton) und dem neuen Kollegen Bobby Abbott (Joseph Gordon-Levitt). In weiteren Rollen wirken Kevin Bacon sowie die aus den anderen "Beverly Hills Cop"-Filmen bekannten Paul Reiser (Jeffrey) und Bronson Pinchot (Serge) mit.
Durch Wohnungstür der Nachbarin gefeuert: Rechtsextremer muss Jahre in Haft
Ein wegen versuchten Mordes an seiner Nachbarin in Hamburg angeklagter mutmaßlicher Rechtsextremist soll für sieben Jahre ins Gefängnis. Das Hamburger Landgericht sprach den 49-Jährigen wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit vorsätzlichem unerlaubten Führen einer Schusswaffe, mit vorsätzlichem unerlaubten Besitz von Munition und mit Sachbeschädigung schuldig. Das Gericht war nach der Beweisaufnahme überzeugt, dass der Angeklagte im Mai in Tötungsabsicht mit einem Gewehr durch die Wohnungstür einer Nachbarin geschossen hatte. Der Schuss durchschlug die Tür und eine Kommode, bevor er in einer Wand stecken blieb. Die Nachbarin befand sich zu dem Zeitpunkt in der Wohnung, blieb aber unverletzt. Als Motiv nahm die Anklage eine rechtsradikale fremdenfeindliche Gesinnung des Manns an. Dieser hatte den Schuss im Prozess eingeräumt, aber eine Tötungsabsicht bestritten. Sich selbst stufte er in dem Verfahren als "ehemaligen Neonazi" ein, der diese entsprechende Einstellung aber hinter sich gelassen habe.
Tickets für Billigflieger sind billiger geworden
Die Ticketpreise der Billigfluganbieter sind im Sommer 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Das geht aus einer veröffentlichten Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervor. Demnach fiel der durchschnittliche Brutto-Preis von rund 68 bis 119 Euro pro Ticket auf 58 bis 102 Euro. Damit lagen die Flugpreise der Billigflieger aber immer noch deutlich über dem Niveau von 2019. Insgesamt liegt laut DLR das Flugverkehrsaufkommen in Europa noch rund zehn Prozent unter dem vor Beginn der Corona-Pandemie. Der Anteil der Billigflüge liegt europaweit bei rund 35 Prozent, in Deutschland deutlich unter 30 Prozent. Das DLR ermittelt zweimal im Jahr für ihren "Low-Cost-Monitor" die Ticketpreise der Billigflieger. Dafür wählt sie repräsentativ Flugstrecken der in Deutschland bedeutenden Billig-Airlines aus - Lufthansatochter Eurowings, Ryanair, Easyjet und Wizz - und ermittelt Durchschnittspreise auf Grundlage verschiedener Vorausbuchungszeiträume von einem Tag bis drei Monate.
Vergewaltigung vorgeworfen - Produzenten-Ikone verliert TV-Show
Eine geplante Reality-Show und Dokumentationsreihe über die Familie von Sean "Diddy" Combs wurde abgeblasen. Wie das Branchenmagazin "Variety" berichtet, stellte der Streamingdienst Hulu die Entwicklung in einem frühen Stadium wieder ein. Der Grund für die Absage sei dem Bericht zufolge höchstwahrscheinlich die eingereichten Klagen wegen angeblicher sexueller Übergriffe. Der Rapper und Musikproduzent Sean Combs wird derzeit beschuldigt, zusammen mit zwei weiteren Männern, eine damals 17-jährige Highschool-Schülerin vergewaltigt zu haben. Das berichtete unter anderem der Sender "CNN" unter Berufung auf eingereichte Gerichtsunterlagen. Die Frau behaupte, 2003 Opfer einer Gruppenvergewaltigung geworden zu sein. Ihr seien Drogen und Alkohol gegeben worden und sie sei mit einem Privatjet nach New York gebracht worden, wo es in einem Studio zu dem mutmaßlichen Übergriff gekommen sei. Sie nannte namentlich Combs und Harve Pierre, den ehemaligen Präsidenten des von dem Rapper gegründeten Unternehmens Bad Boy Entertainment, sowie einen dritten Mann. Sie fordere Schadenersatz in nicht genannter Höhe.
Hamas-Mitglieder in Berlin wegen Anschlagsplanung festgenommen
In Deutschland und den Niederlanden sind insgesamt vier mutmaßliche Mitglieder der radikalislamischen Hamas festgenommen worden, die Anschläge geplant haben sollen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe gab es drei Festnahmen in Berlin und eine in Rotterdam.
Bringt 2025 Wende bei schwarzem Hautkrebs? Moderna plant Impfstoff
Der US-Pharmakonzern Moderna hofft darauf, in zwei Jahren einen Impfstoff gegen schwarzen Hautkrebs auf den Markt zu bringen. "Wir gehen davon aus, dass das Produkt in einigen Ländern bis 2025 mit einer beschleunigten Zulassung auf den Markt kommen könnte", sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel in einem Interview. Mit dem Impfstoff soll das sogenannte maligne Melanom behandelt werden, die bösartigste Form von Hautkrebs. Der von Moderna entwickelte Krebs-Impfstoff basiert auf der mRNA-Technologie, die auch schon bei den Corona-Impfstoffen von Moderna und dem Mainzer Unternehmen Biontech zum Einsatz kam. In beiden Fällen sollen die Impfstoffe das Immunsystem aktivieren. Der Krebs-Impfstoff richtet sich aber nicht gegen einen Krankheitserreger wie das Coronavirus, sondern gegen körpereigene Krebszellen. Behandelt werden sollen dem Unternehmen zufolge Patientinnen und Patienten, die bereits an Hautkrebs erkrankt sind und denen Melanome entfernt wurden. Der Impfstoff solle dafür sorgen, dass der Krebs nicht zurückkommt.
Fünfjährige Inga seit Jahren vermisst - Polizei sucht auf ehemaligem Militärgelände
Vor achteinhalb Jahren verschwand in Stendal in Sachsen-Anhalt die fünfjährige Inga scheinbar spurlos - jetzt geht die Polizei neuen Hinweisen in dem Fall nach. Am Vormittag sei mit Grabungen auf einem Privatgrundstück begonnen worden, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion Halle. Es handele sich um ein ehemaliges Militärgelände. Es werde mit Schaufeln und Spaten gegraben, auch ein Minibagger stehe bereit. Die Grabungen seien nach einem Hinweis begonnen worden, zu dem der Polizeisprecher keine näheren Angaben machen wollte.
Die fünfjährige Inga verschwand am 2. Mai 2015 bei einem Besuch mit ihrer Familie im abgelegenen Stendaler Ortsteil Wilhelmshof - bis heute ist ihr Schicksal ungeklärt. Bei der Vorbereitung eines Grillfestes wurde die Fünfjährige das letzte Mal gesehen. Umfangreiche Suchen hatten zu keinem Ergebnis geführt. Die Ermittler gingen rund 2000 Spuren und Hinweisen nach.
Überholverbot missachtet - Horrorcrash mit drei Toten bei Goslar
Bei einem Autounfall in der Nähe von Goslar sind in Niedersachsen drei Menschen ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, missachtete ein Auto das im Bereich der Unfallstelle an der Bundesstraße 82 geltende Überholverbot und stieß mit einem entgegenkommenden Wagen zusammen. Dabei seien beide Insassen des Autos, das gegen das Überholverbot verstieß, und der Insasse des entgegenkommenden Wagens getötet worden. Als Folge des Zusammenstoßes wurde noch ein drittes Auto in den Unfall verwickelt, dessen 45 Jahre alte Fahrerin aber nur leicht verletzt wurde. Die Sperrung der B82 sollte laut Polizei voraussichtlich bis in den Abend dauern.
Liedermacher muss Hamburg-Konzert wegen Sturz absagen
Der Liedermacher Konstantin Wecker hat wegen eines Sturzes das für kommenden Dienstag geplante Konzert in der Hamburger Laeiszhalle abgesagt. Er sei in Basel gestürzt und habe sich dabei eine Wirbelverletzung zugezogen, teilte der Veranstalter mit. Das Konzert soll nun auf den 1. Mai 2024 verschoben werden. Konstantin Wecker lasse seinen Gästen und Besuchern ausrichten, dass es ihm sehr leidtue. Die Tickets bleiben gültig. Geplant war das neue Bühnenprogramm "Utopia 2.0 - Wir werden weiter träumen". Zuvor musste Wecker wegen des Sturzes bereits Auftritte in Linz, Wien und Graz absagen.
Obdachloser Mann in Müllpresse eingeklemmt
Ein wohnungsloser Mann hat sich in Frankfurt einen verhängnisvollen Platz zum Schlafen ausgesucht: Der Mann schlief wohl in einem Behälter für Gewerbeabfälle. Als die Müllabfuhr am Morgen den Behälter ausleeren will und den Inhalt in ein Fahrzeug kippt, wird der Mann vom Presswerk erfasst. Als die Mitarbeiter ihn bemerken, stoppen sie die Maschine und rufen die Feuerwehr. Die kann ihn schwer verletzt nach etwa zwei Stunden bergen. Dabei seien "aufwändige Demontagen am Fahrzeug" nötig gewesen, wie die Feuerwehr auf X mitteilt. "Wir hoffen, dass der Mann überlebt und halten engen Kontakt mit Feuerwehr und Polizei", sagte FES-Geschäftsführer Dirk Remmert. Die Mitarbeiter stünden unter Schock und würden seelsorgerisch betreut. Über die Identität des Mannes ist bislang nichts bekannt. Er wurde in eine Klinik gebracht.
Schichtwechsel
Liebe Leserinnen und Leser,
meine Kollegin Johanna startet in ihren wohlverdienten Feierabend. Ab sofort übernehme ich das Ruder im "Tag" und führe Sie durch den Nachmittag und Abend. Mein Name ist Alexander Schultze. Falls Sie Fragen, Anregungen oder Kritik haben, schreiben Sie mir unter dertag@ntv.de. Auf geht's!
Bundesarchiv erhält im "Stern" veröffentlichte gefälschte Hitler-Tagebücher
Anlässlich seines 70. Geburtstags gab das Magazin "Stern" im Jahr 2018 erstmals Einblick in einen der bekanntesten Medienskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte: In Hamburg wurde ein Teil der gefälschten Hitler-Tagebücher der Öffentlichkeit gezeigt. Ich wollte die Kladden, die der Fälscher Konrad Kujau dem Verlag 1983 als vermeintliche Sensation unterjubelte, unbedingt mal mit eigenen Augen sehen - sollen sie laut Experten doch so schlecht gemacht gewesen sein. Doch leider war ich zu dem sehr kurzen Ausstellungszeitraum im Ausland und so war die Chance verstrichen. Bald habe ich zumindest digital wohl mal die Möglichkeit, sie mir anzusehen: Der Bertelsmann-Konzern hat die vor 40 Jahren veröffentlichten "Tagebücher" ans Bundesarchiv übergeben, wie das Bundesarchiv in Berlin mitteilt. Sie werden am Standort Koblenz untergebracht, sollen nach einer archivarischen Bestandsaufnahme digitalisiert und dann in digitaler Form zur Verfügung gestellt werden. "Die gefälschten Hitler-Tagebücher hatten in den 1980er Jahren das gefährliche Potenzial, die brutalen Verbrechen des Nationalsozialismus zu verharmlosen", erklärte der Präsident des Bundesarchivs, Michael Hollmann.
Was ich nicht wusste: Darüber hinaus befinden sich zwei Kladden in Ausstellungen im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, drei Kladden im Polizeimuseum Hamburg und eine bei der Fondation Cartier in Paris.
Kreuzliner rettet Schiffbrüchige nach Frachter-Unglück
Als das Kreuzfahrtschiff "Carnival Vista" seine Gäste durch die Karibik schippert, geht beim Kapitän per Funk ein Notruf ein. Das Schiff ändert seine Route, um der Besatzung eines gekenterten Frachtschiffs zur Hilfe zu kommen. Tatsächlich entdeckt die Crew an der Unfallstelle eine Rettungsinsel mit sechs Menschen an Bord. Auch für den Rest der Besatzung kommt rechtzeitig Hilfe.
Wer wenig verdient, dem bietet Frankreich für 100 Euro pro Monat ein E-Auto an
Während wir hier über 49 Euro für eine Monatskarte für Bus und Bahn "staunen", hebt unser Nachbarland Frankreich die Teilhabe am Verkehr auf ein ganz neues Level: Wer dort über ein geringes Einkommen verfügt und einen langen - also mehr als 15 Kilometer langen - Arbeitsweg hat, darf künftig ein Elektroauto für 100 Euro im Monat leasen. Im kommenden Jahr sollen dafür bis zu 25.000 Autos zur Verfügung stehen, das Angebot werde in den kommen Jahren ausgeweitet, teilte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit. Die Autos können vom 1. Januar 2024 an online bestellt werden. Damit erfüllt Macron eines seiner Wahlversprechen, allerdings zunächst nur für eine sehr begrenzte Kundschaft.
Einen wirtschaftlichen Kniff hat das Angebot auch: Der Bonus für den Kauf eines umweltfreundlichen Autos soll so umgestaltet werden, dass er fast ausschließlich für in Europa gebaute E-Autos gilt. "Um unseren CO2-Ausstoß zu reduzieren, müssen wir Verbrenner-Autos durch elektrische Autos ersetzen", erklärte Macron in einem Online-Video. "Ziel ist es, Ihnen zu helfen, die bei uns produzierten elektrischen Autos zu kaufen", fügte er hinzu. Für in China hergestellte E-Autos wie etwa Dacia Spring, aber auch für Autos vom Typ MG und Smart kann der Bonus nicht beantragt werden.
X-Konkurrent Threads geht in der EU an den Start
Es gibt ein neues App für Ihr Handy - so Sie denn mögen: Das Netzwerk Threads von Facebook-Mutterkonzern Meta ist in der Europäischen Union an den Start gegangen. Meta-Chef Mark Zuckerberg verkündete die Einführung der App - ein Konkurrent zu X von Milliardär Elon Musk - in den EU-Mitgliedstaaten. Threads basiert auf dem Meta-Dienst Instagram. Nutzerinnen und Nutzer können ein Profil erstellen, das mit ihrem Konto bei Instagram verknüpft ist. Ohne eigenes Threads-Profil können sie Inhalte zwar lesen, teilen und sogar melden, aber nicht selbst veröffentlichen. In den USA gibt es das Netzwerk schon seit Juli. Grund für den verspäteten Start sind nach Angaben des Unternehmens regulatorische Vorgaben in der EU. Unter anderem mit den EU-Gesetzen für digitale Dienste (DSA) und digitale Märkte (DMA) unterliegen große Internetkonzerne wie Meta strengeren Vorschriften.
Zahl der Abtreibungen steigt weiter leicht an
Die Entscheidung für oder gegen ein Kind kann eine Frau das ganze Leben beschäftigen oder sogar quälen. Oft sind es auch die Umstände wie finanzielle Unsicherheit oder ein fehlender Partner oder Partnerin, die diese Entscheidung beeinflussen. Im dritten Quartal dieses Jahres registrieren die Statistiker in Wiesbaden rund 26.000 Schwangerschaftsabbrüche. Das sind zwar 0,7 Prozent mehr als zwischen Juli und September im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Doch damit flacht der seit dem ersten Quartal 2022 beobachtete Anstieg ab. Im zweiten Quartal 2023 hatte es noch 4,5 Prozent mehr Abtreibungen als im Vorjahresquartal gegeben. Allerdings bleibt die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche auf einem hohen Niveau. Warum die Frauen sich für den Abbruch der Schwangerschaft entschieden haben, wird in der Statistik nicht erfasst.
Die meisten Frauen - etwa zwei von drei Frauen - waren laut der Statistikbehörde zwischen 18 und 34 Jahre alt. Mit 20 Prozent war jede fünfte zwischen 35 und 39 Jahre. Neun Prozent der Frauen waren 40 Jahre und älter, drei Prozent jünger als 18 Jahre. Bei 96 Prozent der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche handelt es sich um Eingriffe nach der Beratungsregelung. In den übrigen vier Prozent der Fälle waren medizinische Gründe oder ein Sexualdelikt die Ursache.
Nach Fund von Frauenleiche in Fass auf Balkon - Polizei bittet um Hinweise
Als die Polizei in Düsseldorf Anfang Dezember zu einem Einsatz wegen Hausfriedensbruchs in einem Mehrfamilienhaus anrückt, ahnen die Beamten noch nicht, was sie für eine grausige Entdeckung machen werden: In einem Fass auf einem Balkon finden sie eine Frauenleiche. Jetzt sucht die Polizei im Raum Hannover nach möglichen Zeugen, da der 58 Jahre alte verdächtige Wohnungsinhaber unter anderem Bezüge zur Region Hannover habe. Das teilen Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Gegen den 58-Jährigen liegt den Angaben zufolge ein Untersuchungshaftbefehl vor, sein Aufenthaltsort ist bislang unbekannt. Bei der toten Frau handelt es sich um eine 36 Jahre alte Bulgarin.
Keine Imame mehr aus der Türkei
Die Bundesregierung hat mit der Türkei einen Fahrplan für eine Beendigung der Entsendung von Imamen nach Deutschland vereinbart. Diese ist seit Jahren umstritten, weil die in der Regel für vier Jahre entsandten Prediger als türkische Staatsbeamte Weisungen aus Ankara folgen und meist nur lückenhaftes Wissen über die Lebensrealität in der deutschen Gesellschaft mitbringen. Wie das Bundesinnenministerium mitteilt, sollen die derzeit rund 1000 in Deutschland tätigen Prediger der türkischen Religionsbehörde Diyanet über die nächsten Jahre schrittweise durch in Deutschland ausgebildete Imame ersetzt werden.
Bundestag beschließt E-Rezept und E-Patientenakte für alle
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach spricht von einem Quantensprung, den Deutschland heute im Gesundheitswesen gemacht hat: Nach jahrelangen Verzögerungen geht es auch im "digitalfernen" Deutschland mal los mit elektronischen Rezepten ab Anfang 2024 verpflichtend für die Praxen und digitalen Patientenakten ab Anfang 2025. Das sieht ein Gesetz der Ampel-Koalition vor, das der Bundestag eben beschlossen hat. Endlich! So durfte ich kürzlich selbst erst wieder die Erfahrung machen, dass die Notaufnahme von meinem gebrochenen Finger zwar eine Röntgenaufnahme macht, ich diese aber für den weiter behandelnden Mediziner erst am nächsten Tag in einer anderen Abteilung des Krankenhauses abholen kann - auf CD gebrannt! 2023! Da schüttelt man doch einfach nur noch mit dem Kopf, weil das so viel Zeit - auf Seite des Patienten und des Gesundheitspersonals - bindet und vollkommen unnötige Kosten verursacht. Das neue Gesetz ist wohl nur für CD- und Papier-Hersteller eher eine schlechte Nachricht ...
Barley über Milliarden für Ungarn: EU hat sich von Orbán erpressen lassen
Ungarn bekommt im Gegenzug für eine Justizreform gut zehn Milliarden Euro von der Europäischen Union. Diese Entscheidung der EU-Kommission stößt auf immer mehr Kritik: Die Kommission habe sich damit erpressbar gemacht, sagte die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley im Inforadio des RBB. "Ich halte es für einen Fehler, dass die Kommission das Geld freigegeben hat, denn Viktor Orbán hat ja überhaupt keinen Hehl daraus gemacht, dass das pure Erpressung ist; dass er dieses Geld will und sich dann bewegen wird in der Ukraine-Frage", sagte Barley. "Wenn wir so anfangen, dann ermutigen wir nur diejenigen, die schon in der Warteliste stehen. Wir haben ja genug Rechtspopulisten im Moment. Das halte ich für einen Fehler, dass die EU sich dermaßen erpressbar gemacht hat. Das war ein Fehler Seitens der Kommission." Die Justizreform erfülle zwar einige der Ziele, die sie erfüllen solle, räumte Barley ein, aber die SPD-Politikerin betont: "Wenn man ein bisschen genauer hinschaut, dann sind da eben immer wieder diese Schlupflöcher, von denen man ja weiß, dass Orbán sie da reingebaut hat, um sie nachher zu umgehen. Wir wissen von Viktor Orbán: Er will keine Demokratie, er will keine Gewaltenteilung, er will sich nicht kontrollieren lassen."
Erneut Razzien gegen rechtsextreme Gruppierung "Knockout 51" in Thüringen
Justiz und Polizei sind erneut gegen die rechtsextreme Kampfsportgruppierung "Knockout 51" vorgegangen. Am Morgen seien im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die Gruppe vier Objekte in Thüringen durchsucht worden, sagte eine Sprecherin des Generalbundesanwalts in Karlsruhe. Dabei habe es auch drei Festnahmen gegeben. Nach dpa-Informationen fanden die Durchsuchungen in Erfurt und Eisenach statt. Zuletzt gingen Ermittler Ende November mit einer großen Aktion in Thüringen und Hessen gegen die Gruppe vor. Abgeschlossen seien die Ermittlungen auch mit diesen Durchsuchungen und Festnahmen nicht, sagte die Sprecherin. Vor dem Oberlandesgericht Jena läuft seit einigen Wochen ein großer Staatsschutzprozess gegen vier mutmaßliche Mitglieder der Gruppe.
Frau bedroht Apotheker mit Schusswaffe - für zwei Medikamente
Notsituationen drängen Menschen manchmal dazu, kriminelle Dinge zu tun: Ob eine solche auch hinter einem Raubüberfall im hessischen Eschwegen steckt, kann ich nicht sagen, aber die Beute spricht schon etwas dafür: In dem Ort im Werra-Meißner-Kreis hat eine Frau eine Apotheke überfallen. Doch statt Geld aus der Kasse wollte die Räuberin nur zwei Medikamente ausgehändigt bekommen. Wie die Polizei in der Nacht mitteilt, soll die mit einem dunklen Pulli bekleidete Frau gestern Abend nach den beiden Medikamenten gefragt und dem Mitarbeiter der Apotheke währenddessen eine Schusswaffe gezeigt haben. Als sie die Medikamente erhält, verlässt sie den Laden und fährt in einem dunklen Kleinwagen davon.
DAX knackt die 17.000-Punkte-Marke
Der DAX durchbricht die Marke von 17.000 Punkten. Der deutsche Leitindex geht bis auf 17.003 Punkte hoch. In Erwartung bald sinkender Zinsen steigt der deutsche Leitindex heute über die psychologisch wichtige Marke von 17.000 Zählern. Die US-Notenbank Fed hatte zuletzt Zinssenkungen für 2024 signalisiert.
Grünen-Fraktionsvize verteidigt Kerosinsteuer für innerdeutsche Flüge
Mal eben kurz von Berlin nach Frankfurt oder von München nach Hamburg? Was einem als Bahnkunde schon beim Gedanken die Schweißperlen auf die Stirn treibt, ist für andere Menschen mit dem Flugzeug sowas wie das alltägliche Bus- oder Fahrradfahren zur Arbeit und zurück. Genau hier soll laut Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch die geplante Kerosinsteuer für innerdeutsche Flüge greifen. "Das sind vor allem die Businessflüge. Die Leute, die andauernd zwischen Berlin und Frankfurt hin und her jetten, die trifft es vor allem, weil die sehr viel fliegen", sagte Audretsch im RBB-Inforadio. Diese hätten offensichtlich genug Geld, um "sehr, sehr häufig" innerhalb Deutschlands zu fliegen. Mit der Kerosinsteuer werde etwas fürs Klima getan und die Verteilungswirkung sei in seinen Augen sehr gerechtfertigt. Die Pläne sind Teil der Einigung über den Bundeshaushalt 2024 der Ampel-Regierung, die SPD, Grüne und FDP nach zähem Ringen am Mittwoch vorstellten.
"Buffy"-Darsteller Camden Toy ist tot
Die Serie "Buffy" bannte nicht nur Dämonen, sondern die Geschichte um die gleichnamige Vamipirjägerin (gespielt von Sarah Michelle Gellar) zog auch unzählige Jugendliche Ende der 90er und Anfang der 2000er wie mich in ihren Bann. Für alle Fans gibt es jetzt traurige Nachrichten: Schauspieler Camden Toy ist tot. Der 68-Jährige tauchte in verschiedenen Dämonen-Rollen in der Kultserie immer wieder auf. Dabei war er mitunter so stark geschminkt, dass manche Kollegen nicht wussten, wie er wirklich aussah. Er erlag nun einer Krebserkrankung.
Gegen Kinder- und Zwangsarbeit: Unterhändler erzielen Einigung für EU-Lieferkettengesetz
Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich auf ein Lieferkettengesetz geeinigt. Damit sollen große Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie etwa von Kinder- oder Zwangsarbeit außerhalb der EU profitieren, wie aus Mitteilungen des Europaparlaments und der EU-Staaten hervorgeht.
CDU und SPD in Hessen einigen sich auf Koalitionsvertrag
Welche Partei bekommt welches Ministerium mit welchem Zuschnitt? Darüber scheint zwischen CDU und SPD in Hessen jetzt Klarheit zu herrschen. Die beiden Parteien haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Morgen aus Parteikreisen.
Das wird heute wichtig
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser!
Für die Ukraine ist heute mal ein sehr wichtiger Tag - nicht auf dem Schlachtfeld, sondern in Brüssel: Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten kommen dort zu ihrem letzten regulären Gipfeltreffen in diesem Jahr zusammen. Bei den zweitägigen Gesprächen soll es um den Vorschlag der Europäischen Kommission gehen, EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau zu eröffnen. Wir halten Sie darüber natürlich auf dem Laufenden, unter anderem in unserem Ukraine-Ticker.
Auch sonst ist der Kalender heute gut gefüllt:
Welche Frage hätten Sie an Wladimir Putin, wenn Sie dem russischen Staatschef eine stellen könnten? Laut russischer Staatsmedien gibt es davon eine ganze Menge an den Mann, der den brutalen Überfall auf die Ukraine zu verantworten hat: Mehr als anderthalb Millionen Fragen seien eingereicht worden im Vorfeld der großen Pressekonferenz, die Putin in diesem Jahr wieder abhalten will. Im vergangenen Dezember hatte er sie ausfallen lassen. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass die Fragerunde gegen Mittag Moskauer Zeit (10.00 Uhr MEZ) beginnen werde.
Beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten in Brüssel sind Beratungen über eine mögliche Aufstockung des langfristigen EU-Haushalts von 2021 bis 2027 sowie über die Lage im Nahen Osten geplant.
Geredet wird darüber schon lange, nun könnte das E-Rezept in Deutschland tatsächlich ab Jahresanfang zum Standard werden: Nach jahrelangen Verzögerungen sollen elektronische Rezepte und digitale Patientenakten in den Masseneinsatz kommen. Darauf zielen Gesetzespläne der Ampel-Koalition, die der Bundestag am Morgen beschließen soll.
Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt vor dem Hintergrund der gesunkenen Inflation am Nachmittag ihren weiteren Kurs bekannt. Viele Volkswirte erwarten, dass die Euro-Währungshüter die Zinsen zum zweiten Mal in Folge nicht weiter erhöhen werden.
Jüdinnen und Juden aus ganz Deutschland kommen von heute an bis Sonntag zu einem Gemeindetag in Berlin zusammen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht am Abend bei der Eröffnungsveranstaltung mit dem Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und dem israelischen Botschafter Ron Prosor.
Verstößt es gegen die Menschenrechte, dass verbeamtete Lehrer in Deutschland nicht streiken dürfen? Diese Frage soll der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg beantworten.
Seit 2018 muss in jedem staatlichen Gebäude in Bayern ein Kreuz hängen. Der sogenannte Kreuzerlass von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder von der CSU ist umstritten und steht heute beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig auf dem Prüfstand. Der religionskritische Bund für Geistesfreiheit (bfg) hatte gegen die Regelung geklagt - und im Sommer vorigen Jahres vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) eine Niederlage kassiert. Über die Revision gegen dieses Urteil muss jetzt das Bundesgericht entscheiden.
Apropos Söder: Rund zwei Monate nach dem Beginn des Gaza-Krieges will Bayerns Ministerpräsident heute einen Kibbuz im militärischen Sperrgebiet nahe dem Gazastreifen besuchen. Den genauen Namen wollte die Staatskanzlei bislang unter Verweis auf die angespannte Sicherheitslage im Land nicht veröffentlichen.
Noch ein Hinweis zum Abschluss: Der Kurznachrichtendienst Threads des Facebook-Konzerns Meta dürfte ab heute auch in der EU an den Start gehen. Nutzer aus der Europäischen Union bekommen seit Freitag auf der Threads-Website einen Countdown zu sehen, der gegen Mittag Mitteleuropäischer Zeit auslaufen soll. Der Dienst ist eine Alternative zu Elon Musks Online-Plattform X.
Bei Fragen, Hinweisen oder Kritik schreiben Sie mir gern eine Mail an dertag@ntv.de. Damit wünsche ich Ihnen einen guten Start in den Tag!
Ihre Johanna Ohlau
Kind krank: Lauterbach will die telefonische Krankmeldung auch für Eltern
Seit Anfang Dezember ist eine telefonische Krankschreibung wieder möglich. Bei vielen Menschen dürfte die Erleichterung groß sein, sich nicht mehr krank in die Praxis schleppen zu müssen oder schlimmstenfalls zur Erkältung noch einen Magen-Darm-Infekt vom Sitznachbarn im Wartezimmer obendrauf zu bekommen. Jetzt kommt ein Aber, das Ihnen wie mir vielleicht auch nicht ganz klar war: Die Regelung gilt nicht für Eltern kranker Kinder. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD würde das gern ändern und bittet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in einem der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vorliegenden Brief, zeitnah eine entsprechende Vereinbarung zu treffen. Ob und wann die von Lauterbach angeregte Möglichkeit auch für Eltern beim Kinderkrankengeld kommen wird, ist noch offen. Wäre für viele Eltern sicherlich schön, wenn es nicht erst zu den Oster- oder Sommerferien klappt!
Doch nicht "Australiens schlimmste Serienmörderin" - Mutter kommt nach 20 Jahren frei
Die folgende Geschichte aus Australien, die leider keine fiktionale Erzählung ist, sondern Kathleen Folbigg tatsächlich so passiert ist, ist fast unglaublich: 20 Jahre saß die vierfache Mutter für den angeblichen Mord an mehreren ihrer Kinder hinter Gittern und das wohl unschuldig: Ein Gericht in Sydney hob das Urteil gegen die einst als "Australiens schlimmste Serienmörderin" bezeichnete Frau heute auf. Der Grund: Alle ihre vier Kinder starben im frühen Kindesalter. Erstickt von ihrer Mutter - das war vermeintlich geschehen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse hatten starke Zweifel an ihrer Schuld am Tod der Kinder aufkommen lassen. Stattdessen soll Gendefekte und Geburtsfehler für die frühen Tode aller vier Kinder verantwortlich sein. Das älteste Kind wurde 18 Monate alt. Was sagt man, wenn man nach so vielen Jahren zu Unrecht aus dem Gefängnis freikommt? "Fast ein Vierteljahrhundert lang war ich mit Unglaube und Feindseligkeit konfrontiert", sagte Folbigg. "Ich bin dankbar, dass neue Wissenschaft und Genetik mir Antworten darüber gegeben haben, wie meine Kinder gestorben sind".
Folbigg war 2003 wegen Mordes an drei ihrer Kindern sowie Totschlags an einem vierten Kind verurteilt worden. Forensische Beweise gab es damals nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte argumentiert, dass es äußerst unwahrscheinlich sei, dass vier Kinder plötzlich und ohne Erklärung gestorben seien. Unwahrscheinlich schon, aber eben doch möglich, wie dieser unglaubliche Fall nun zeigt.
Es bleibt nass und ungemütlich - bis zum Wochenende
"Vanja" macht sich endlich gen Osteuropa "vom Acker", aber leider zieht das Tief wettertechnisch die Stimmung auch heute noch ziemlich runter: Es geht oft stark bewölkt mit etwas Regen durch den Tag, in Hochlagen fällt teils Schnee. Nur im Nordwesten und Nordosten bleibt es meist trocken und vor allem in Vorpommern kann sich im Tagesverlauf auch die Sonne durchsetzen, sonst lockert es nur selten mal auf. Die Höchstwerte liegen bei 2 Grad in Nordfriesland bis 9 Grad am Oberrhein. Der Wind weht größtenteils schwach aus nördlichen bis westlichen Richtungen. Morgen macht sich dann noch ein Nordmeertief bei uns breit, sodass uns erst am Samstag und Sonntag Hoch "Fiona" vor allem im Süden Deutschlands sonniges Wetter beschert. Den Wetterwechsel zum Wochenende sollten Sie nutzen: Pünktlich zum Start der neuen Woche soll's nämlich wieder wechselhaft und stürmisch werden.