Dienstag, 20. Oktober 2020Der Tag

mit Janis Peitsch
Janis Peitsch
22:32 Uhr

Das war Dienstag, der 20. Oktober 2020

imago0098275791h.jpg

(Foto: imago images/Stefan Zeitz)

Liebe Leserinnen und Leser,

so langsam neigt sich der Tag dem Ende entgegen. Bevor auch ich mich in den Feierabend verabschiede, möchte ich Ihnen noch diese Artikel meiner Kollegen ans Herz legen:

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend und eine geruhsame Nacht - und bleiben Sie gesund.

22:17 Uhr

"Keep on Running" - Rockmusiker Spencer Davis ist tot

Mit Songs wie "Keep On Running" und "Somebody Help Me" feierte die Spencer Davis Group Erfolge. Nun ist der namensgebende Frontmann der Band im Alter von 81 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Manager Bob Birk.

136617627.jpg

Spencer Davis wurde 81 Jahre alt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Spencer Davis sei in der Klinik wegen einer Lungenentzündung behandelt worden. "Er war ein hochmoralischer, sehr talentierter, gutmütiger, extrem intelligenter, großzügiger Mann." Er hinterlasse seine Partnerin June und drei erwachsene Kinder.

Der 1939 in Wales geborene Davis hatte in den 60er Jahren die Spencer Davis Group gegründet. In den 70er Jahren zog der Musiker nach Kalifornien, nahm später Solo-Alben auf, arbeitete mit anderen Künstlern zusammen und tourte um die Welt.

21:21 Uhr

Islands Regierungschefin während Interview von Erdbeben überrascht

Schrecksekunde für Katrín Jakobsdótti: Während eines Live-Interviews mit der "Washington Post" unterbricht plötzlich ein Knall die isländische Regierungschefin und die Kamera fängt an zu wackeln.

"Oh mein Gott, das ist ein Erdbeben", sagte Jakobsdóttir sichtlich erschrocken. "Entschuldigung, aber es hat gerade ein Erdbeben gegeben. Wow!" Innerhalb weniger Sekunden hatte die Isländerin ihre Fassung aber wiedergefunden. "Nun ja, das ist eben Island", sagte sie.

Wie die Behörden bestätigten, erschütterte am Nachmittag ein Erdbeben die Insel. Nach ersten Schätzungen hatte es eine Stärke von etwa 5,6. Berichte über größere Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht. Wie das nationale Wetteramt mitteilte, befand sich das Epizentrum knapp sieben Kilometer westlich des Sees Kleifarvatn, der auf der Halbinsel südlich von Reykjavik liegt.

Der Vorfall ist in dem Video der "Washington Post" ab Minute 3:05 zu sehen.

20:23 Uhr

Politik-Experte masturbiert während Video-Konferenz

Jeffrey Toobin gilt als einer der profiliertesten Experten der US-Politik. Doch nun hat der Ruf des 60-Jährigen einen gehörigen Kratzer erhalten. Wie das Magazin "Vice" berichtet, hat der ehemalige US-Staatsanwalt während einer Zoom-Konferenz mit Mitarbeitern des Magazins "The New Yorker" masturbiert. Offenbar nahm Toobin fälschlicherweise an, dass seine Kamera und sein Mikrofon ausgeschaltet seien.

imago0088246977h.jpg

Toobin hat sich für den Vorfall entschuldigt.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Auf den Vorfall angesprochen gab der TV-Experte alles zu. Er habe "einen peinlichen und dummen Fehler gemacht", sagte Toobin. "Ich entschuldige mich bei meiner Frau, meiner Familie und meinen Kollegen."

Die Konsequenz: "The New Yorker" hat Toobin nun suspendiert. Beim Sender CNN bat der 60-Jährige selbst um eine Auszeit.

19:37 Uhr

Jugendlicher verirrt sich mit Spielzeugpistole in Bank

Da haben die Filialmitarbeiter sicherlich einen Schrecken bekommen: In Lübeck hat ein 17-Jähriger mit einer Spielzeugpistole eine Bank betreten. Zwar rief er, dass das kein Überfall sei und verließ das Gebäude sofort wieder - für Aufregung sorgte der Vorfall dennoch. Denn die Bankmitarbeiter verständigten die Polizei.

Kurze Zeit später nahmen Beamte den 17-Jährigen sowie einen 18-Jährigen fest, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Bei ihnen wurden zwei Spielzeugwaffen sichergestellt. Drei weitere Beteiligte meldeten sich kurze Zeit später bei der Polizei.

Die jungen Männer gaben an, sie hätten sich mit den Pistolen "beschossen". Dabei habe der 17-Jährige aus Versehen die Bankfiliale betreten, die er von außen nicht als solche erkannt habe.

Am Ende wurden die jungen Männer nach Feststellung ihrer Personalien wieder entlassen.

18:24 Uhr

Bären töten Arbeiter in Wildpark

Schlimmes Unglück in China: Ein Mitarbeiter des Tierparks in Shanghai ist von einer Gruppe Bären angegriffen und getötet worden. Wie unter anderem die BBC berichtet, ereignete sich der Vorfall am Wochenende.

Das Video eines Parkbesuchers, dass kurz nach dem Vorfall aufgezeichnet wurde, ging in den sozialen Netzwerken bereits viral. Zu sehen ist, wie Touristen in einem Bus aufgeregt durcheinander schreien, als sie den Ort des Unglücks passieren. Berichten zufolge soll der Park-Mitarbeiter den Bus verlassen und das offene Gehege betreten haben, in dem die Bären frei herumlaufen.

In einem Statement zeigte sich der Tierpark schockiert über den Angriff. Zudem entschuldigten sich die Verantwortlichen bei den Besuchern für die "Unannehmlichkeiten". Die Sicherheitsmaßnahmen sollen nun verstärkt werden. Einige Bereiche des Parks wurden vorübergehend geschlossen.

17:30 Uhr

Asbestos: Kanadische Stadt erhält neuen Namen

Zugegeben, Asbestos (Deutsch: Asbest) ist wirklich kein positiv besetzter Name für eine Stadt. Das dachten sich nun auch die Einwohner des Ortes, der rund 170 Kilometer östlich der kanadischen Metropole Montreal liegt.

Nach einem Referendum der Bevölkerung soll die Stadt nun in Val-des-Sources (Deutsch: Tal der Quellen) umbenannt werden. Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer der Befragung entschieden sich für den neuen Namen, wie Bürgermeister Hugues Grimard nun mitteilte.

Asbestos mit heute rund 7000 Einwohnern war ursprünglich benannt nach den Mineralen, die dort seit dem 19. Jahrhundert abgebaut wurden. Jahrzehntelang wurde hier ein Großteil des in der Welt verarbeiteten Asbests produziert, das mittlerweile in vielen Ländern wegen seiner Gesundheitsgefahren verboten ist.

2011 wurde die Mine geschlossen - seitdem ist die Stadt wirtschaftlich angeschlagen. Nach Ansicht der Ratsmitglieder führt der Name dazu, dass sich keine neuen Investoren in dem Ort niederlassen wollen.

Mehr dazu lesen Sie hier.
17:00 Uhr

Schlagzeilen zur Mittagspause

16:32 Uhr

Trump ruft Justizminister zu Ermittlungen gegen Biden auf

In zwei Wochen stehen in den USA die Präsidentschaftswahlen an. Laut Umfragen liegt Amtsinhaber Donald Trump derzeit hinter seinem Herausforderer Joe Biden. Doch Trump scheint nichts unversucht zu lassen, um den Top-Demokraten zu diskreditieren.

Nun hat er Justizminister Bill Barr zu Korruptionsermittlungen gegen die Familie Biden aufgerufen. "Wir müssen den Justizminister dazu bringen zu handeln", sagte Trump dem Sender Fox News. Auf die Frage nach einem möglichen Sonderermittler antwortete Trump: "Er muss jemanden ernennen. Es handelt sich um erhebliche Korruption, und das muss vor der Wahl bekannt sein."

*Datenschutz

Trump erhebt seit langem und ohne Beweise Korruptionsvorwürfe gegen Biden und dessen Sohn Hunter. Die "New York Post" brachte in den vergangenen Tagen in mehreren Artikeln Joe Biden mit früheren Geschäften seines Sohnes Hunter in der Ukraine und in China in Verbindung. Das Blatt veröffentlichte E-Mails, die belegen sollten, dass Hunter Biden damals versucht habe, Profit aus dem Amt seines Vaters als Vizepräsident unter Barack Obama zu schlagen. Die Echtheit der Mails ist allerdings nicht bestätigt.

Mehr dazu lesen Sie hier.
15:44 Uhr

Crash mit Polizeiwagen: Fünf Verletzte bei Unfall im Ruhrgebiet

Bei der Verfolgung eines verdächtigen Rollers ist in Recklinghausen ein Polizeiwagen mit dem Auto einer Frau kollidiert.

Wie die Beamten mitteilten, war der Kleinbus der Polizei mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs, als es an einer Kreuzung zum Zusammenstoß kam. Die 37 Jahre alte Autofahrerin, ihre sechsjährige Tochter und drei Polizisten im Alter kamen verletzt in Krankenhäuser. Der Sachschaden wird auf 35 500 Euro geschätzt.

Der Rollerfahrer konnte unerkannt flüchten.

14:53 Uhr

Vermisste Wanderin nach zwei Wochen in Nationalpark gefunden

Vor zwölf Tagen wurde eine Wanderin im US-Bundesstaat Utah als vermisst gemeldet. Nun das Happy End: Rettungskräfte fanden die 38-Jährige lebend mit einer Kopfverletzung in der Nähe eines Flussbettes im Nationalpark Zion.

Die Tochter der Vermissten berichtete dem Sender CNN, ihre Mutter habe sich an einem Baum gestoßen und daraufhin die Orientierung verloren. "Sie konnte nicht mehr als einen oder zwei Schritte gehen, ohne zusammenzubrechen."

Die 38-Jährige sei so dehydriert gewesen, "dass sie ihren Mund nicht öffnen konnte". Auch Lebensmittel habe sie nicht bei sich getragen. Mittlerweile sei sie zwar noch schwach, könne aber bereits wieder Nahrung aufnehmen und sei auf dem Wege der Besserung.

Mehr dazu lesen Sie hier.
14:36 Uhr

Schichtwechsel

imago0102686297h.jpg

(Foto: imago images/Dirk Sattler)

Liebe Leserinnen und Leser,

meine Kollegin Johanna Ohlau verabschiedet sich in den Feierabend. Mein Name ist Janis Peitsch. Bis zum Abend halte ich für Sie in der Redaktion die Stellung. Bei Fragen, Anregungen oder Kritik - gerne eine Mail an janis.peitsch[at]nama.de.

Los geht's!

14:00 Uhr

Pfarrer zu Seenotrettung: "Migranten ertrinken lassen"

Ein Christ kann Migranten ertrinken lassen - der Beitrag eines bayerischen Pfarrers zur Seenotrettung in einem Kirchenblatt schlägt hohe Wellen. Für seine Ausführungen erntet Pfarrer Matthias Dreher von der evangelischen Melanchthonkirche Nürnberg heftigen Widerspruch auch von Bayerns Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Die Kirchenleitung wolle Dreher nun zu einem Gespräch treffen, sagte ein Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Zuvor hatten die "Nürnberger Nachrichten" über den Beitrag Drehers im Korrespondenzblatt des Pfarrer- und Pfarrinnenvereins berichtet. Darin argumentiert Dreher, dass die Flüchtlinge bewusst ihr Leben riskierten, um sich den Wunsch nach einem besseren Leben zu erfüllen. Das verpflichte Christen aber nicht "ethisch zu entsprechender Erfüllungshilfe". Landesbischof Bedford-Strohm widerspricht dem vehement. "Sein Argument fußt auf der Behauptung, die Seenotretter seien der Grund dafür, dass Menschen die Überfahrt über das Mittelmeer riskierten. Diese Behauptung ist widerlegt", betonte er. Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen, sei unverantwortlich.

13:47 Uhr

Deutsche nutzen elektronischen Personalausweis kaum

Seit zehn Jahren gibt es den elektronischen Personalausweis - bei den meisten Bundesbürgern spielt er im Alltag jedoch keine Rolle. Das geht aus der Studie "eGovernment Monitor 2020" der Initiative D21 und der TU München hervor. 76 Prozent der Befragten besitzen den Personalausweis im Scheckkartenformat, aber nur 24 Prozent der Befragten haben die Online-Funktion aktiviert. Praktische Erfahrungen mit dem "ePerso" hat kaum jemand. Nur sechs Prozent haben laut der Umfrage die Online-Ausweisfunktion bereits genutzt. In der Anfangsphase hatte die Akzeptanz des elektronischen Personalausweises darunter gelitten, dass man für die Benutzung spezielle Lesegeräte benötigte. Inzwischen hat das Smartphone das klassische Lesegerät als häufigste Schnittstelle abgelöst, Fortschritte bei der Nutzung blieben aber aus - auch weil sinnvolle Anwendungen in der Verwaltung und der Wirtschaft noch kaum vorhanden sind.

13:08 Uhr

Liegen für die Forschung: DLR und Nasa suchen Freiwillige für Bettruhe-Studie

85083416.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Würden Sie Ihren Körper der Forschung zur Verfügung stellen? Bei diesem Experiment vielleicht schon. Alles, was Sie brauchen, ist 59 Tage Zeit und die Fähigkeit, sehr gut herumliegen zu können: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln sucht Teilnehmer für eine Bettruhe-Studie in Zusammenarbeit mit der US-Weltraumbehörde Nasa. Ziel ist die Erforschung von Gesundheitsaspekten bei künftigen Missionen zum Mond und zum Mars, wie das DLR mitteilt. Für zwei Studienkampagnen in 2020 werden demnach Männer und Frauen zwischen 24 und 55 Jahren gesucht.

Es gibt allerdings ein paar Haken: Zum einen werden die Probanden in Einzelzimmern ins Bett gelegt, um die Effekte der Schwerelosigkeit auf den Körper hervorzurufen und dafür die Betten um sechs Grad zum Kopf hin geneigt. Zum anderen ist aufstehen verboten: Für 30 Tage bleiben die Probanden liegen und absolvieren so auf ihrer ganz speziellen Bett-Mission jede Menge Experimente und natürlich alle Alltagsgeschäfte wie Essen, Duschen, Arbeiten, Chatten, Internetsurfen - und wohl auch das "kleine und große Geschäft"? Davon steht in der Pressemitteilung nichts, aber dafür etwas von einer saftigen Aufwandsentschädigung: 11.000 Euro für alle, die die 59 Tage durchhalten.

12:33 Uhr

Brauerei belohnt Gäste mit Freibier für korrekte Kontaktdaten

Ein Tweet über eine Belohnung der besonderen Art hat im Netz erneut die Debatte um Kontaktdaten angestoßen: Eine Brauerei in Baden-Württemberg spendiert jedem Gast, der die korrekte Adresse angibt, ein Freibier - und zwar per Postkarte. Das Prinzip ist also einfach, aber sehr effektiv: Wer nicht die richtigen Daten angibt, bekommt eben keinen Gutschein. Die Reaktionen auf Twitter sind überwiegend positiv auf die Aktion der kleinen Brauerei - bei welchem Deutschen löst ein Gutschein für ein Freigetränk auch keine Freude aus?

12:09 Uhr

Wegen Mordes verurteilt - U-Boot-Bauer Madsen versucht aus Gefängnis zu fliehen

imago0080359129h.jpg

(Foto: imago images/Ritzau Scanpix)

Er wurde des Mordes an der Journalistin Kim Wall schuldig gesprochen, nun versuchte U-Boot-Bauer Peter Madsen offenbar aus dem Gefängnis auszubrechen. Wie die dänische Zeitung "Ekstra Bladet" berichtet, hat Madsen versucht, aus dem Gefängnis im dänischen Albertslund zu fliehen. Polizeibeamte sollen ihn demnach gestellt haben, berichtet das Blatt und zeigt ein Video, in dem ein Mann auf dem Boden sitzt mit einer Art Gürtel um den Bauch. In direkter Nähe liegen zwei Polizisten auf dem Boden und beobachten ihn. Gegen Mittag teilte die dänische Polizei dann auf Twitter mit, dass ein Mann nach einem Fluchtversuch festgenommen wurde.

Mehr dazu lesen Sie hier.
12:03 Uhr

Schlagzeilen zum Mittag

11:32 Uhr
Breaking News

Studie zu Rassismus in Polizei kommt doch

Nach monatelangem Streit gibt Bundesinnenminister Horst Seehofer seinen Widerstand gegen eine Studie zu Rassismus in der Polizei auf. Aus Regierungskreisen hieß es, der CSU-Politiker bestehe aber darauf, gleichzeitig auch Schwierigkeiten im Alltag der Sicherheitsbeamten zu untersuchen.

Mehr dazu lesen Sie hier.
11:15 Uhr

Altkanzler Schröder liefert harte Hagebutten-Fakten in Wohnzimmer-Video

Was macht eigentlich Gerhard Schröder? Bestens über das Leben des Altkanzlers informiert seine Ehefrau Soyeon Schröder-Kim auf Instagram. Und ihr "Yopsigi" (auf Koreanisch sowas wie "Mensch bei mir") ist offenbar nicht nur ein Freund der Pflanzen und ärmellosen Westen, wie wir aus früheren Posts schon wissen, sondern auch ein Hagebutten-Fan. In einem - neudeutsch gesagt etwas "cringen" - Video erklärt er seiner Gattin, die ihm Fragen stellt, dass man daraus etwa Tee machen kann - und das darin enthaltene Pulver für Streiche zu Schulzeiten zum Einsatz kam. "Das haben wir immer den Mädchen in den Nacken gestreut", erzählt Schröder. Die Liebe zu der Pflanze ist offenbar nicht ungefährlich: "Sie haben Dornen, die weit gefährlicher sind als die von Rosen", warnt Schröder seine Ehefrau.

Während Fans auf Instagram bekanntlich wohlwollender sind, erntet der Altkanzler auf Twitter ganz andere Reaktionen und dabei vor allem viel Spott - aber sehen und lesen Sie besser selbst:

10:42 Uhr

Streit um Rassismus-Studie - Innenministerium plant Polizeialltags-Untersuchung

In den Streit um eine Studie über Rassismus bei der Polizei ist Bewegung gekommen: Es zeichnet sich eine Lösung in Form einer Polizeialltags-Untersuchung ab, wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf den nordrhein-westfälischen Innenminister Herbert Reul berichtet. Nach Einschätzung des CDU-Politikers laufe die Diskussion innerhalb der Union auf eine aus drei unterschiedlichen Studien bestehende Lösung hinaus. "Es wäre total verkehrt, wenn dieses wichtige Thema in parteipolitischem Gezänk zerrieben würde", sagte Reul. Er appellierte an die SPD-Innenminister, diesen Weg mitzugehen.

Danach soll es eine von Bundesinnenminister Horst Seehofer von der CSU entwickelte gesonderte Analyse der Erkenntnisse aus dem Lagebericht des Verfassungsschutzes über Rechtsextremismus in den Sicherheitsbehörden geben. Dieser Bericht soll dann auf den gesamten öffentlichen Dienst ausgeweitet werden. Daneben werde eine umfassende Untersuchung zu Rassismus in allen gesellschaftlichen Bereichen in Auftrag gegeben, ohne dies auf Berufsgruppen zu beschränken. Schließlich solle eine Studie hinzukommen, die der Motivationslage von Polizeianwärtern nachgeht, den Alltag der Polizei und die Gewalt gegen die Polizei beleuchtet.

10:06 Uhr

Frankreich will ermordeten Lehrer Samuel Paty posthum ehren

22d42e8ebd8444c4a201e1dfbe966576.jpg

(Foto: AP)

Die Enthauptung eines Geschichtslehrers hat Frankreich geschockt. Der von einem mutmaßlichen Islamisten ermordete Geschichtslehrer Samuel Paty soll mit der höchsten nationalen Auszeichnung Frankreichs geehrt werden. Er solle posthum mit dem Orden der Ehrenlegion (Legion d'Honneur) ausgezeichnet und so seiner gedacht werden, sagte Bildungsminister Jean-Michel Blanquer dem TV Sender BFM. Morgen wird die Gedenkfeier in Paris in der Sorbonne-Universität stattfinden. Der tatverdächtigte 18-Jährige mit tschetschenischen Wurzeln wurde von der Polizei erschossen. Nach Stand der Ermittlungen wurde Paty getötet, weil er in einer Unterrichtsstunde zum Recht auf Meinungsfreiheit vor 13-jährigen Schülern Mohammed-Karikaturen verwendet hatte.

Mehr dazu lesen Sie hier.
09:36 Uhr

Disney versieht Filmklassiker mit weiteren Rassismus-Warnungen

Disney-Held Peter Pan legt Schmuck von indigenen Völkern an und im Film "Aristocats" erscheint eine schielende, ostasiatisch aussehende Katze - das US-Medienunternehmen Disney versieht auf seiner Streamingplattform Disney+ problematische Szenen in Filmklassikern mit zusätzlichen Rassismus-Warnungen. Bevor Zuschauer die Filme anschauen können, wird ihnen ein Text angezeigt, der sie auf die herabwürdigende Darstellung von Minderheiten aufmerksam macht. Die Stereotype in Disney-Filmen "waren damals falsch und sind es auch heute noch", heißt es in den neuen Einblendungen. Zuschauer können die Hinweise nicht überspringen. Bereits in der Vergangenheit hatte Disney auf "veraltete kulturelle Darstellungen" in seinen Filmen hingewiesen.

09:00 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:36 Uhr

Wehrbeauftragte Högl spricht sich für bewaffnete Drohnen aus

133584810.jpg

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, hat sich klar für die Bewaffnung der neuen Bundeswehr-Drohnen ausgesprochen. "Ich hoffe sehr, dass noch in dieser Legislaturperiode über die Anschaffung entschieden wird", sagte die SPD-Politikerin dem ARD-Hauptstadtstudio. "Der Koalitionsvertrag ist klar, die Diskussion hat stattgefunden, die Rahmenbedingungen sind klar. Ich halte das für entscheidungsreif." Nach jahrelangen Diskussionen hatten sich Union und SPD zuletzt entschieden, das Projekt voranzubringen.

08:20 Uhr

Mehr als 900 Häftlinge aus Gefängnis im Kongo entkommen

Bei einem Angriff auf ein Gefängnis im Kongo sind den Behörden zufolge mehr als 900 Häftlinge entkommen. Die Angreifer hätten heute am frühen Morgen Schweißgeräte mitgebracht, um die Türen der Haftanstalt in Beni aufzubrechen, sagte der Bürgermeister der Stadt im Osten des Landes, Modeste Bakwanamaha. Rund 110 Häftlinge seien zurückgeblieben, der Rest sei entkommen. Der Bürgermeister rief die Bewohner von Beni auf, die Gefangenen nicht zu schützen. Die Hintergründe des Angriffs sind bislang unklar. Der Osten Kongos ist seit Jahren instabil, da in der Region etliche Milizen aktiv sind, denen es meist um die Kontrolle der Bodenschätze geht.

08:02 Uhr

Rackete: Blockade von Flüchtlingsaufnahme "unmenschlich"

8058e2162619db963d86e54146ac39b2.jpg

(Foto: imago images/Political-Moments)

Die Kapitänin Carola Rackete hat die schnelle Aufnahme von Flüchtlingen aus griechischen Lagern gefordert. "Über 100 Städte haben sich bereit erklärt, Menschen aufzunehmen", sagte die Menschenrechtsaktivistin vor einem für heute geplanten Video-Gespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Kommunalpolitikern aus ganz Deutschland. "Es ist mir absolut unverständlich, dass der Bundesinnenminister, Herr Seehofer, das absolut blockiert", sagte Rackete. "Es ist eine Sache, nicht zu helfen. Aber jemand anderem, der helfen möchte, die Hilfe auch noch zu verwehren, das ist unmenschlich."

07:46 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser!

Wussten Sie, dass in Deutschland etwa 41 Millionen Frauen leben und damit zwei Millionen mehr als Männer? Dass es ungefähr 9,3 Millionen Haustierbesitzer gibt? Mit knapp 80 Millionen fast so viele Menschen weltweit auf der Flucht sind wie in ganz Deutschland leben? Und Menschen zwischen 25 und 34 Jahren gerade am meisten "Hamsterkäufe" machen? Das alles wissen wir, weil darüber Befragungen gemacht und Statistiken geführt werden. Auf die Bedeutung macht der Weltstatistiktag am 20. Oktober aufmerksam.

Das steht heute noch an:

  • Verdi ruft weiter zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf - heute unter anderem in Hamburg und Berlin. So will die Gewerkschaft ihren Tarifforderungen Nachdruck verleihen, die morgen und am Donnerstag fortgesetzt werden.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt heute den irakischen Regierungschef Mustafa Al-Kadhemi.
  • Heute wird der Prozess um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke fortgesetzt.
  • Prozessbeginn nach tödlicher Attacke auf Feuerwehrmann in Augsburg: Drei junge Männer müssen sich ab heute für den tödlichen Streit am Nikolaustag 2019 vor Gericht verantworten.
  • Wie sicher sind IT-Systeme in Deutschland und welche Rolle soll Huawei beim Aufbau des superschnellen 5G-Datenfunks in Deutschland spielen? Um diese Fragen dürfte es in Berlin gehen, wenn der jährliche Lagebericht des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vorgelegt wird.

Für Fußballfans ist heute auch ein freudiger Tag: Die Champions League beginnt, und da stehen Borussia Dortmund mit Lazio Rom und RB Leipzig mit Istanbul Basaksehir sehr starke Gegner in der Königsklasse gegenüber (Beginn jeweils um 21 Uhr).

Ich versorge Sie heute mit allen wichtigen Nachrichten und Wissenswertem in "Der Tag". Mein Name ist Johanna Ohlau und ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Dienstag. Bei Fragen, Anregungen oder Kritik - gerne eine Mail an johanna.ohlau[at]nama.de.

07:28 Uhr

Seniorin auf Toilette gefilmt - Pflege-Praktikant vor Gericht

Ein Praktikant in der Krankenpflege soll in Düsseldorf eine betagte Seniorin in entwürdigender Weise auf der Toilette gefilmt und das Video im Internet veröffentlicht haben. Dafür muss sich der 20-jährige Düsseldorfer jetzt vor dem Amtsgericht verantworten. Er ist wegen "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen" angeklagt. Anfang dieses Jahres soll er während des Praktikums an einer Klinik das Video selbst aufgenommen und bei Twitter hochgeladen haben.

Wegen eines ähnlichen Vorfalls waren Pfleger, die am Klinikum Aachen hilflose Patienten in der Notaufnahme entwürdigend fotografiert hatten, Anfang 2016 zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt worden. Ihre Jobs hatten sie auch verloren.

06:49 Uhr

Heute steigen die Temperaturen auf bis zu 20 Grad

Heute scheint in der Südosthälfte trotz durchziehender Schleierwolken meist längere Zeit die Sonne. Stellenweise, besonders an der Donau und ihren Nebenflüssen, kann sich am Vormittag aber noch zäher Nebel halten. Im Westen und Nordwesten breiten sich ab Mittag dichte Wolken mit Regen aus. Auf den Bergen und in der Nordhälfte lebt zudem der Wind stark böig auf. Die Temperaturen erreichen um 12 Grad an der Ostsee bis 20 Grad im Breisgau.

06:37 Uhr

US-Schauspieler Jeff Bridges hat Krebs

9318610e95d2274d632913c746295dff.jpg

(Foto: dpa)

Der US-Filmstar Jeff Bridges hat Lymphdrüsenkrebs. "Obwohl es eine schwere Krankheit ist, bin ich glücklich, dass ich ein tolles Ärzteteam habe und die Prognose gut ist", schrieb der 70-Jährige bei Twitter. "Ich beginne mit der Behandlung und halte euch auf dem Laufenden." Bridges wurde vor allem für seine Rolle als "Der Dude" im Kultklassiker "The Big Lebowski" bekannt.

In einem anschließenden Tweet dankte Bridges für Unterstützungsbotschaften und schrieb mit Blick auf die US-Präsidentschaftswahl in wenigen Wochen: "Solange ich euch noch habe, denkt bitte daran, wählen zu gehen. Denn wir stecken da gemeinsam drin."


Mehr dazu lesen Sie hier.
06:22 Uhr

Ministerium prüft Konzept für Weltraumbahnhof in der Nordsee

Von der Nordsee aus in den Weltraum: Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) könnte schon in etwas mehr als einem Jahr erstmals eine kleine leichte Trägerrakete von einer mobilen Startplattform in den Weltraum geschossen werden. "Das ist keine Frage der technischen Machbarkeit. Wenn die Politik das 'Go' gibt, könnte der erste Start Ende 2021 erfolgen", sagte Matthias Wachter, Abteilungsleiter für Sicherheit, Rohstoffe und Raumfahrt beim BDI. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft derzeit ein vom BDI vorgelegtes Konzept für eine Startplattform für die sogenannten Microlauncher-Raketen. Präferiertes Modell wäre ein umgebautes Spezialschiff. Als Basis- und Logistikhafen für den "offshore-Weltraumbahnhof" in der Nordsee ist Bremerhaven im Gespräch.

Mehr dazu lesen Sie hier.