Tot in Entzugsklinik gefundenCindy Crawford trauert um ihren Sohn

Presley Gerber stand schon als Teenager für große Modehäuser auf dem Laufsteg und trat damit in die Fußstapfen seiner Mutter Cindy Crawford. Er sprach später offen über psychische Probleme und seine Sucht. Seine Familie bittet nach seinem Tod um Privatsphäre.
Presley Gerber ist tot. Der Sohn von Supermodel Cindy Crawford und Geschäftsmann Rande Gerber starb am 20. September im Alter von 27 Jahren in einer Entzugsklinik. Das geht aus Unterlagen des Gerichtsmedizinischen Instituts von Los Angeles hervor, die das US-Magazin "People" einsehen konnte.
Die Familie äußert sich bislang nur knapp. "Die Familie bittet in dieser sehr schwierigen und schmerzhaften Zeit um Privatsphäre", ließ ein Sprecher von Crawford, Rande Gerber und Presleys Schwester Kaia Gerber mitteilen. Zur Todesursache gibt es noch keine Angaben. Die Autopsie stehe noch aus, berichtet "TMZ".
Presley Gerber kam 1999 in Beverly Hills zur Welt und stand früh vor der Kamera. Mit 15 Jahren nahm ihn die Agentur IMG Models unter Vertrag. Zwei Jahre später sorgten er und seine damals 14-jährige Schwester Kaia in der Modebranche für Furore. Presley debütierte bei einer Moschino-Show in Los Angeles auf dem Laufsteg, lief in Mailand für Dolce & Gabbana und ergatterte eine Kampagne für Calvin Klein.
Von Starallüren war dabei wenig zu spüren. Bei seinen ersten Schauen habe er nur einen einzigen Gedanken gehabt, verriet er 2016 dem "W Magazine": "Nicht hinfallen. Ich dachte nur: Bitte nicht stolpern, schaff es einfach bis zum Ende." Zwei Jahre später erzählte er "People", die Arbeit an der Seite seiner Schwester mache das Modeln "viel weniger einsam". Aufs College wollte er trotz guter Noten verzichten. "Ich habe jetzt so viel Spaß, da gilt: Was nicht kaputt ist, muss man nicht reparieren."
Hinter der glänzenden Fassade lief es allerdings längst nicht rund. 2019 wurde Gerber wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss angeklagt. Ein Jahr später ließ er sich den Schriftzug "MISUNDERSTOOD" ins Gesicht tätowieren, den er offenbar 2021 wieder entfernen ließ.
Psychische Gesundheit "ein 24-Stunden-Job"
Statt zu schweigen, machte er seine Probleme öffentlich. "Da ich selbst mit psychischen Problemen, Depressionen und einigen damit verbundenen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, denke ich, dass es schon reicht, wenn ich nur einer oder hundert Personen helfe", sagte er im "Studio 22"-Podcast. Psychische Gesundheit sei für ihn "ein 24-Stunden-Job". Und weiter: "Ich hoffe, dass ich die Fehler für andere gemacht habe, damit sie nicht dieselben Fehler machen müssen wie ich."
Auf Instagram startete er die Videoreihe "Mental Health Mondays", in der er unter anderem über sein Leben in Recovery-Gruppen sprach. In einem inzwischen gelöschten Clip vom Dezember 2025 berichtete er von mehreren Medikamenten, die er gegen Panikattacken einnahm. "Leider habe ich in letzter Zeit viele Verluste in ganz unterschiedlicher Form erlebt", sagte er darin. "Das ist keine Ausrede, aber es ist der Grund, warum ich jetzt da bin, wo ich bin."
Wie sehr die Situation die ganze Familie prägte, schilderte Kaia Gerber erst vor wenigen Wochen in der September-Ausgabe der "Vogue". "Wenn so etwas in einer Familie passiert, stellt es alle auf dieselbe Stufe", sagte die 25-Jährige. Sie habe ihre eigenen Bedürfnisse zurückgestellt und sich selbst als "die Unkomplizierte" gesehen, weil zwei hilfsbedürftige Kinder einfach zu viel gewesen wären.
Presleys Offenheit empfand sie als befreiend. Ihre Eltern seien lange "sehr, sehr zurückhaltend" gewesen. "Und jetzt haben wir diesen absoluten Lehrer, meinen Bruder, der sagt: Ich werde für alle sehr menschlich sein." Man könne vor der Welt nur begrenzt etwas verbergen. "Und wenn man versucht, einen Deckel auf etwas zu setzen, fühlt sich der Mensch nur so, als würde man sich für ihn schämen."