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Vip, Vip, Hurra! Die neue Kanzlergattin ist schon in der Kritik

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Ein Paar auf Augenhöhe: Britta Ernst und ihr Mann Olaf Scholz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Spitzenpolitikerin, die jetzt die neue Kanzlergattin ist und nach ihrem Modestil beurteilt wird, ein Schauspieler, der seine Filmgagen spenden will und ein Oscarpreisträger, dessen Skripte zu den besten der Welt zählen - hier kommt der Überblick über die Woche der Stars.

"Ich glaube, dass ich ein ganz anderer Mensch wäre, wenn ich nicht mit Britta Ernst verheiratet wäre", sagte Olaf Scholz mal über seine Frau, mit der er inzwischen 23 Jahre verheiratet ist. Wer meint, das Interesse am Privatleben von Politkern und Politikerinnen sei längst nicht so enorm wie bei Filmstars oder Sängern, irrt. Natürlich sind Politiker auch nur Menschen, aber weil wir sie meist eher als unnahbar und primär aus beruflicher Perspektive wahrnehmen, ist das Interesse umso größer, zu erfahren, wie sie eigentlich so privat ticken - dann, wenn sie nicht regieren oder Reden im Bundestag halten. Und natürlich sind Parteikollegen alles andere als amused, wenn einer ganz besonders aus der Reihe tanzt und gleich eine ganze Homestory für die Illustrierten macht.

Meist versuchen Politiker, das ist vollkommen verständlich, ihr Privatleben weitestgehend geheim zu halten. Dem ehemaligen Gesundheitsminister hat es gewiss ganz und gar nicht gefallen, als die Öffentlichkeit erfuhr, dass er und sein Lebenspartner eine Millionen-Villa gekauft haben, genauso wenig wie Angela Merkel, als Fotos in der Presse auftauchten, die sie und ihren Gatten Joachim Sauer beim Wandern im Urlaub oder mit Basecap im Skilift zeigten.

Kein Mensch mag Schlagzeilen aus dem Privatleben, aus denen sich irgendwelche ominösen Schlussfolgerungen auf den Job ableiten lassen. Nun, zum ersten Mal nach 16 Jahren, hat Deutschland wieder eine Kanzlergattin. Britta Ernst ist nicht nur die Frau an der Seite des neuen Bundeskanzlers, sie ist auch Bildungsministerin in Brandenburg und somit ebenfalls eine Spitzenpolitikerin. Verständlich, dass sie nun in den Fokus der Öffentlichkeit rückt und sich, und das ist leider sehr schade, sofort Vergleiche mit anderen Ehefrauen von Spitzenpolitikern gefallen lassen muss - als gäbe es eine Etikette, wie genau die Frau an der Seite eines Staatsmannes denn nun auszusehen habe.

Die Rolle der First Lady in den Medien

Michelle Obama, so das Klischee, fiel durch ihr sicheres Händchen für Mode auf, Donald Trumps Gattin Melania durch ihre extravaganten Roben. Und Carla Bruni, Ehefrau des französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy, gilt als ewiges Model, obschon sie - zumindest in ihrem Land - auf eine erfolgreiche Karriere als Musikerin blicken kann. Nun heißt es dieser Tage direkt wieder: Britta Ernst, die bei der Vereidigung ihres Olafs als erster Mann im Staat anwesend war, habe dabei ein eher unauffälliges Outfit getragen.

Es fehle ihr, anders als den berühmten First Ladys und Ehefrauen, noch etwas an Glamour. Hätte sie im Bundestag im Ballkleid und mit Federboa erscheinen sollen? Derlei Klamotten-Kritteleien sind anmaßend, reduzieren sie eine Frau auf ihr Äußeres, frei nach dem Motto: Wichtig ist nicht, was sie sagt, sondern was sie trägt.

Hier wird das angestaubte Bild bedient, eine Frau sei an der Seite ihres Mannes optisches Beiwerk und mache entweder durch ein schönes Kleid oder ihre Kochkünste von sich reden. Fakt ist: Die neue Kanzlergattin rockt. Sie hat eine eigene Karriere, ist eine starke Frau und mit ihrem Gatten, Olaf Scholz auf Augenhöhe.

Apropos Politiker: Kennen Sie den Film: "Frost/Nixon" aus dem Jahre 2008? Darin spielt Michael Sheen einen britischen Talkmaster, dessen Interview im Jahre 1977 - mit dem durch die Watergate-Affäre zurückgetretenen ehemaligen US-Präsident Nixon - Fernseh-Geschichte schreiben sollte. In dieser Woche wurde bekannt, dass der walisische Schauspieler Sheen künftig nur noch "Not for Profit "-Filme drehen werde. Statt mit seinen künftigen Gagen ein ausschweifendes Hollywood-Leben zu führen, möchte der 52-Jährige das Geld lieber in gemeinnützige Projekte stecken. "Ich habe mich im Wesentlichen in ein soziales Unternehmen verwandelt, in einen gemeinnützigen Schauspieler", so der Ex-Mann von Kate Beckinsale, der mit seiner neuen Frau kürzlich noch einmal Vater geworden ist.

Es bis ganz nach oben schaffen - vor allem in Hollywood: Das ist der Traum vieler, die im Filmgeschäft tätig sind. Einer, dem das quasi aus dem Stegreif gelang, ist der Regisseur und Oscarpreisträger Florian Henckel von Donnersmarck. Der heute 48-Jährige wurde im Jahre 2007 mit seinem Stasi-Drama "Das Leben der anderen" auf einen Schlag weltberühmt. Von Donnersmarck hatte seinerzeit nicht nur Regie geführt, sondern auch das Drehbuch für den Film geschrieben. In dieser Woche wurde bekannt: Es ist eines der großartigsten Skripte überhaupt und zählt zu den besten Drehbüchern dieses Jahrhunderts.

Mirco Nontschew brauchte keinen Schlüssel

Auch er zählte zu den Besten und Großartigsten: der Komiker Mirco Nontschew. Eben noch feierte er sein Comeback in der Comedy-Serie "LOL", kurz darauf reißt sein plötzlicher Tod eine riesige Lücke in unsere Mitte. Nach der Obduktion ist klar: Er starb eines natürlichen Todes. Das jedoch mit gerade mal 52 Jahren. Die Fassungslosigkeit von Kollegen, Fans und Wegbegleitern, die um ihn trauern, dürfte dies kaum schmälern.

Nontschew ist niemand gewesen, den man mit anderen Komikern vergleichen kann. So sagte etwa Fernsehproduzent Otto Steiner dieser Tage: "Mirco war der deutsche Mr. Bean." Mirco war einfach Mirco, ein Mann, der nicht einmal einen Gag machen musste, um das Publikum von den Stühlen zu reißen, einer, der sich schweigend auf die Bühne stellen konnte und sein Gesicht für sich sprechen ließ.

Er benötigte nur ganz wenig, und erreichte damit gleichzeitig alles. "Wo ein Schlüssel ist, ist auch ein Weg", sagte er in seiner Rolle als Mike in "Otto's Eleven" aus dem Jahre 2010. Er selbst brauchte keinen, er fand den Weg auch so - direkt rein in die Herzen seiner Fans. Es begann in einer "Samstag Nacht", im Winter 1993. Und auch wenn das Leben dieses unverwechselbaren Komikers 2021 endete, Mircos Mimik-Spiel, das er beherrschte wie kein anderer, wird bleiben.

Quelle: ntv.de

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