Unterhaltung

Ross Davidson droht GefängnisEx-Spandau-Ballet-Sänger wegen Vergewaltigung verurteilt

29.01.2026, 08:56 Uhr
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Wenn er nicht das bekommt, was er seiner Meinung nach verdient, greift Ross Davidson laut Anklage zu "Vergewaltigung und sexueller Nötigung". (Foto: Dave J Hogan/Getty Images)

Die Vorwürfe gegen Ross Davidson wiegen schwer. Der britische Sänger lernt zwei Frauen über die Dating-App Tinder kennen und vergeht sich laut Anklage an ihnen. Er bestreitet das, doch die Geschworenen eines Gerichts in London sehen das anders. Während des Prozesses kommt Erschreckendes zutage.

Ein Gericht in London hat den ehemaligen Frontmann der britischen Band Spandau Ballet, Ross Davidson, wegen Vergewaltigung einer Frau und versuchter Vergewaltigung einer weiteren Frau für schuldig befunden. Die Geschworenen am Wood Green Crown Court bestätigten nach mehr als elf Stunden Beratung alle Anklagepunkte gegen den 37-jährigen Sänger. Ihm droht überstimmenden Medienberichten zufolge nun eine Gefängnisstrafe.

Ross Davidson trat unter dem Künstlernamen Ross Wild auf, spielte die Hauptrolle in dem Queen-Musical "We Will Rock You" und war 2018 Sänger der 1980er-Jahre-Band Spandau Ballet. Der 37-Jährige aus Finchley im Norden Londons hatte im März 2015 den Vorwurf der Vergewaltigung einer Frau in London zurückgewiesen. Er bestritt außerdem laut der britischen Boulevard-Zeitung "Daily Mail" einen versuchten sexuellen Übergriff auf eine andere Frau in Thailand im Dezember 2019.

Nach den Verurteilungen bezeichnete die Kriminalbeamtin Kamila Kedadrova von der Metropolitan Police den in Aberdeen geborenen Sänger als "einen Serientäter, der feige und opportunistische Angriffe gegen seine Opfer verübte", berichtet die BBC. Während des Prozesses sagte Staatsanwalt Richard Hearnden, Davidson sei "ein bisschen als Sexsymbol" angesehen worden, aber die beiden Frauen hätten dann festgestellt, dass er "eine viel dunklere Seite hatte, die sie zumindest anfangs nicht bemerkt hatten", wie es in dem Bericht weiter heißt. Davidson hatte beide Frauen über die Dating-App Tinder kennengelernt und behauptete, dass alle sexuellen Aktivitäten, an denen er beteiligt war, einvernehmlich gewesen seien.

Das Vergewaltigungsopfer sagte vor Gericht aus, sie sei aufgewacht und habe Davidson dabei beobachtet, wie er sie in seinem Bett in seiner Londoner Wohnung missbrauchte. Sie habe sich "hilflos" gefühlt und "Angst gehabt, zu reagieren". Sie sagte auch, Davidson habe ihr gegenüber geäußert, er sei an der Idee von Sex mit "einer hilflosen Person, jemandem, der sich nicht bewegt", interessiert.

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Ross Wild (2. v. r.) hinter der Bühne bei einem Auftritt mit der Band Spandau Ballett im Jahr 2018. (Foto: Dave J Hogan/Getty Images)

Davidson bezeichnete sich selbst laut "Daily Mail" als "sexpositiv" und erklärte, dass der Begriff für ihn bedeute, einen "offenen Dialog" zu führen und "aufgeschlossen gegenüber den Vorlieben anderer Menschen" zu sein. Der Sänger hatte sich im Dezember 2019 in Thailand lediglich des Voyeurismus schuldig bekannt, nachdem auf seinem Handy ein heimlich aufgenommenes Video gefunden worden war, das er von der schlafenden Frau gemacht hatte. Er gab an, das Video aus "egoistischen Gründen, zur sexuellen Befriedigung" erstellt zu haben. Vor Gericht sagte er, er wünschte, er hätte es "nie getan".

Staatsanwalt Hearnden sagte laut "Daily Mail" während des Prozesses in London, Davidson sei erfolgreich und musikalisch begabt gewesen und habe als "charmant und charismatisch" gegolten. Aber "weil Ross Davidson erwartet, Sex auf Abruf zu bekommen, greift er zu Vergewaltigung und sexueller Nötigung, wenn er nicht das bekommt, was er seiner Meinung nach verdient". Das Strafmaß für die Verurteilungen soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.

Quelle: ntv.de, gut

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