"Bigotterie" und "Selbstjustiz"Gil Ofarims Anwalt warnt Kritiker

Reality-TV-Sternchen Ariel mag im Moment fast alle Aufmerksamkeit im Dschungelcamp auf sich ziehen. Doch auch die Diskussion um die Teilnahme von Musiker Gil Ofarim schwelt weiter. Jetzt schaltet sich erneut sein Anwalt ein - mit drastischen Worten.
Die Teilnahme von Gil Ofarim am Dschungelcamp 2026 sorgt für hitzige Debatten. Nun weist der Strafverteidiger des Musikers, Alexander Stevens, die Kritiker mit scharfen Worten in ihre Schranken. Auf Instagram schreibt der Anwalt: "Die aktuelle Dynamik ist an Bigotterie kaum zu überbieten."
Menschen, die sich über "vermeintliche Unwahrheiten" empörten, würden "im selben Atemzug ungeprüfte Behauptungen und strafbare Beleidigungen" verbreiten, so Stevens. Sein Vorwurf wiegt schwer: "Man kann nicht die Einhaltung von Werten fordern, während man sie selbst mit Füßen tritt." Wer Ofarim Verleumdung vorwerfe und ihn dabei selbst verleumde, führe keinen Diskurs - "er betreibt Selbstjustiz".
Stevens geht auch auf die Frage ein, warum Ofarim im Camp nicht über den Vorfall spreche, der ihn vor Gericht gebracht hatte. "Es ist richtig, dass die Verfahrensbeteiligten sich seinerzeit auf eine Verpflichtung zum Schweigen verständigt haben", erklärt der Jurist. Diese Aussage deckt sich mit dem, was Ofarim selbst im Dschungel erklärt hat: Er dürfe aus rechtlichen Gründen nicht über die Geschehnisse sprechen.
Der Fall Gil Ofarim
Gleichzeitig warnte Stevens: Manche Beiträge in den sozialen Medien enthielten "unwahre Tatsachenbehauptungen", die strafrechtliche Konsequenzen haben könnten.
Im Oktober 2021 hatte Ofarim in den sozialen Medien ein Video geteilt, das für enormen Rummel sorgte. Darin beschuldigte der jüdische Musiker einen Mitarbeiter eines Leipziger Hotels, sich ihm gegenüber antisemitisch verhalten zu haben. Unter anderem habe ihn der Hotel-Angestellte aufgefordert, seine Kette mit einem Davidstern abzunehmen, bevor er einchecken könne.
Der Hotel-Bedienstete bestritt die Vorwürfe und zeigte seinerseits Ofarim wegen Verleumdung an. Im November 2023 begann der Prozess vor dem Landgericht Leipzig - und endete mit einem Geständnis: Ofarim räumte überraschend ein, gelogen zu haben. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage von 10.000 Euro eingestellt. Ofarim ist damit nicht vorbestraft.