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Irre Anschuldigungen vor Gericht Hat Heard bei Depp ins Bett gemacht?

Der erste Verleumdungsprozess von Johnny Depp gegen Amber Heard ist eröffnet - und beginnt gleich mal mit knallharten Vorwürfen. So attestiert Depp seiner Ex-Frau nicht nur, "soziopathisch" zu sein. Er nennt auch den angeblichen Scheidungsgrund: ein Haufen Kot im Bett.

Der Rummel am Dienstag in London war groß. Schließlich gab sich hier einer der größten Hollywood-Stars der vergangenen Jahrzehnte persönlich die Ehre. Doch Johnny Depp kam nicht etwa, um einen neuen Film vorzustellen oder um über den roten Teppich zu schreiten. Der Grund ist vielmehr seine Verleumdungsklage gegen die britische Zeitung "The Sun" und ihren Verlag NGN. Sie hatten 2018 in einem Artikel behauptet, der Schauspieler habe seine Ex-Frau Amber Heard geschlagen.

Der erste Prozesstag, zu dem auch Heard persönlich in Begleitung einer Freundin erschien, hatte es dabei bereits kräftig in sich. Schließlich ließ Depp eine Erklärung veröffentlichen, in der er seiner Verflossenen drastische Vorwürfe macht. Dass Heard wiederum behauptet, ihrerseits von dem 57-Jährigen misshandelt worden zu sein, weisen die Anwälte des "Der Fluch der Karibik"-Stars zurück. "Das sind alles Lügen", erklärten sie vor Gericht.

In seiner dem Gericht vorgelegten Zeugenaussage bestritt Depp, in seinem Leben jemals Heard oder irgendeine andere Frau geschlagen zu haben. Die Ablehnung jeglicher Gewalt gegenüber Frauen sei ein "starker und zentraler Teil" seines Moralkodex, weil er selbst als junger Mensch Zeuge häuslicher Gewalt geworden sei.

"Eine Narzisstin"

Depps Anwaltsteam räumte zwar "Handgreiflichkeiten" zwischen dem Paar ein, bestand jedoch darauf, dass diese von Heard ausgegangen seien. Gelegentlich habe sich Depp gegen ihre Gewalttätigkeiten verteidigen müssen, erklärte Anwalt David Sherborne. Er betonte, Depp sei "kein Frauenschläger und war es auch nie".

Depp attestierte seiner Ex-Frau, "berechnend", "soziopathisch" und "eine Narzisstin" zu sein. "Sie wusste, was sie wollte, und ich war ein leichtes Ziel", so der Schauspieler. Das Fass zum Überlaufen gebracht, habe ein Vorfall im Mai 2016. Er habe damals die Scheidung eingereicht, nachdem Heard oder eine ihrer Freundinnen "als Streich" ihre Notdurft im Ehebett verrichtet und dort einen Haufen Kot hinterlassen habe.

Kein "schreckliches Monster"

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Szene aus dem Prozess aus dem Blickwinkel des Gerichtsmalers - Depp legte eine umfassende Aussage vor.

(Foto: dpa)

Depps Anwalt Sherborne wies darauf hin, dass sein Mandant Heards umgekehrte Anschuldigungen gegen ihn bereits vor dem Erscheinen des "The Sun"-Artikels öffentlich dementiert habe. Der 34-Jährigen warf er vor, immer "extremere und schockierendere Lügen" über Depp verbreitet zu haben. Dabei habe sie die zunehmende Verurteilung von Gewalt gegen Frauen für ihre eigenen Zwecke ausgenutzt.

NGN-Anwältin Sasha Wass wies dagegen auf Depps langjährigen Drogenkonsum hin. Zudem zitierte sie Vorfälle aus der Vergangenheit des Schauspielers wie etwa die Verwüstung eines New Yorker Hotelzimmers. Diese würden Depps Hang zu Jähzorn zeigen. Der Hollywood-Star räumte ein, seit seiner Kindheit Probleme mit Alkohol und Drogen zu haben. Angefangen habe dies, als er mit elf Jahren die "Nervenpillen" seiner Mutter ausprobiert habe. Er sei jedoch nicht das "schreckliche Monster", als das er häufig dargestellt werde.

Paradis und Ryder sagen aus

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(Foto: Imago / Collage: ntv.de)

Depp und Heard hatten sich 2011 während der Dreharbeiten zum Film "The Rum Diary" kennengelernt und 2015 geheiratet. 2016 trennten sie sich wieder. Nach einem von einer Schlammschlacht begleiteten Scheidungsverfahren einigten sie sich schließlich 2017 außergerichtlich. Nun sahen sich die beiden vor dem Londoner Gericht wieder. Depp kam durch den Haupteingang, Heard durch die Hintertür. Beide trugen ein Tuch als Mundschutz.

Ursprünglich sollte der Prozess bereits im März beginnen, wurde wegen der Corona-Pandemie aber verschoben. Nach Angaben von Richter Andrew Nicol sollen die Anhörungen vorwiegend öffentlich sein, ein kleinerer Teil werde jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

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Während des rund dreiwöchigen Verfahrens sollen auch Depps ehemalige Partnerinnen Vanessa Paradis und Winona Ryder per Videoschaltung aussagen. Beide haben Depp bereits gegen Heards Vorwürfe verteidigt. In schriftlichen Erklärungen für die Voranhörungen bezeichnete Paradis ihren langjährigen Freund als "freundlich" und alles andere als gewalttätig.

Auch in den USA ist ein Verfahren Depps gegen Heard wegen Verleumdung anhängig. Hier klagt der Schauspieler jedoch gegen seine Ex-Frau direkt. Sie hatte in einem Artikel der "Washington Post" über ihre angeblichen Gewalterfahrungen gesprochen - allerdings ohne Depp beim Namen zu nennen.

Quelle: ntv.de, vpr/AFP