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Emotionale Bambi-Gala in Berlin Helene Fischer schwärmt, Diane Kruger weint

Tränen bei Diane Kruger, eine schmissige Dankesrede von Fatih Akin und eine Liebeserklärung von Helene Fischer: Bei der Bambi-Verleihung sind die Auftritte in diesem Jahr besonders emotional - und ungewöhnlich ernst.

Claudia Schiffers Auftritte sind inzwischen selten. Das merkt man bei der Bambi-Gala. Schon vor ihrer Ankunft ist sie am - diesmal schwarzen - Glitzerteppich Gesprächsthema Nummer eins. Die Fotografen drehen auf, als sie ankommt. Sie sei diesmal etwas aufgeregt, schließlich müsse sie ja auf die Bühne und eine Rede halten, sagt Schiffer, die sich äußerlich kaum verändert hat. Besonders höflich, fast scheu wirkt sie. "Mama, du bist so deutsch, sogar deine Witze sind ernst", habe ihre Tochter, die halb-Engländerin ist, vergangene Woche gesagt. Da wurde ihr klar, dass sie gar nicht erst versuchen sollte, lustig zu sein.

Schon vor mehr als 20 Jahren bekam Schiffer einen Shootingstar-Bambi, nun wird sie für ihre inzwischen 30-jährige Karriere mit dem Fashion-Bambi geehrt. "Wenn das jetzt hier ein Traum ist, dann hoffe ich noch ein paar Stunden schlafen zu können, damit das hier nicht vorbei ist", sagt sie am Ende ihrer Rede.

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Regisseur Fatih Akin und Hauptdarstellerin Diane Kruger erhielten einen Bambi für das NSU-Drama "Aus dem Nichts".

(Foto: REUTERS)

Ungewöhnlich ernst ist auch die Gala an diesem Abend im Theater am Potsdamer Platz in Berlin. "Rassismus ist scheiße - hier und überall auf der Welt", sagt Regisseur Fatih Akin, der mit Hauptdarstellerin Diane Kruger den Sonderpreis der Jury für das NSU-Drama "Aus dem Nichts" erhält. Als Kruger die Trophäe entgegennimmt, wird sie emotional. "Wenn ich etwas von diesem Film gelernt habe, dann, dass wir jede Sekunden mit den Menschen, die wir lieben, nutzen und genießen sollten", sagt Kruger. Ihr kommen die Tränen. "Ich denke heute Abend besonders an zwei Menschen, mit denen ich gern noch ein paar Sekunden gehabt hätte. Mein Stiefpapa und meine Oma."

Ai Weiwei witzelt, Helene Fischer schwärmt

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Helene Fischer mit Reh.

(Foto: dpa)

Auch bei anderen Preisträgern geht es an diesem Abend um ihre Liebsten. "Da ist jemand, der mich auffängt, mich in den Arm nimmt und mir die Last nimmt", sagt Helene Fischer zu ihrem Freund Florian Silbereisen. "Für deine Liebe danke ich dir und dafür, dass du mein Zuhause bist." Fischer hatte mit ihrem Auftritt - im ultraknappen Glitzerbody - die Show eröffnet und einen Bambi in der Kategorie Musik national bekommen.

Hollywoodstar und Frauenschwarm Hugh Jackman, der den Entertainment-Bambi erhielt, kam ohne seine Frau Deborra-Lee Furness nach Berlin - sie müsse auf die Kinder aufpassen, sagt er. Sie habe ihm beigebracht, Spaß zu haben, jeden Tag zu genießen und: "Was wirklich leidenschaftliche Liebe heißt, dass das keine Legende ist, sondern wirklich Realität." Die beiden sind seit mehr als 20 Jahren verheiratet.

Es geht auch um Courage. Der chinesische Künstler Ai Weiwei bekommt in der Fernsehshow einen Bambi in der Kategorie Mut. Die goldene Rehkitz-Trophäe sei besonders süß und hübsch, scherzt er vor der Gala. "Er kämpft nicht gegen etwas, sondern für etwas. Für eine Welt, die allen Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht - in Freiheit, aber vor allem auch in Würde", sagt Außenminister Sigmar Gabriel in seiner Laudatio. Eine bessere Welt komme nicht von allein.

Schwarzenegger bekennt sich als Klitschko-Fan

Actionstar und Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger wird mit dem Bambi für sein Engagement im Umweltschutz und als "Klimavorreiter" geehrt. Seine Laudatio hält Regierungssprecher Steffen Seibert. "Ich hab viel in meinem Leben gemacht, aber ich bin am stolzesten auf meine Arbeit für die Umwelt", sagt Schwarzenegger, der sich immer wieder gegen die Klimapolitik von US-Präsident Donald Trump stellt. "Ich werde das für den Rest meines Lebens machen: Kämpfen, Kämpfen, Kämpfen." Außerdem outet sich der "Terminator"-Star als Fan der Klitschko-Brüder. "Normalerweise hasse ich Leute, die größer sind als ich." Aber die Klitschkos seien großartig.

Der frühere Bundespräsident Joachim Gauck wird in der Kategorie Millennium für sein Lebenswerk gewürdigt - für seinen Kampf gegen jede Form von Unterdrückung. "Ich glaube, ich sollte diesen Bambi mit all denen teilen, die irgendwann freiwillig etwas tun über ihr Ego hinaus. Und das macht das Land schön, dass es so etwas gibt." Und sein Bambi, das will er nicht mehr hergeben. Er sei Großvater, aber auch mehrfacher Urgroßvater und wolle das goldene Tier so hinstellen, dass auch die Kleinen Freude daran haben.

Der Medienkonzern Hubert Burda Media verleiht die Bambis jedes Jahr an nationale und internationale Künstler, Sportler und andere Prominente. Aber auch engagierte Bürger, die sich für eine gute Sache einsetzen, werden mit dem Preis geehrt.

Quelle: n-tv.de, Sophia Weimer, dpa

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