Show nur mit Kriegspropaganda?US-Rapper Kanye West kündigt Konzerte in Russland an

Kanye West bewunderte zuletzt öffentlich Adolf Hitler. Nun träumt der umstrittene Rapper angeblich von einem Putin-Treffen und plant Auftritte in St. Petersburg. Ein russischer Politiker fordert, der Musiker müsse seine "moralische Unterstützung" für den Ukraine-Krieg bekunden.
Der umstrittene US-Rapper Ye, auch bekannt als Kanye West, hat mitten in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zwei Konzerte im Oktober in St. Petersburg angekündigt. Möglich sei auch ein Treffen des Musikers mit Kremlchef Wladimir Putin, wenn es in den Terminkalender des Präsidenten passe, sagte die Parlamentsabgeordnete Swetlana Schurowa. Zuvor hatten die Organisatoren mitgeteilt, dass West angeblich von einem solchen Treffen "träume".
Geplant sind die Auftritte in St. Petersburg am 10. und 11. Oktober in der Gazprom-Arena, die nach dem gleichnamigen staatlichen Gaskonzern Gazprom benannt ist und bei Konzerten bis zu 80.000 Plätze bietet. Der Westen hat den Energiekonzern wegen der Finanzierung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine mit Sanktionen belegt.
Die günstigsten Tickets für umgerechnet rund 100 Euro waren binnen kurzer Zeit ausverkauft, wie russische Medien berichteten. Auch die ursprünglich für 160.000 Rubel (rund 1600 Euro) angebotenen VIP-Tickets sind nicht mehr zu haben. Auf der Website des Rappers gab es zuletzt noch Eintrittskarten für zwischen 21.000 und 50.000 Rubel.
Russische Politiker stellen Bedingungen
Die Ankündigung von Kanye West löste in Russland auch in Kreisen kremltreuer Kräfte helle Aufregung aus. Der Parlamentsabgeordnete Nikolai Nowikow forderte, dass der Rapper, wenn er schon in Russland Geld kassieren wolle, vor dem Auftritt seine "moralische Unterstützung" für den Krieg gegen die Ukraine bekunden solle. Sonst müsse das Konzert abgesagt werden.
Andere Abgeordnete wiederum warfen West eine Vorliebe für den Diktator Adolf Hitler vor. Ultranationalisten der antiwestlichen Bewegung Sorok Sorokow kündigten an, die Texte des Rappers auf in Russland verbotene Inhalte - wie die Verherrlichung von Drogen - unter die Lupe zu nehmen. Die BBC berichtete, dass der konservative Politiker Vitali Milonov zudem forderte, dass der Musiker statt seiner gewohnten Setlist traditionelle russische Lieder spielen solle.
Dagegen lobte etwa die im Kulturausschuss des Parlaments tätige Abgeordnete Jelena Drapeko, dass sie dem Musiker "vor dem Hintergrund einer allgemeinen antirussischen Hysterie" im Westen dankbar sei für sein Kommen. Er habe viele Fans in Russland. Schon 2024 gab es nach einem Besuch von Kanye West in Moskau bei der Geburtstagsfeier eines Designers lange Zeit Gerüchte über geplante Konzerte.
Kanye West zählt zu den einflussreichsten und zugleich am stärksten polarisierenden Musikern. Immer wieder fiel der Ex-Mann von Kim Kardashian mit rassistischen und antisemitischen Aussagen auf. Deshalb kassierte er auch schon Absagen von Konzerten - etwa im Juli in Italien.