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Als gefährlich eingestuft Neonazi-Rapper muss zehn Jahre hinter Gitter

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"Sämtliche Vorwürfe sind richtig", bekannte sich der Rechtsextremist schuldig.

(Foto: picture alliance / TOBIAS STEINMAURER / APA / picturedesk.com)

Er sei verblendet gewesen, sagt ein 37-jähriger Musiker vor Gericht in Wien - und bekennt sich vollumfänglich schuldig. Als Neonazi-Rapper ist der Österreicher bekannt geworden. Nun wird er zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Auch seinen Bruder erwartet das Gefängnis.

Ein österreichischer Rapper ist wegen Verstößen gegen das NS-Verbotsgesetz zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die rechtsextremen Songs des Musikers mit dem Künstlernamen Mr. Bond erlangten nach dem Anschlag in Halle an der Saale im Jahr 2019 breitere Bekanntheit, weil der rechte Terrorist den Livestream seiner Tat im Internet mit der Musik des Österreichers unterlegte. Der Richter am Wiener Landesgericht begründete sein Urteil mit der Gefährlichkeit des 37-jährigen Angeklagten.

Der Richter wies darauf hin, dass seine Songs im Internet bereits ein paar hunderttausendmal heruntergeladen worden sind. Laut Anklage verherrlichte der Rapper in seiner Musik und seinen Videos den Nationalsozialismus, Adolf Hitler und die Massenvernichtung von Juden. Außerdem habe er Hass-Lieder gegen Homosexuelle, Muslime und Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe produziert. Er hatte auch ein Video verbreitet, in dem er dem Attentäter Tribut zollte, der 2019 in Moscheen in Christchurch in Neuseeland 51 Menschen tötete.

Der Angeklagte bekannte sich schuldig. "Ich war verblendet und erkenne erst jetzt die Tragweite meines Handelns", sagte er vor Gericht: "Sämtliche Vorwürfe sind richtig." In der rechtsextremen Szene erlangte er laut ORF Bekanntheit, indem er populäre Hits umtextete und verbreitete. Zu seiner Festnahme führte demnach sein Konto beim Online-Bezahldienst Paypal, über welches er Gelder für seine Musik erhielt. In der Untersuchungshaft erhielt der 37-Jährige wohlgesinnte Post von Rechtsextremen aus aller Welt.

Sein 34 Jahre alter Bruder wurde zu vier Jahren Haft verurteilt. Der gestand zwar, eine rechtsextreme Website betrieben zu haben, doch er bestritt, die Musik seines älteren Bruders im Internet hochgeladen zu haben. Die Geschwister äußerten sich dem ORF zufolge nur mit verlesenen Statements, verweigerten jedoch weitere Angaben und Aussagen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Quelle: ntv.de, tsi/dpa

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