Umbau des Weißen HausesRoland Emmerich ist entsetzt

In seinen Filmen hat Roland Emmerich das Weiße Haus schon zerstört. Dass Donald Trump für seine Ballsaal-Träume dem Gebäude nun aber ganz real zu Leibe rückt, stößt dem deutschen Starregisseur sauer auf. Das sei eine "Katastrophe", erklärt er.
Roland Emmerich äußert deutliche Kritik am Umbau des Weißen Hauses, den US-Präsident Donald Trump initiiert hat. Gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zeigt sich der Filmemacher erschüttert: "Bei den Bildern musste ich beinahe weinen."
Besonders kritisch sieht Emmerich den Abriss des Ostflügels zugunsten eines neuen Ballsaals. Das Projekt sei eine "Katastrophe", erklärt der 70-Jährige.
Zu allem Überfluss sei der Ballsaal dann auch noch viel zu groß, stellt Emmerich fest. "Warum muss dieses Ding so groß sein? Wie heißt das deutsche Wort noch mal? Gigantomanisch", fügt er hinzu. Auch First Lady Melania Trump nimmt er bei seiner Kritik in die Pflicht: "Melania hätte Nein sagen müssen."
"Reich der First Lady"
Emmerich verweist auf die bisherige Bedeutung des Ostflügels: "Der Ostflügel war das Reich der First Lady. Da hatten sie und ihr Stab alle ihre Büros. Wo sind die jetzt? Im Ostflügel war sogar der kleine Kinosaal des Weißen Hauses."
Für den Regisseur lässt der Umbau daher vor allem Rückschlüsse auf das Verhältnis zwischen Donald und Melania Trump zu. Politische Aspekte rücken für ihn dabei in den Hintergrund. "Wahrscheinlich war das eine absolut persönliche Angelegenheit. Und sie hat dazu wahrscheinlich nur gesagt: 'Was soll's. Mir ist es egal'", so der Regisseur.
Roland Emmerich positioniert sich seit Jahren klar gegen Präsident Trump. In einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" bezeichnete er den Präsidenten als "Betrüger". "Wir haben auf jeden Fall eine politische Katastrophe in Amerika. Hoffentlich wird Trump nicht König. Immerhin gibt es Proteste. (...) Ich glaube aber, dass die Sache mit Trump eines Tages wieder vorbei sein wird. Die Leute werden hoffentlich nicht auf Dauer auf so einen Betrüger hereinfallen."
In seinen Filmen hat Roland Emmerich das Weiße Haus schon mehr als einmal zerstört. In "Independence Day" (1996) etwa wird das Gebäude von einem blauen Laserstrahl in die Luft gejagt. In "2012" überrollt ein Tsunami den Sitz des US-Präsidenten. In "White House Down" (2013) wiederum wird das Weiße Haus bei Kämpfen mit einer Terrorgruppe stark beschädigt.