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Pöbeln, "Neger", Flitzer Talkshow-Skandale der vergangenen Jahre

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Nackter Protest: Dieser Talkshow-Aufreger ereignete sich bei Markus Lanz.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sandra Maischberger sollte sich nicht allzu sehr grämen, dass ihr Wolfgang Bosbach mit seinem vorzeitigen Abgang am Mittwoch die Show verhagelte. Schließlich erlebten auch schon andere Talkmaster das eine oder andere Skandälchen.

Der Job eines Talkshow-Moderators ist nicht einfach. Die Gäste-Dompteure müssen Egos in Schach halten, kontroverse Meinungen jonglieren und dabei die Stimmung nicht vollends kippen lassen. Sandra Maischberger ist das am Mittwochabend misslungen: CDU-Politiker Wolfgang Bosbach wurde es in der Diskussion zu dem Thema "Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?" zu bunt und er verließ das Studio.

Auf Facebook räumte Maischberger Fehler ein: "Das ist immer eine Niederlage in einer Sendung, deren Aufgabe es ist, Menschen ins Gespräch zu bringen." Eventuell wird es die Moderatorin trösten, dass sie sich in bester Gesellschaft befindet. Eklats, Studiofluchten und faustdicke Skandale gab es in Polit-Talks schon jede Menge. Beispiele gefällig? Bitte sehr:

Eva Herman fliegt

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In der Show von Johannes B. Kerner im ZDF sollte die Ex-TV-Moderatorin und Autorin Eva Herman 2007 Gelegenheit bekommen, ihre kontroversen Aussagen über die Förderung von Familienwerten und Mutterschaft im Dritten Reich zu erklären. Doch sie hatte weder vor, ihre Aussagen zu revidieren, noch sich dafür zu entschuldigen. Kerner entschied sich daraufhin, Herman aus dem Studio zu bitten.

Studiogäste stürmen die Bühne

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In Günther Jauchs "Talk im Ersten" versuchte ein junger Mann im Mai 2012 die Bühne zu stürmen, während Berlins Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit das Wort hatte. Hintergrund war der Bau der Schauspielschule in der Hauptstadt. Drei Sicherheitsleute rangen den Studenten nieder und zerrten ihn aus dem Studio, was Jauch dazu veranlasste, sein eigenes Team zurechtzuweisen: In seiner Sendung werde niemand "wie in der Ukraine" gewaltsam aus dem Studio entfernt. Ähnliches ereignete sich im Dezember 2013 in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz. Hier stürmten zwei Frauen mit blankem Oberkörper auf die Bühne, um gegen die Fifa und Menschenrechtsverstöße bei der Vorbereitung der Fußball-WM in Katar zu protestieren. Und auch Lanz gebot dem Sicherheitspersonal, das die Demonstrantinnen unsanft aus dem Studio verfrachten wollte, Einheit.

Der Stinkefinger von Varoufakis

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Nicht immer gingen Jauchs Eklats so glimpflich über die Bühne. Als Griechenlands Finanzminister Yanis Varoufakis im März 2015 zugeschaltet war, konfrontierte der Moderator ihn mit einem Clip. Darin erklärte Varoufakis, sein Land hätte Deutschland längst den Stinkefinger zeigen sollen - und präsentierte dazu seinen ausgestreckten Mittelfinger. Varoufakis behauptete daraufhin, das Video sei gefälscht. Das wiederum rief Jan Böhmermann auf den Plan. Er behauptete in seiner Sendung "Neo Magazin Royale", der Fälscher des Videos zu sein. Das Varoufakis-Lager triumphierte. Doch später stellte sich heraus: Auch Böhmermanns "Varoufake"-Geständnis war nur ein Fake und die reine Satire.

Der "wunderbare Neger"

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Wer sollte mir daraus einen Strick drehen, könnte Joachim Herrmann sich gedacht haben. Schließlich wollte er ein Beispiel für gelungene Integration nennen und Roberto Blanco doch eigentlich nur ein Kompliment machen. Dass er diesen als "wunderbaren Neger" bezeichnete, sorgte im Studio für nervöses Kichern, selbst der souveräne Frank Plasberg brachte erstmal nur ein "Holla!" als Reaktion hervor. Der mediale Shitstorm ließ natürlich auch nicht lange auf sich warten. Allerdings nahm Blanco selbst später Herrmann in Schutz.

Die verschleierte Frauenbeauftragte

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Gut gemeint hatte es auch Anne Will, als sie zum Thema der islamistischen Radikalisierung junger Menschen im November 2016 die Frauenbeauftragte des Muslimischen Zentralrats der Schweiz, Nora Illi, einlud. Die vollverschleierte Frau vertrat ultrakonservative Ansichten ihrer Religion und zeichnete zugleich ein äußerst positives Bild von der Rolle der Frau im Islam. Das konnten die anderen Studiogäste - darunter auch Wolfgang Bosbach - ebenso wenig teilen wie die Zuschauer, von denen es heftige Kritik hagelte.

Und tschüss!

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AfD-Sprecher Bernd Lucke hielt es 2014 in der N24-Sendung "Studio Friedman" gerade einmal zehn Minuten aus. Friedman konfrontierte Lucke mit einer kontroversen Aussage, die seiner Parteikollegin Beatrix von Storch zum Thema Multikulti zugeordnet wurde. Als der Moderator auch nach mehrmaligem Ausweichen nicht von dem Thema abließ, türmte Lucke. Friedman und der zweite Studiogast Manuel Sarrazin brachten die restliche Sendezeit zu zweit über die Bühne.

Pöbeln über andere Gäste

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In der Talkshow von Markus Lanz geht es zumeist unter den Gästen friedlich zu. Doch es flogen schon auch mal die Fetzen - zum Beispiel als im März 2012 Ex-Fußball-Nationalspieler Paul Breitner und Reality-TV-Star Daniela Katzenberger in der Show zusammentrafen. Schuld daran hatte nicht etwa die für ihre freche Gosche berühmte Katzenberger, sondern Breitner. Er attackierte die "Katze" mit drastischen Worten. Ihm komme "das Kotzen", wenn er sehe, was die Leute inzwischen alles für Schlagzeilen täten, so der Ex-Fußballer.

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Noch heftiger krachte es, als sich im Januar 2013 die Schauspielerin Katrin Sass und der Moderator Peer Kusmagk bei Lanz begegneten. Sass nahm sich, unterstützt vom inzwischen geschassten "Welt"-Kolumnisten Matthias Matussek, den Dschungelkönig von 2011 derart zur Brust, dass er nach eigenem Bekunden am ganzen Leib ins Zittern geriet. Grund war die offensichtliche Abneigung der Schauspielerin gegen das Dschungelcamp. Am liebsten hätte sie Kusmagk wohl eigenhändig aus der Sendung katapultiert - das wusste Lanz dann aber doch noch zu verhindern.

Nina Hagen vertreibt Joachim Bublath

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Schließlich und endlich hat auch Sandra Maischberger schon früher einmal die Erfahrung machen müssen, wie es ist, wenn ein Gast die Sendung vorzeitig verlässt. Geschehen ist das im Oktober 2007, als es in der Sendung "Menschen bei Maischberger" um "Ufos, Engel und Außerirdische" ging. Der unter anderem durch die "Knoff-Hoff-Show" bekannt gewordene Physiker Joachim Bublath konnte Nina Hagens Ausführungen über Gott und die Welt irgendwann nicht länger ertragen und machte spontan die Fliege. Auch hier fruchteten Maischbergers Bemühungen nicht, ihn in die Runde zurückzuholen. Sängerin Hagen jubelte unterdessen, den "evil Alien" Bublath erfolgreich vertrieben zu haben.

Quelle: n-tv.de, vpr/spot