Sitzt in der Karibik festTrump verhindert Leonardo DiCaprios Festival-Teilnahme

Eigentlich hätte Leonardo DiCaprio beim Palm Springs Film Festival einen Preis entgegennehmen sollen. Der Hollywood-Star sitzt jedoch in der Karibik fest. Trumps Militäraktion in Venezuela macht ihm einen Strich durch die Rechnung.
Das Palm Springs International Film Festival zählt zu den bekanntesten Veranstaltungen der Award-Season in Hollywood. Am Samstagabend versammelten sich zahlreiche Filmstars in Kalifornien - doch ein prominenter Name fehlte auf dem roten Teppich: Leonardo DiCaprio.
Der Oscar-Preisträger hätte eigentlich den Desert Palm Achievement Award für seine Rolle in Paul Thomas Andersons Drama "One Battle After Another" in Empfang nehmen sollen. Stattdessen saß er auf der Karibikinsel St. Barts fest, wie "Variety" berichtete. Der Grund waren demnach Luftraumsperrungen nach der US-Militäroperation in Venezuela.
"Leonardo DiCaprio kann heute Abend aufgrund unerwarteter Reiseunterbrechungen und Flugbeschränkungen nicht persönlich anwesend sein", erklärte ein Sprecher des Filmfestivals. "Wir bedauern zwar, dass wir nicht persönlich mit ihm feiern können, fühlen uns jedoch geehrt, seine außergewöhnliche Arbeit und seinen nachhaltigen Beitrag zum Kino würdigen zu dürfen." DiCaprios Talent und "sein Engagement für sein Handwerk" seien inspirierend, weshalb man sich freue, ihn auszuzeichnen, auch ohne seine Anwesenheit.
DiCaprio hatte zusammen mit Familie und Freunden einen Neujahrsurlaub auf St. Barts verbracht. Zu seiner Urlaubsgesellschaft zählten laut dem US-Magazin auch Amazon-Gründer Jeff Bezos und dessen Ehefrau. Die geplante Rückreise zur Preisverleihung wurde durch die geopolitischen Entwicklungen jedoch unmöglich gemacht.
US-Präsident Donald Trump hatte am Samstagmorgen verkündet, dass der venezolanische Präsident Nicolás Maduro und dessen Frau Cilia Flores nach einer Militäroperation in US-Gewahrsam genommen wurden. Aus dem Militäreinsatz, bei dem auch Ziele in Venezuela von US-Einheiten bombardiert wurden, resultierten auch Flugbeschränkungen.
Hochkarätige Gäste beim Festival
Trotz des prominenten Ausfalls war die Gala im Palm Springs Convention Center mit zahlreichen hochkarätigen Stars besetzt. Amanda Seyfried wurde für ihre Leistung in "The Testament of Ann Lee" mit dem Desert Palm Achievement Award in der Kategorie Actress ausgezeichnet. Kate Hudson und Michael B. Jordan erhielten jeweils den Icon Award für ihre Filme "Song Sung Blue" und "Sinners".
Auch Miley Cyrus durfte einen Preis mit nach Hause nehmen: Der Outstanding Artistic Achievement Award würdigte ihren Song "Dream As One" aus James Camerons "Avatar: Fire and Ash". Jacob Elordi erschien gemeinsam mit Oscar Isaac und Mia Goth, um den Visionary Award für Guillermo del Toros "Frankenstein" entgegenzunehmen.
Elle Fanning und Paul Mescal strahlten ebenfalls auf dem roten Teppich. Mescal wurde zusammen mit Jessie Buckley und Regisseurin Chloé Zhao für das Drama "Hamnet" mit dem Vanguard Award geehrt. Fanning wiederum gehörte zum Ensemble von Joachim Triers Cannes-Erfolg "Sentimental Value", das den International Star Award erhielt - erstmals in der Geschichte des Festivals wurde diese Auszeichnung an ein komplettes Ensemble vergeben.
Mit seiner Darstellung eines Ex-Revolutionärs, der zurück in sein altes Leben gezwungen wird, um seine Tochter zu retten, ist Leonardo DiCaprio ein heißer Anwärter auf seinen zweiten Oscar als bester Hauptdarsteller. "One Battle After Another" hat am Samstag den Hauptpreis der National Society of Film Critics gewonnen.