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"Teenage Mutant Ninja Turtles" Wo ist die Anarchie geblieben?

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In "Teenage Mutant Ninja Turtles - Out of the Shadows" treffen die Schildkröten auf alte Verbündete und neue Schurken.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Mutierte Schildkröten aus dem New Yorker Untergrund können echt heldenhaft sein. Seit drei Jahrzehnten schaffen es die "Ninja Turtles", immer wieder neue Fans für sich zu gewinnen. Ein neuer Film soll an alte Erfolge anzuknüpfen - da darf Megan Fox natürlich nicht fehlen.

Im Comic-Universum waren die "Turtles" schon immer etwas Besonderes: Sie sind nicht superreich wie Milliardär Bruce Wayne, einer der bekanntesten Charaktere des Verlags DC, der nachts zu Batman wird. Sie sind auch keine Götter wie "Thor" aus der Marvel-Welt. Stattdessen leben die vier mutierten Schildkröten im Untergrund New Yorks, lieben Pizza und wissen ihre Verlagsheimat bei Mirage Studios. Was 1984 als Comic begann, wurde Ende der 80er- und 90er-Jahre zur weltweiten Erfolgswelle mit Fernsehserien und einer dreiteiligen Filmreihe. Nach einem eher erfolglosen komplett animierten Film 2007 gab es 2014 einen neuen Realfilm, an den nun "Teenage Mutant Ninja Turtles - Out of the Shadows" anknüpft.

Wieder geht es um Leonardo, Raphael, Michelangelo und Donatello, die vier von ihrem Meister Splinter trainierten Schildkröten. Wieder bekämpfen sie ihren Gegenspieler Shredder und werden unterstützt von Journalistin April O'Neil (Megan Fox) und dem schmierigen Ex-Kameramann Vernon Fenwick (Will Arnett), der nach vermeintlichen Heldentaten im ersten Teil so etwas wie ein C-Promi und Societylöwe geworden ist. Anders als bei der Auflage vor zwei Jahren ist Polizist Casey Jones (Stephen Amell) neu an Bord, der ultimative Bösewicht Krang und die Knallchargen Bebop und Rocksteady bekommen deutlich mehr Raum als 2014.

Gute Animationen, wilde Verfolgungsjagden

Obwohl die beiden Letztgenannten als überdimensioniertes Warzenschwein und Nashorn eher irritieren, kommen die 112 Filmminuten recht flott daher. Sogar ein kleiner Plot darüber, was es heißt, "aus dem Schatten" herauszutreten, für sich einzustehen und um die Akzeptanz seiner Umwelt zu werben, hat es in den Film und den Untertitel "Out of the Shadows" geschafft. Das war schon immer ein wichtiges Thema der Turtles-Welt, und es ist auch hier zu sehen.

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Megan Fox steht den Turtles erneut als Journalistin April O'Neil zur Seite.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Außerdem setzt der Regisseur Dave Green auf spielerischen Humor. Es geht vor allem im ersten Drittel deutlich weniger ernst zu als im ersten Teil, die 3D-Animation funktioniert gut, und ein halbes Dutzend Verfolgungsjagden dürfte das Interesse junger Zuschauer gut aufrechterhalten. Auch die düstere Szenerie des von Actionveteran Michael Bay produzierten Films wirkt hochwertig - obwohl all diese Punkte nur von einer extrem dünnen Story zusammengehalten werden.

An den US-Kinokassen hat der Film dann auch eher mäßig funktioniert. Laut Zahlen von "Box Office Mojo" stehen einem Produktionsbudget von 135 Millionen Dollar gerade einmal rund 81 Millionen Dollar Einspielergebnis gegenüber. Weltweit folgten auf fast 500 Millionen Dollar Einnahmen beim ersten Teil bisher nur rund 235 Millionen Dollar bei diesem Teil zwei. Das mag auch an einer etwas unentschlossenen Positionierung liegen. Zu offen bleibt die Frage, für wen genau dieser Film gedacht ist: Die unterschiedlichen Charaktere der vier Schildkröten werden kaum herausgearbeitet.

Die Brüste von Megan Fox

Außerdem sehen diese Schildkröten - noch muskelbepackter als in der ursprünglichen Zeichentrickserie oder den Verfilmungen der 90er Jahre - inzwischen aus wie frisch aus dem Dopinglabor. Eltern mit nostalgischen Erinnerungen an die eigene Kindheit vor 25 Jahren wird diese Fortsetzung also eher irritieren. Auch, weil von der Anarchie und der besonderen Underdog-Rolle der Turtles in der Comic-Welt als unsichere Teenager mit Vorliebe für Pizza hier zu wenig übrig bleibt.

Stattdessen sprechen schnelle Schnitte, düstere Bilder und Zooms mit plumpen Anspielungen auf die Brüste von Megan Fox wohl vor allem Jungs zwischen 12 und 16 Jahren an - für einen wirklich massenwirksamen Blockbuster ist das aber zu wenig.

"Teenage Mutant Ninja Turtles - Out of the Shadows" läuft ab dem 11. August in den deutschen Kinos.

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Quelle: ntv.de, Christian Fahrenbach, dpa