Musik

Gott des Rock and Roll Chuck Berry: "In The 1950s"

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Chuck Berry gilt als Erfinder des Duckwalk, einer Showeinlage bei der der Gitarrist in halber Hockstellung auf einem angewinkelten Bein langsam vorwärts hüpft, während er das andere Bein nach vorne ausstreckt.

(Foto: REUTERS)

Ohne Chuck Berry gäbe es heute keine – gute – Popmusik. Eine neue Edition gibt auf drei CDs einen Einblick in die Ursprünge - mit bislang kaum zugänglichen Aufnahmen und Interviews, in denen der "Gott des Rock and Roll" über seine Musik und sein Leben berichtet.

"Chuck Berry ist der Gott des Rock and Roll", steht geschrieben, und Elvis wäre eine Rock and Roll-Legende, heißt es hernach. Über Geschmack kann man bekanntlich nicht streiten. Oder doch? Was ist mit Little Richard, was mit Fats Domino, Jerry Lee Lewis, Buddy Holly, Eddie Cochran?

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Die CD-Box gibt's für 14,99 Euro.

Fakt ist: Ohne den 1926 als Charles Edward Anderson Berry in Saint Louis im US-Bundesstaat Missouri Geborenen hätte es dereinst weder Beatles, Rolling Stones, Kinks, Yardbirds und Animals gegeben. "Roll Over Beethoven" und "Rock'n' Roll Music" fanden in der Version der Beatles ihre Vollendung, "Around And Around" nebst "Oh, Carol" und "You Can’t Catch Me" empfanden Mick Jagger & Co. kongenial nach. "Beautiful Delilah" spielten die Kinks nach; wer einen der vielen Instrumentals auf der vorliegenden Edition hört, weiß, wie das ewige "Albatross" von Fleetwood Mac entstand. Und so weiter. Frage: Wann haben Chuck Berry oder Little Richard je einen Elvis-Song kopiert? Umgekehrt reichte der Platz auf dieser Seite nicht, um alle Coverversionen des Elvis Aaron von Berry und Penniman alias Little Richard aufzuzählen.

Archetypisch für Berry sind seine unverwechselbaren Gitarrenriffs, mit denen er – fast – alle seiner Songs beginnt. Wer den ersten Teil des Zemecki-Films "Zurück in die Zukunft" noch in Erinnerung hat, wird die Szene nicht vergessen, in welcher der Bandleader seinen "Bruder" Chuck anruft und ihm die von Michael J. Fox gespielten Riffs von "Johnny B. Goode" als neuen Sound anempfiehlt.

Und dann sind da Berrys Licks. Da sind auf der Gitarre gespielte Wiederholungen der Liedtexte. Bestes Beispiel: "School Days", in dem jeder Gesangspart exakt auf dem Instrument nachempfunden wird. Und schlussendlich der Duckwalk, der Entengang, mit dem Berry früher über die Bühne hüpfte. Das kann er heuer nimmer, von wegen des Alters, aber sein Gitarrenspiel und sein Gesang sind bis auf den Tag unverwechselbar.

Die hübsch aufgemachte Edition enthält auf ihren drei CDs die ersten vier Alben von Chuck Berry, dazu die A-Seiten der Singles nebst ihren "flipsides". Und bislang kaum zugängliche Aufnahmen von gemeinsamen Auftritten von John Lennon und seinem Meister. Und ein paar Interviews, in denen Berry über seine Musik und sein Leben berichtet. Wer wissen will, wieso die - gute - Musik damals so war und heute so ist, dem sei die Box ans Herz gelegt. Die sollte es einem wert sein, wenn man einen Gott hören will.

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Quelle: ntv.de