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Der "Tatort" im Schnellcheck90 Minuten echte Gefühle

03.10.2026, 15:02 Uhr
imageVon Ingo Scheel
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Lena Odenthal (Ulrike Folkerts, r.) und Johanna Stern (Lisa Bitter) ermitteln in einem Fall, der im Lauf eines einzigen Abends eskaliert. (Foto: SWR / Benoît Linder)

In Ludwigshafen sprengt sich ein Panzerknacker beim Einbruch in die Luft, Geld verschwindet dennoch. Lena Odenthal und Johanna Stern erwartet eine "Explosive Mischung" in Realtime.

Was passiert?

Es kracht in Ludwigshafen - und zwar gewaltig. Beim Versuch, einen Geldautomaten in die Luft zu jagen, kommt der stadtbekannte Kriminelle Dennis Lohberg ums Leben. Das Merkwürdige an der Sache: Eine Geldkassette ist trotzdem verschwunden. Wer war da wohl mit am verbrecherischen Werk? Diese Frage gilt es für Johanna Stern (Lisa Bitter) und Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) zu klären. Ganz so einfach ist das nicht, denn der dahingeschiedene Sprengmeister gehörte zu einer Clique von Kleinkriminellen, die es faustdick hinter den Ohren hat.

Da ist Dennis‘ Bruder Chris (Filip Schnack), dessen Freundin Fiona (Juliette Larat) pikanterweise die Ex von Dennis ist. Und da ist vor allem Ulf Meisner (Christian Schneeweiß), ein selbsternannter Sittenwächter und Hobby-Sheriff, skrupellos, ultrabrutal und mit einer extrem kurzen Hutschnur ausgestattet, was nicht nur die Leute im Viertel, sondern daheim auch seine Frau Isa (Hannah Ehrlichmann) ein ums andere Mal zu spüren bekommt. Auf den Nebenschauplätzen gibt es ebenfalls Stress. Odenthals Teamkollege Nico Langenkamp (Johannes Scheidweiler) versucht es auf eigene Faust, auch Polizeidirektor Breising (Bernd Hölscher) macht das eine oder andere Fässchen auf.

Worum geht es wirklich?

Nach dem Münchner Fall "Außer Gefecht" (2006) und "Die Musik stirbt zuletzt" (2018) aus Luzern ist "Explosive Mischung" mal wieder ein "Tatort", dessen Geschehen sich in Echtzeit abspielt. Das ist per se erst einmal reizvoll, wird jedoch zunächst dadurch aufgeweicht, dass das Geschehen um 21.41 Uhr seinen Anfang nimmt und die Geschichte fortan als Flashback ab 20.16 Uhr Ortszeit ihren Lauf nimmt. Die Story selbst? Eine Art Milieustudie aus dem alltäglichen Leben und Sterben in einer deutschen Stadt, mit Christian Schneeweiß als universellem Tunichtgut, gegen den Eidingers stiller Gast wie ein Seelentröster wirkt.

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Ulf Meisner (Christian Schneeweiss) sieht sich in der Rolle des Sheriffs im Viertel, das lässt er Fiona (Juliette Larat) spüren. (Foto: SWR / Benoît Linder)

Wegzapp-Moment?

Nicht wirklich vorhanden - darauf einlassen ist die Devise, dann sorgt Johanna Sterns 25. Einsatz für solides Crime-Entertainment.

Wow-Faktor?

Da können die Uhren noch so oft eingeblendet werden, um dem Publikum nur ja zu vermitteln, Leute, das hier ist Echtzeit, so supersexy ist dieser Kniff allein nicht, anders gesagt: Es hat seine Gründe, warum anderthalbstündige Krimis aus zeitlich umfangreicherem, Fußballspiel-Zusammenschnitte dagegen aus überschaubarerem Material bestehen: In 90 Minuten passiert oftmals nicht allzu viel. Doch Autor und Regisseur Martin Eigler und Schnitt-Meisterin Claudia Lautner wissen, was sie tun, und verbauen die Story zu einem Krimi, der für einnehmende Sogwirkung sorgt und bis zum Schluss fesselt.

Wie war's?

7,5 von 10 Punkten - Die Funktion folgt hier der Form, sprich, das Echtzeit-Format ist der Star. Das allein mag passionierte Cineasten schon am entsprechenden Nerv kitzeln, für Suspense mit Nägelkauen sorgt jedoch erst das Schlussdrittel.

Quelle: ntv.de

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