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"Tatort: Explosive Mischung"Sieben kurze Geschichten der Zeit

04.10.2026, 22:08 Uhr
imageVon Ingo Scheel
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Lisa Bitter als Johanna Stern und Ulrike Folkerts als Lena Odenthal ermitteln im "Tatort - Explosive Mischung" in Echtzeit. (Foto: SWR/Benoît Linder)

Timecodes, Splitscreens, Zifferblätter - Filme in Echtzeit erfordern einiges an dramaturgischem Fingerspitzengefühl. Der Ludwigshafener "Tatort" überzeugte vor allem mit einem rasanten Showdown. Hier sind sieben Realtime-Klassiker.

1. Cocktail für eine Leiche (Rope, 1948, USA)

Darsteller: James Stewart, John Dall, Farley Granger

Regie: Alfred Hitchcock

Zwei junge Männer ermorden einen Bekannten und verstecken die Leiche in einer Truhe, anschließend veranstalten sie darüber eine Dinnerparty. Mit genialen Schnitten lässt Regisseur Hitchcock den Film aussehen, als wäre er in einem einzigen Take gedreht.

2. Zwölf Uhr mittags (High Noon, 1952, USA)

Darsteller: Gary Cooper, Grace Kelly, Thomas Mitchell

Regie: Fred Zinnemann

Sheriff Will Kane erwartet seinen Todfeind mit dem Mittagszug, gerade mal 80 Minuten bleiben ihm, um Unterstützung für den ultimativen Showdown zu finden. Die Uhrzeit im legendären Titel symbolisiert das unerbittliche Ticken, der Countdown bis zum großen Finale verläuft im Minutentakt.

3. Lola rennt (1998, Deutschland)

Darsteller: Franka Potente, Moritz Bleibtreu, Herbert Knaup

Regie: Tom Tykwer

Lola muss innerhalb von 20 Minuten 100.000 Mark auftreiben, um ihren Freund Manni zu retten. Die Geschichte wird dreimal mit unterschiedlichen Verläufen erzählt, jede Variante folgt dabei weitgehend ihrer eigenen Echtzeit. Tykwers rasant montierte Story schrieb 1998 deutsche Filmgeschichte.

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Franka Potente rannte als Lola in Tom Tykwer Film "Lola rennt". (Foto: imago/United Archives)

4. Timecode (2000, USA)

Darsteller: Jeanne Tripplehorn, Stellan Skarsgård, Salma Hayek

Regie: Mike Figgis

Vier Kameras filmen gleichzeitig 90 Minuten lang vier miteinander verbundene Handlungsstränge, dabei ist der Screen durchgehend in vier Bilder geteilt. Geschnitten wird zwischen den Perspektiven nicht, keine leichte Entscheidung für den Zuschauer, wem man folgen möchte. Visuell stark, erzählerisch mit Schwächen, so die Kritik.

5. Nicht auflegen! (Phone Booth, 2002, USA)

Darsteller: Colin Farrell, Kiefer Sutherland, Forest Whitaker

Regie: Joel Schumacher

Kein Anschluss unter dieser Nummer? Von wegen. Als der New Yorker PR-Agent Stu Shepard einen Anruf erhält, gerät das Gespräch zum existenziellen Albtraum. Der Clou in Sachen Setting: Das rund 80-minütige Geschehen spielt sich nahezu vollständig in Echtzeit ab - in einer Telefonzelle.

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Großes Drama auf kleinstem Raum: Colin Farrell im Film "Nicht auflegen!". (Foto: imago images/Everett Collection)

6. Before Sunset (2004, USA/Frankreich)

Darsteller: Ethan Hawke, Julie Delpy, Vernon Dobtcheff

Regie: Richard Linklater

Neun Jahre nach ihrer ersten Begegnung treffen sich Jesse und Céline in Paris wieder. Ihnen bleiben nur wenige Stunden, bevor Jesse seinen Rückflug antreten muss. Während sie durch Paris flanieren, vergehen keine anderthalb Stunden. (K)eine Chance für die Liebe?

7. Victoria (2015, Deutschland)

Darsteller: Laia Costa, Frederick Lau, Franz Rogowski

Regie: Sebastian Schipper

Die junge Spanierin Victoria lernt in Berlin vier Männer kennen und gerät mit ihnen in eine Nacht voller Eskalationen. Der Film begleitet sie über rund zweieinhalb Stunden ohne Zeitsprünge. Gedreht wurde der gesamte Film in einem einzigen, ungeschnittenen Take.

Quelle: ntv.de

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