TV

Der "Tatort" im Schnellcheck Wien von seiner düstersten Seite

2_Tatort_Die_Amme.jpg

Eisner (Harald Krassnitzer, l.) und Fellner (Adele Neuhauser, 2.v.l.) ermitteln in einer grauslichen Mordserie.

(Foto: ARD Degeto/ORF/Prisma Film/Petro)

Bei Klingeln Mord: Der neue Wiener "Tatort" beginnt mit einer absoluten Horrorvorstellung. Dass es in der Folge nicht amüsanter wird, zeigen drei Schlagworte: Crack, Kindesentführung, Prostitution. Warum "Die Amme" trotzdem ein gelungener Wochenabschluss ist, lesen Sie hier.

Was passiert?

11_Tatort_Die_Amme.jpg

Kommissarin Fellner verhört einen Mann, der nicht nur wegen seines Vokuhilas höchst verdächtig ist.

(Foto: ARD Degeto/ORF/Prisma Film/Petro)

In einer trostlosen Wiener Wohngegend wird eine alleinerziehende Mutter in ihrem eigenen Haus erstochen, von dem Jungen fehlt jede Spur. Eisner (Harald Krassnitzer) und Fellner (Adele Neuhauser) nehmen die Ermittlungen auf, finden aber zunächst nur den Wagen der Ermordeten und ein "HILF", eingeritzt auf dem Rücksitz. Die Kommissare befürchten das Schlimmste, treten aber bei ihren Ermittlungen auf der Stelle: Ein mysteriöser verdeckter Ermittler, Prostitution und eine neue Crack-Welle - nichts scheint zusammenzupassen, dabei läuft die Lösung den Ermittlern gleich mehrfach über den Weg.

Worum geht es wirklich?

Menschliche Abgründe, die aus unverarbeiteten Kindheitstraumata entstehen. Zumindest im "Tatort" sind die mittlerweile das Spezialgebiet von Regisseur Christopher Schier: Nachdem der Österreicher vergangenes Jahr in "Lass den Mond am Himmel stehen" schonungslos die Untiefen gutbürgerlicher Familienhöllen aufgezeigt hat, kann man "Die Amme" als inoffizielle Fortsetzung unter umgedrehten Vorzeichen verstehen.

Wegzapp-Moment?

Gibt es jede Menge. Allerdings nicht wegen mangelnder Qualität, sondern weil viele Szenen einfach so grauslich sind, dass es einen bald im Fernsehsessel zerreißt. Wer tatsächlich wegzappt, verpasst dann aber auch einen der spannendsten Thriller des noch jungen Jahres.

Wow-Faktor?

Mehr zum Thema

Die titelgebende Amme ist ein Psychopath der Sonderklasse - und mit dem ehemaligen Burgtheater-Schauspiele Max Mayer exzellent besetzt. Wenn sich der Entführer im Crack-Rausch im Spiegel anschaut, fröstelt es durch den Fernseher hindurch.

Wie ist es?

9 von 10 Punkten. "Die Amme" ist ein ungemein packender Thriller. Wer sich im Anschluss ähnlich schlaflos wie die Filmkommissarin im Bett herumwälzt, muss sich kein bisschen schämen.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.