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Wieder was gelernt Weniger Kliniken, bessere Versorgung?

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(Foto: imago images / CHROMORANGE)

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In Deutschland gibt es überdurchschnittlich viele Krankenhäuser, aber eine unterdurchschnittliche Versorgung. Warum? Weil unsere Kliniken funktionieren wie in den 1970er-Jahren und wir vergessen haben, wofür sie eigentlich da sind.

Einen Lösungsvorschlag für dieses Problem hören Sie in dieser Ausgabe von "Wieder was gelernt". Lesen Sie hier einen kurzen Auszug.

Wenn wir ins Krankenhaus gehen, erwarten wir, dass wir in guten Händen sind. Meistens ist dem nicht so, sagt Reinhard Busse, Professor für Management im Gesundheitswesen an der TU Berlin. Notfälle wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall können beispielsweise nur ein Drittel unserer Kliniken behandeln.

"Wenn Sie nachts ins Krankenhaus kommen, kommt als Erstes kein Facharzt, sondern ein Assistenzarzt. Der muss den Facharzt rufen. Die Krankenhäuser haben nach geltendem Recht 30 Minuten Zeit, den Facharzt hinzuzuziehen - auch im Notfall. Dann wird festgestellt: Wir haben gar kein Herzkatheter-Labor. Wir gaukeln dem Bürger eine Scheinversorgung vor."

Scheinversorgung - das ist das Fazit einer neuen Studie der Bertelsmann Stiftung. Darin hat Reinhard Busse gemeinsam mit anderen Gesundheits-Experten untersucht, was genau in unserem Krankenhaussystem falsch läuft. Das Ergebnis: Wir haben zu viele Krankenhäuser mit zu vielen Betten und zu vielen Patienten, die dort eigentlich nicht hingehören. Wichtige Ausstattung und Personal sind dagegen rar.

"Unsere Ergebnisse - wie viele Patienten versterben, wie viele Patienten Komplikationen haben, wie viele Patienten erneut behandelt werden müssen - sind schlechter als in anderen Ländern. Deswegen brauchen wir weniger Krankenhäuser, in denen wir Kräfte bündeln. Das hat nur an wenigen Orten Sinn, wo dann aber auch rund um die Uhr das Herzkatheter-Labor offen und ein Arzt da ist, damit der Patient gleich behandelt wird."

Die Lösung der Forscher lautet: weniger, aber echte Krankenhäuser. Das würde auch beim Pflegemangel helfen.

Wieder was gelernt

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Quelle: n-tv.de