Panorama

Bus und Laster gehen in Flammen auf 43 Menschen sterben bei Unfall in Frankreich

Frankreichs Präsident Hollande spricht von einer "schrecklichen Tragödie": In der Nähe von Bordeaux stoßen ein Lastwagen und ein vollbesetzter Bus mit Rentnern zusammen. Die Insassen haben keine Chancen. An der Unglücksstelle spielen sich entsetzliche Szenen ab.

Beim Zusammenstoß eines Busses mit einem Lastwagen in Frankreich sind mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen. Das teilte die Feuerwehr mit. Der Unfall ereignete sich am frühen Morgen nahe Libourne bei Bordeaux in Südwestfrankreich.

Libourne

Libourne

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Wie die Feuerwehr mitteilte, handelt es sich bei den Toten um den Lkw-Fahrer sowie 42 Insassen des Busses. Acht Menschen konnten sich retten, wurden allerdings verletzt. Zwei Menschen hätten Verbrennungen erlitten, zwei eine Gehirnerschütterung, teilte die Präfektur des Départements Gironde mit. Vier weitere Menschen kamen demnach mit leichten Verletzungen davon. Die meisten Opfer stammen aus der Nähe des Unglücksorts. Der Bus brannte komplett aus.

n-tv Reporterin Romy Straßenburg berichtet, dass der Bus und der Laster durch die Wucht des Aufpralls sofort in Flammen aufgingen. Für die Insassen war es kaum möglich, sich zu retten. Viele versuchten noch, die Scheiben des brennenden Busses einzuschlagen.

Das Unglück ereignete sich auf der Landstraße 17 im bekannten Weingebiet Saint-Emilion auf dem Gebiet der Gemeinde Puisseguin. "Offenbar hat der Lastwagenfahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verloren", sagte der Bürgermeister von Puisseguin, Xavier Sublett, dem Radiosender RTL. "Er hat sich quer auf die Straße gestellt.

Der Busfahrer hat den Unfall kommen sehen und hat versucht, ihn zu verhindern." Der Busfahrer habe den Zusammenstoß nicht verhindern, aber noch den Türöffnungsmechanismus betätigen können. Auf der engen Kurve der Straße hatten sich schon öfter schwere Unfälle ereignet.

Rund 60 Feuerwehrleute eilten mit etwa 20 Einsatzfahrzeugen zu der Unglücksstelle, auch Hubschrauber waren im Einsatz. Für die Angehörigen der Opfer wurde eine psychologische Krisenzelle eingerichtet.

Schlimmstes Verkehrsunglück seit Jahrzehnten

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Hollande äußert sich erschüttert nach dem Unglück.

(Foto: REUTERS)

Der Bus war nach ersten Informationen am frühen Morgen nur wenige Kilometer nördlich vom Unfallort losgefahren. Er beförderte Senioren zu einem Ausflug in die Region Béarn am Fuß der Pyrenäen, wie die Regionalzeitung "Sud-Ouest" unter Berufung auf die Bürgermeisterin des Heimatortes berichtete.

Eine Anwohnerin sagte dem Nachrichtensender i-Télé, der Unfall habe sich in einer als gefährlich bekannten Kurve ereignet. Am selben Ort gab es bereits früher Unfälle. Es ist das dramatischste Verkehrsunglück in Frankreich seit mehr als 30 Jahren und das schwerste in Europa seit mehr als zehn Jahren.

Nach Informationen von Europe 1 saßen in dem Bus Rentner. Kinder sind nicht unter den Opfern. Präsident François Hollande sprach von einer "schrecklichen Tragödie". Regierungschef Manuel Valls, Innenminister Bernard Cazeneuve und Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies machten sich umgehend auf den Weg zur Unglücksstelle. Wie der Präfekt der Gegend ankündigte, wird es eine gerichtliche Untersuchung geben. Der Bürgermeister des kleinen Ortes, an dem sich der Unfall ereignete, sagte: "Wir sind von Trauer überwältigt."

Quelle: n-tv.de, ghö/AFP/dpa