Panorama

Mobile Teams für mehr Tempo Ärzte für verstärktes Impfen in Brennpunkten

95d2c736757fae1bd45e89933e3e7f84.jpg

In Köln-Chorweiler liegt die Inzidenz bei 500, in Köln-Hahnwald bei 0.

(Foto: dpa)

Menschen, die nicht gut Deutsch verstehen oder in beengten Wohnverhältnissen leben, profitieren weniger von den zahlreichen Corona-Informationsmaßnahmen. Das zeigt sich auch an den Zahlen der Covid-Patienten. Intensivmediziner fordern deshalb mehr Anstrengungen, diese Bevölkerungsgruppen schneller zu impfen.

Intensivmediziner haben an Länder und Kommunen appelliert, verstärkt in sozialen Brennpunkten Corona-Schutzimpfungen vorzunehmen, um die Krankenhäuser zu entlasten. "Auf den Intensivstationen liegen überdurchschnittlich viele Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten, Menschen mit Migrationshintergrund und sozial Benachteiligte", sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Christian Karagiannidis, der "Rheinischen Post".

"Um diese Menschen besser zu schützen und die Intensivstationen zu entlasten, sollten alle Bürgermeister und Gesundheitsämter mobile Impfteams in die sozialen Brennpunkte ihrer Städte schicken. Das würde eine Menge bringen, denn das Impftempo ist derzeit vielversprechend", sagte Karagiannidis.

Der Deutsche Städtetag plädierte ebenfalls für mehr Anstrengungen, um sozial Benachteiligte zu impfen. "Soziale Unterschiede dürfen nicht dazu führen, dass ein Teil der Menschen abgehängt wird, weil für sie der Zugang zu Impfungen zu schwer ist", sagte Städtetags-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Um mehr Menschen individuell anzusprechen, müssten auch mobile Impfteams stärker eingesetzt werden.

Mehrsprachige Informationen

Mehr zum Thema

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, bezeichnete es in der "Rheinischen Post" als wichtig, in sozialen Brennpunkten die Menschen "gezielt zu informieren und mehrsprachige Informationen zur Impfung zur Verfügung zu stellen". Zudem sollten die Menschen bei der Wahrnehmung ihrer Impftermine unterstützt werden. "Eine Priorisierung und damit ein Abweichen von der Impfreihenfolge halten wir derzeit nicht für zielführend", betonte Landsberg.

Der Zusammenhang von sozioökonomischem Status und Gesundheit ist seit Langem bekannt. Menschen mit niedrigem beziehungsweise geringerem sozioökonomischen Status leiden in der Regel häufiger unter Vorerkrankungen, die mit einem besonderen Risiko für einen schweren Verlauf einer Infektion verbunden sind. Gleichzeitig sind die Lebensbedingungen der Menschen ein wesentlicher Faktor.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.