Panorama

Verbände warnen vor Schließungen Berliner Online-Unterricht versagt

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Experten warnen vor den Folgen von Schulschließungen und Online-Unterricht. In Berlin funktioniert der nicht einmal technisch.

(Foto: imago images/Westend61)

Schulen auf oder zu? Das ist eine der schwierigsten Fragen in der Corona-Pandemie. Lehrerverbände und Kinderärzte warnen vor den Folgen der Schließungen. In Berlin scheitert derweil der Start des Heimunterrichts übers Internet.

Im Land Berlin ist der Start der größten Online-Lernplattform schiefgegangen, wie der "Tagesspiegel" berichtete. Mehrere Eltern twitterten demnach, dass der "Lernraum Berlin" nicht richtig funktioniere. Über die Plattform sollte eigentlich der Heim-Unterricht organisiert werden. Darüber sollen Videokonferenzen laufen und Aufgaben hinterlegt werden. Fachleute hätten die technischen Probleme bestätigt. In einer Fehlermeldung der App heißt es, dass es "vereinzelt Ladeschwierigkeiten" gebe. Man arbeite "mit Hochdruck" an einer Lösung. Nach ntv.de-Informationen gab es auch Probleme bei der ähnlichen App "sdui".

Währenddessen warnten Kinderärzte und ein Lehrerdachverband vor den negativen Auswirkungen der Schulschließungen. Die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und der Deutsche Lehrerverband forderten von der Politik bundeseinheitliche und verbindliche Rahmenbedingungen und zusätzliche Gesundheitsschutzmaßnahmen, "damit unsere Schulen so bald wie möglich für eine Rückkehr zum Unterrichtsbetrieb bestmöglich vorbereitet sind".

Die Lehrerverbände erklärten, die Frage, wie der Schulbetrieb nach den Weihnachtsferien wieder möglich sei, könne selbstverständlich "nicht losgelöst vom regionalen und überregionalen Infektionsgeschehen betrachtet werden". Auch wenn Schulen in der Regel nicht zu den Infektionshotspots zählten, seien sie Teil des Infektionsgeschehens.

Ferien nicht verlängern

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Diese Fehlermeldung in der Berliner App sdui mussten Eltern und Schüler zum Wochenstart erdulden.

(Foto: Screenshot ntv.de)

Präsenzunterricht sei aber sowohl zur Erfüllung des Bildungsauftrags als auch unter psychosozialen Gesichtspunkten das Beste für Kinder und Jugendliche. "Schule und Bildung gehören zu den Grundbedürfnissen der Kinder", erklärte DAKJ-Generalsekretär Hans-Iko Huppertz. Eine Schulschließung habe auch "nachteilige Auswirkungen" auf die psychosoziale und motorische Entwicklung, die Benachteiligung sozial Schwächerer, die Gefährdung von Kindern mit besonderen Bedarfen und die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen.

Den Vorschlag, die Weihnachtsferien bis Ende Januar zu verlängern und dafür die Sommerferien zu verkürzen, lehnen beide Dachverbände ab. "Eine Verlängerung von Ferien ist nichts anderes als eine weitere Phase der Schulschließung, in der wir Kinder und Jugendliche sich selbst überlassen und unseren Bildungsauftrag nicht wahrnehmen", erklärte Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Lehrerverbands.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will am Dienstag mit den Regierungschefs der Bundesländer über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Zuvor stimmen sich am Montag die Kultusminister der Länder ab. Der seit Mitte Dezember geltende harte Lockdown wurde zunächst bis zum 10. Januar - also kommenden Sonntag - befristet. Im Vorfeld der Beratungen zeichnete sich ein breiter Konsens über eine Verlängerung ab. Offen ist aber unter anderem, wie weiter mit den Schulen und Kitas verfahren wird.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP