Panorama

Foodwatch fordert BesteuerungDeutsche nehmen über Getränke viel mehr Zucker auf als andere Europäer

15.02.2026, 11:42 Uhr
00:00 / 03:13
Untertasse-mit-Zuckerwuerfeln-auf-gestreiftem-Hintergrund
Knapp 26 Gramm Zucker nehmen die Deutschen über Getränke auf - jeden Tag. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Die Deutschen nehmen zu viel Zucker zu sich. In einer Datenauswertung für zuckerhaltige Getränke liegen sie sogar im europäischen Vergleich vorn. Das habe auch mit einer fehlenden Zuckersteuer zu tun, beklagt Foodwatch. In Großbritannien habe die tatsächlich etwas bewirkt.

In Deutschland nehmen die Menschen einer Datenauswertung zufolge täglich fast 26 Gramm Zucker allein durch Getränke zu sich. Damit belege die Bundesrepublik den ersten Rang unter den zehn bevölkerungsreichsten westeuropäischen Ländern, erklärte die Verbraucherorganisation Foodwatch. Auf Platz zwei befindet sich demnach Österreich mit rund 23 Gramm pro Tag, darauf folgen die Niederlande mit 20 Gramm. Foodwatch bekräftigte die Forderung nach einer Zuckersteuer.

Am wenigsten Zucker durch Limonade, Fruchtsaft und Ähnliches konsumieren Menschen demnach in südeuropäischen Ländern. Den geringsten Zuckerkonsum durch Getränke haben die Italienerinnen und Italiener mit 9,5 Gramm pro Kopf und Tag, danach kommen Portugal und Spanien sowie Frankreich. Umgerechnet nimmt ein Konsument in Deutschland damit im Monat rund 500 Gramm mehr Zucker nur durch Getränke zu sich als in Italien.

Luise Molling von Foodwatch sprach mit Blick auf Deutschland von einem "traurigen Spitzenplatz". "Der flüssige Zucker macht krank und kostet unser Gesundheitssystem Milliarden", gab sie an. Foodwatch forderte die CDU vor ihrem Bundesparteitag am kommenden Freitag und Samstag auf, "eine Zuckersteuer nicht länger zu blockieren".

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hatte Ende letzten Jahres eine Gesetzesinitiative seines Landes im Bundesrat zur Einführung einer bundesweiten Zuckersteuer angekündigt. Ein entsprechender Antrag sollte auch auf dem CDU-Bundesparteitag eingebracht werden.

In Großbritannien sank der Zuckergehalt

Foodwatch fordert eine solche Steuer schon seit Jahren - Vorbild ist dabei Großbritannien. Dort fällt seit 2018 auf Getränke eine Zusatzabgabe an, die sich nach der Menge des zugesetzten Zuckers richtet.

Seitdem sei der Zuckergehalt in Getränken in Großbritannien um 35 Prozent gesunken, teilte Foodwatch mit. So enthalte das Erfrischungsgetränk Fanta dort inzwischen nur noch 4,5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter - in Deutschland seien es 7,6 Gramm. Pro Kopf und Tag konsumierten die Britinnen und Briten nun 16 Gramm Zucker durch Getränke, der Zuckerkonsum sei damit "deutlich gesunken", erklärte Foodwatch.

Grundlage für die Ergebnisse der Auswertung sind laut Foodwatch Daten des Marktforschungsinstituts Euromonitor. Euromonitor berechnet demnach Verbrauchszahlen für Inhaltsstoffe basierend auf Verkaufsdaten der Endprodukte und anhand der Rezepturen für die relevantesten Produkte.

Quelle: ntv.de, als/AFP

GroßbritannienDeutschlandFoodwatchZuckerGesundheitEuropaZuckersteuer