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Banden nehmen Fahrgäste aus Diebe schlagen häufiger an Bahnhöfen zu

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Diebstahl mit System: Mit einem Trick locken Taschendiebe ihr Opfer in die Falle.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Zahl der Gepäck- und Taschendiebstähle an Bahnhöfen und Zügen klettert auf einen neuen Höchstwert. Bei den Tätern handelt es sich oftmals um professionelle Banden, die ihre Opfer mit immer raffinierteren Tricks in die Falle locken.

Die Zahl der Taschen- und Gepäckdiebstähle an Bahnhöfen und in Zügen hat erneut deutlich zugenommen. Im vergangenen Jahr waren es nach Angaben der Bundespolizei 44.800 Taten, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Diese Zahl stammt aus dem Jahresbericht der Behörde, der demnächst veröffentlicht wird. 2016 dürften es demnach erwartungsgemäß noch mehr Fälle werden.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die zuständigen Behörden einen Anstieg um rund ein Viertel. Davor - von 2013 auf 2014 - hatte es schon einen Anstieg von 20 Prozent gegeben. Nach Angaben der Bundespolizei handele es sich oft um professionelle Täter, die international auf Beutezug gehen. Woher die Banden stammen, geht aus dem Bericht nicht hervor. Bekannt ist bislang nur, dass sie arbeitsteilig in Gruppen von drei bis sechs Personen agieren. In Berlin gehen die Gruppen laut Berliner Zeitung verschieden vor: Diebe aus Polen tarnen sich als Rollkoffer ziehende Touristen und bestehlen Fahrgäste beim Einsteigen. Banden aus Rumänien drängeln sich auf Rolltreppen an Opfer heran. Diebe aus Moldawien machen sich an schlafende Fahrgäste heran.

Das Vorgehen folgt oft einem festgelegten Schema: Ein Täter beobachtet die Umgebung. Einer lenkt das Opfer ab, ein Dritter langt zu, wie etwa beim Hilfetrick. Während der eine Täter das Opfer um Hilfe beim Lesen des Fahrplans bittet, lässt sein Komplize Koffer oder Taschen des Opfers mitgehen.

Die Bundespolizei empfiehlt zum Selbstschutz, nicht offen mit Bargeld zu hantieren und Geld, Kreditkarten, Papiere sowie andere Wertsachen stets eng am Körper zu tragen - am besten in verschlossenen Innentaschen. Auch im Zug sollten sich Fahrgäste nicht so sicher wie im eigenen Wohnzimmer fühlen.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa

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