Panorama

Generalbundesanwalt ermittelt Dresdner Angreifer ist bekannter Islamist

Vor zwei Wochen stirbt in Dresden ein Tourist aus NRW nach einem Messerangriff. Nun hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Es handelt sich um einen Syrer - laut einem Medienbericht soll es sich um einen islamistischen Gefährder handeln. Die Bundesanwaltschaft übernimmt nun die weiteren Ermittlungen.

Zwei Wochen nach einer Messerattacke auf zwei Touristen in Dresden mit einem Toten und einem Verletzten haben die Ermittler einen Verdächtigen gefasst. Der 20-Jährige sei am Dienstagabend in Dresden festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in der sächsischen Hauptstadt mit. Weil die Tat am 4. Oktober laut Bundesanwaltschaft einen radikal-islamistischen Hintergrund hatte, übernimmt der Generalbundesanwalt die Ermittlungen dazu. Bei dem Beschuldigten handelt es sich laut Behörden um einen Syrer.

Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, dass es sich bei dem Mann um einen islamistischen Gefährder handelt. Demnach ist er den sächsischen Sicherheitsbehörden seit geraumer Zeit als gewaltbereiter Extremist bekannt. Unter anderem sei er wegen Anleitung zur Begehung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor einiger Zeit zu mehr als zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Auf die Spur des Mannes kamen die Ermittler nach eigenen Angaben "im Zuge der Spurenauswertung". Die Ergebnisse begründeten den Tatverdacht. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll es sich dabei um DNA-Spuren handeln. Sie befanden sich demnach an dem als Tatwaffe verwendeten Küchenmesser, das nach dem Verbrechen vom 4. Oktober von der Polizei blutverschmiert am Tatort in der Innenstadt in der Nähe von Sehenswürdigkeiten wie der Frauenkirche und dem Grünen Gewölbe gefunden wurde. Die DNA des Verdächtigen war demnach bereits in den Polizei-Datenbanken gespeichert.

Seit 2015 in Deutschland

Angaben zu einem möglichen Tatmotiv des Beschuldigten machten die Behörden bisher nicht. Aufgrund der Ermittlungsergebnisse sei sofort eine Fahndung eingeleitet worden, erklärten sie. Dabei sei der Verdächtige dann am Dienstagabend in der Innenstadt unweit des einstigen Tatorts entdeckt und umgehend festgenommen worden. Der Beschuldigte sei seit 2015 in Deutschland und habe eine Duldung. Nach ihm sei gezielt gefahndet worden, die Handschellen klickten in der Innenstadt. Die Polizei hatte in Anlehnung an den Tatort unter dem Namen "Schloßstraße" eine Sonderkommission mit 29 Beamten eingerichtet.

Bei der Attacke auf zwei Touristen war ein 55-Jähriger so schwer verletzt worden, dass er im Krankenhaus starb. Ein 53-Jähriger überlebte mit schweren Blessuren. Die beiden Männer kamen aus Nordrhein-Westfalen und besuchten gemeinsam Dresden - der Getötete stammte aus Krefeld, der Überlebende aus Köln. Der Täter stach am Abend gegen 21.30 Uhr an einem Sonntag zu. Passanten hatten die Opfer gefunden und die Rettungskräfte alarmiert. Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein, um das Verbrechen aufzuklären.

Quelle: ntv.de, vpe/kst/AFP/dpa