Panorama

Grausame Tat schockiert Brasilien Dutzende Männer vergewaltigen 16-Jährige

In Brasilien behauptet eine 16-Jährige, von Dutzenden Männern vergewaltigt worden zu sein. Die Polizei nimmt Ermittlungen auf, nachdem im Internet ein Video von der mutmaßlichen Tat auftaucht. Der Fall erschüttert das Land bis in die politische Spitze.

Die Gruppenvergewaltigung einer 16-Jährigen hat in Brasilien Entsetzen ausgelöst. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben Ermittlungen auf, nachdem ein Video der Tat im Internet aufgetaucht war. Der Handy-Film soll zeigen, wie die Jugendliche nackt, regungslos und mit blutender Scheide auf einem Bett liegt. Eine männliche Stimme sagt, sie sei von mehr als 30 Männern vergewaltigt worden.

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Die 16-Jährige, Mutter eines dreijährigen Kindes und laut Presseberichten drogenabhängig, sagte bei der Polizei aus, sie sei von 33 bewaffneten Männern in einem Armenviertel im Westen von Rio de Janeiro sexuell missbraucht worden. Die Familie des Mädchens soll von Nachbarn auf das Video der mutmaßlichen Vergewaltigung hingewiesen worden sein. Eltern und Großeltern brachten sie daraufhin in ein Krankenhaus.

Der Polizeichef von Rio, Fernando Veloso, sagte bei einer Pressekonferenz, es gebe starke Hinweise darauf, dass die junge Frau vergewaltigt worden sei. "Wir können nicht sagen, ob es 30, 33 oder 36 Angreifer gab", fügte er hinzu. Dies würden die Ermittlungen zeigen. Die Polizei habe bislang vier Verdächtige ausfindig gemacht, die "direkt oder indirekt" beteiligt gewesen sein sollen.

Große Anteilnahme in sozialen Netzwerken

Brasiliens Übergangspräsident Michel Temer verurteilte die Tat aufs Schärfste. "Es ist absurd, dass wir im 21. Jahrhundert mit solchen barbarischen Straftaten leben sollen", sagte er. Temer zufolge berieten Behördenvertreter bereits über neue Maßnahmen, um Gewalt gegen Frauen zu verhindern. Demnach soll eine entsprechende Sonderabteilung geschaffen werden.

Tausende Internetnutzer machten mit dem Slogan "Ich kämpfe für ein Ende der Vergewaltigungskultur" ihrer Empörung Luft. Das Opfer bedankte sich im Online-Netzwerk Facebook für die Anteilnahme in der Bevölkerung. Über die Folgen der Tat sagte sie, diese bereite ihr "mehr Schmerzen in der Seele als im Unterleib".

In der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro finden im August die Olympischen Sommerspiele statt. Die Stadt ist bekannt für ihre hohe Zahl von Gewaltverbrechen. Sexuelle Gewalt ist ein landesweites Problem. Im Jahr 2014 verzeichnete die brasilianische Polizei laut einer Nichtregierungsorganisation alle elf Minuten einen sexuellen Übergriff.

Quelle: n-tv.de, cri/AFP/dpa