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Kleiner Tsunami ausgelöst Erdbeben kostet Dutzende das Leben

Nach dem schweren Erdbeben vor Mexiko wird nun das Ausmaß der Zerstörung deutlich. Es gibt viele Tote und Verletzte. An der Küste fliehen Menschen wegen Tsunamigefahr. Das Beben ist so stark, dass es sogar die deutsche Hauptstadt um ein paar Millimeter bewegt.

Beim schwersten je gemessenen Erdbeben in der Geschichte Mexikos sind mindestens 61 Menschen getötet worden, wie die Behörden mitteilten. Davon 45 im südlichen Bundesstaat Oaxaca, 10 in Chiapas und drei in Tabasco. Wie Präsident Enrique Pena Neto mitteilte, gab es mindestens 200 Verletzte, rund 1800 Soldaten wurden in die Katastrophenregion geschickt. Inzwischen ist Mexiko von rund 185 Nachbeben erschüttert worden. Nach Angaben des Seismologischen Instituts hatte das stärkste Nachbeben eine Stärke von 6,1.

Am schlimmsten wurde die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca getroffen, wo mindestens 17 Menschen starben. Dort stürzte auch das Rathaus ein. Das Erdbeben hatte sich am späten Donnerstagabend (Ortszeit) den Süden des Landes vor der Pazifikküste ereignet. Es hatte eine Stärke von 8,2 und war damit noch stärker als die bisherigen Rekordbeben 1932 und 1985.

Menschen verlassen Hafenort

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Bloß nach draußen: Bewohner von Mexiko-Stadt stehen auf der Straße.

(Foto: dpa)

Im Bundesstaat Chiapas haben die Behörden Menschen wegen der Tsunamigefahr in Sicherheit gebracht. Die Bewohner von Puerto Madero, einem Hafenort in der Nähe der Grenze zu Guatemala, seien vorsichtshalber in Sicherheit gebracht worden, teilte die Zivilschutzbehörde von Chiapas am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) mit. Die Behörde veröffentlichte Bilder von der Evakuierung. Darauf war zu sehen, dass Bewohner in Lastwägen in Sicherheit gebracht wurden. Die hohen Wellen blieben aber aus.

Das Epizentrum lag vor der Küste des Bundesstaates Chiapas im Pazifik. Die Erschütterungen waren sogar in der rund tausend Kilometer entfernten Hauptstadt Mexiko-Stadt zu spüren. Dort gerieten Häuser ins Wanken. Menschen rannten in Panik aus ihren Häusern. An der Küste stellte die wichtige Ölraffinerie Salina Cruz als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend den Betrieb ein.

Tsunami-Wellen ausgelöst

In den am stärksten betroffenen Regionen suchten die Rettungskräfte nach Verschütteten. In dem Touristenort Oaxaca stürzten Augenzeugen zufolge Teile eines Hotels ein. In Mexiko-Stadt gingen Fensterscheiben zu Bruch, in einigen Stadtteilen fiel der Strom aus.

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Ein Supermarkt in Oaxaca.

(Foto: dpa)

Auch im benachbarten Guatemala bebte die Erde. Die Erdstöße lösten Tsunami-Wellen aus, die mit einer Höhe von etwa 70 Zentimetern auf die mexikanische Küste trafen. Dies sei jedoch kein Anlass zu großer Besorgnis, sagte Präsident Pena Neto. Dennoch waren einige Regionen vorsorglich evakuiert worden. An diesem Freitag wurden zahlreiche Nachbeben der Stärke 4,3 bis 5,7 registriert. Bei dem starken Beben im Jahr 1985 waren weite Teile von Mexiko-Stadt dem Erdboden gleichgemacht worden. Es gab fast 10.000 Tote.

Erdbeben bewegt Berlin um Millimeter

Das Beben war auch in Deutschland messbar. Die seismischen Wellen seien unter anderem von der seismologischen Station in Rüdersdorf bei Berlin erfasst worden, erklärte das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam. "Die ersten Wellen trafen hier knapp 13 Minuten nach dem Ereignis um kurz nach 7 Uhr (MESZ) ein. Gegen halb acht seien dann die sogenannten Oberflächenwellen hier eingetroffen, hieß es weiter. "Diese haben dazu geführt, dass die Region Berlin jeweils um rund vier Millimeter nach oben und unten bewegt wurde." Für Menschen sei das aber nicht wahrnehmbar gewesen.

Eine ähnliche Bewegung hatte es auch nach dem schweren Erdbeben am 11. März 2011 vor Japan gegeben, das zur Fukushima-Katastrophe führte. Dem GFZ zufolge wurde durch das Beben der Raum Berlin um rund sieben Millimeter angehoben und um zehn Millimeter gesenkt. Dass sich eine Region bewegt, ist an sich nicht ungewöhnlich. Laut den Forschern wird das Festland durch die Gezeiten "zwei Mal am Tag um einige Zentimeter gehoben und bei der Gegenbewegung ("Ebbe") entsprechend gesenkt.

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(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Quelle: n-tv.de, hul/dpa/rts/AFP

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