Panorama

Tatwaffe und Leichenteile fehlen Ermittler suchen nach Hohlräumen in U-Boot

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Die Frage, was genau an Bord der "Nautilus" passiert ist, beschäftigt nicht nur die Polizei, sondern auch die dänische Öffentlichkeit.

(Foto: dpa)

Nach dem Fund des Torsos von Kim Wall in der Køge-Bucht sucht die dänische Polizei nach den noch fehlenden Leichenteilen - und der Tatwaffe. Während sie die "Nautilus" nach Hohlräumen absuchen, bleibt der mordverdächtige Peter Madsen viele Antworten schuldig.

Die Polizei in Kopenhagen hat damit begonnen, das U-Boot "Nautilus" mit einem Scanner abzusuchen. Das geschehe aufgrund zahlreicher Hinweise, dass U-Boote im Allgemeinen - und konkret das des Erfinders Peter Madsen - über Hohlräume verfügten, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Gesucht werde nach Spuren eines Verbrechens und einer möglichen Tatwaffe. Es gebe aber keine konkreten Hinweise darauf, dass etwas im U-Boot versteckt sei.

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Am 21. August untersuchen Forensiker den angespülten Torso von Kim Wall.

(Foto: dpa)

Der Däne Peter Madsen hatte ausgesagt, dass die schwedische Journalistin Kim Wall an Bord der "Nautilus" ums Leben kam. Wie, ist nicht bekannt. In einer ersten Vernehmung hatte der 46-Jährige von einem Unfall gesprochen. Nach der Bergung des gesunkenen U-Bootes hatten die Ermittler Blutspuren von Wall im Innern der "Nautilus" entdeckt.

Mehrere Tage nach dem Verschwinden der Reporterin war der Torso ihrer Leiche südlich von Kopenhagen angeschwemmt worden - doch von ihren Gliedmaßen, ihrem Kopf und ihrer Kleidung fehlt nach wie vor jede Spur. Mit Spezialhunden, die auch im Wasser Witterung aufnehmen können, soll die Køge-Bucht nun genauer abgesucht werden. Die Ermittler gehen davon aus, dass Madsen das U-Boot am 11. August absichtlich dort versenkt hat.

Indizien sprechen gegen Unschuld

Madsen werden Mord und Leichenschändung vorgeworfen. Er bestreitet dies zwar - doch alle Indizien deuten auf ihn: Bei der Obduktion des Torsos stellten die Rechtsmediziner fest, dass ein Gewicht aus Metall am Körper von Wall befestigt war, um sie auf den Meeresgrund zu ziehen. Außerdem seien zahlreiche Verletzungen festgestellt worden, durch die vermutlich Luft und Gase entweichen sollten, um ein Auftreiben der Leiche zu verhindern. Ob der Torso Spuren eines sexuellen Übergriffs aufwies, wollte Möller Jensen nicht sagen.

Das widerspricht einer ersten Version von Madsen, wonach er die Tote nach dem Unfall an Bord auf See bestattet habe. Nach wie vor bleibt der Verdächtige viele Antworten schuldig. Nach Ansicht seines Biografen, Thomas Djursing, sei Madsen zwar "seltsam", aber "nicht gewalttätig". Auch trinke er nicht und nehme keine Drogen. Allerdings habe Madsen "Wut auf Gott und die Menschen", sagte Djursing der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten". Die Behörden haben unterdessen eine psychiatrische Untersuchung Madsens angeordnet.

Quelle: ntv.de, jug/dpa

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