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Täter werden immer aggressiver Fast jedes Kind trifft im Netz Cybergroomer

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Kaum ein Kind ist heute noch ohne Handy. Viele sind damit auch im Internet unterwegs.

(Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Blend Images)

"Hey Süße, wie alt bist du?" - "13" - "Cool, schön reif und knackig, genau mein Ding. Ich bin 42. Hast du Bock?" Ein Chat wie dieser findet in Apps wie Knuddels und Randochat ständig statt. Cyberkriminologen gehen davon aus, dass sich kein Kind im Internet bewegt, ohne mindestens einmal einem Täter zu begegnen.

Von Cybergrooming spricht man, wenn Erwachsene im Internet gezielt Kinder ansprechen mit der Absicht, sie sexuell zu missbrauchen. Oft geben sich Täter in sozialen Netzwerken oder auf Chat-Plattformen selbst als Kinder aus, um Kontakt mit Kindern aufzunehmen und ihr Vertrauen zu gewinnen.

RTL Spezial "Angriff auf unsere Kinder"

Im RTL Spezial "Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können" (8. März, 20:15 Uhr) präsentiert Moderator Steffen Hallaschka ein Experiment. Welche Gefahren lauern für Kinder auf vermeintlich harmlosen Websites und in Apps? Und wie können wir sie davor schützen?

Und das passiert jeden Tag, überall. Opfer nehmen sexuelle Belästigungen im Netz teilweise als "normal", allenfalls noch als "lästig" wahr. Jedoch nicht immer als das, was sie sind, nämlich Straftaten. Selten komme es zur Anzeige, die Dunkelziffer sei extrem hoch, sagt Cyberkriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger. Und das wissen auch die Kriminellen.

Täter gehen online sehr aggressiv und teilweise offen vor, werden in ihrem Vorgehen radikaler. Einige fühlen sich im Internet sicher und "betreiben teilweise nur ein geringes Risikomanagement", sagt Rüdiger. "Manche Täter empfinden offenbar nur einen geringen Strafverfolgungsdruck, sodass sie nur geringe Maßnahmen treffen, um die Strafverfolgung zu erschweren." Er habe schon erlebt, dass sich Täter mit Klarnamen bei einer App angemeldet hätten. Doch woher rührt diese Skrupellosigkeit?

Tiktok, Instagram & Co. sind "Anbahnungsplattformen"

"Im Internet sind wir geballt und sichtbar mit einer Masse an Straftaten konfrontiert, die scheinbar keine Konsequenzen nach sich ziehen - dies stellt eine Art Kriminalitätstransparenz dar. Wer aber erlebt, dass er im Netz Normen brechen, Sexualdelikte begehen, Hass verbreiten kann, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden, dessen Hemmschwelle sinkt generell", erklärt Rüdiger. "Das führt dazu, dass Normen ihre Akzeptanz verloren haben: Wenn alle über die rote Ampel gehen, bin ich eher geneigt, selbst auch zu gehen."

Doch hier liegt auch eine Chance für die Ermittler. Denn kommt es doch einmal zu einer Anzeige, liegt die Aufklärungsquote bei über 80 Prozent, weil die enthemmten Täter in den Chats viel von sich preisgeben, um sich den Kindern zu nähern. Das wird ihnen am Ende zum Verhängnis.

Tiktok, Instagram, Knuddels, Likee, Snapchat, Quizduell und Co. dienen dem Experten zufolge als "Anbahnungsplattformen", wo die Täter ihre potenziellen Opfer aufspüren. "Häufig leiten die Täter die Kinder dann auf Messenger wie Whatsapp oder KIK weiter." Spätestens hier hinterlässt der Täter dann einen digitalen Fußabdruck, der zu ihm zurückverfolgt werden kann.

Auf das Smartphone vorbereiten

Für Eltern ist das Wissen um die dunklen Gestalten, die scheinbar unkontrolliert im Internet ihr Unwesen treiben können, beängstigend. Zumal sie in den allermeisten Fällen nicht erfahren, wenn ihr Kind sexuell belästigt wurde. "Typischerweise ist es so, dass sich die Kinder erst an ihre Eltern wenden, wenn der Leidensdruck sehr hoch ist", sagt Rüdiger. Er kenne Fälle, bei denen Kinder zuerst die Polizei alarmierten, statt mit den Eltern zu reden.

Warum aber vertrauen sich Kinder ihren Eltern erst so spät an? Scham spielt eine Rolle. Angst. Aber auch die ganz pragmatische Befürchtung, die Eltern könnten das Handy einkassieren, weiß der Cyberkriminologe. Eltern sollten dem Kind diese Sorge daher nehmen, bevor es das erste Smartphone bekommt.

Und auch sonst gebe es im Vorfeld einiges zu beachten. "Wichtig ist, das Kind auf das Smartphone vorzubereiten, so wie ich es zum Beispiel auch auf den Schulweg vorbereite. Ich gehe den Weg immer wieder ab, begleite das Kind noch eine Weile, weise auf mögliche Gefahrenstellen hin - und vielleicht entscheide ich am Ende doch, dass es noch zu früh ist." Seinem Kind einfach so ein Handy in die Hand zu drücken sei, als würde man es ohne Führerschein ans Steuer eines Autos setzen.

Tipps für Eltern

1. Experte werden! "Wenn der Sohn kommt und 'Fortnite' spielen will, müssen Sie sich selbst zwei Wochen hinsetzen und das Spiel ausprobieren", erklärt Rüdiger. Das Gleiche gelte auch für alle Apps, die sich das Kind runterladen will. Denn nur dann könne man wirklich mitreden, Gefahren einschätzen und auf einem ganz anderen Niveau miteinander reden. Irgendwann habe man dann ein gewisses Grundverständnis für die Regeln dieser Programme erworben.

2. Erklärbär sein! Hier geht es darum, dem Kind mögliche Gefahren aufzuzeigen, es zu sensibilisieren und ihm klarzumachen, dass sich hinter jedem vermeintlichen Kinderprofil auch ein Täter verstecken kann, der Böses im Schilde führt. Es helfe auch, wenn Eltern eigene Erfahrungen digitalen Risiken einfließen lassen. Wichtig sei, dass sie als kompetente Ratgeber zur Verfügung stehen, an die sich die Kinder mit ihren Fragen wenden können.

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3. Vertrauensperson sein! Eltern sollten am Anfang klar kommunizieren: Wenn etwas passiert, dann komm zu uns, und wir helfen dir und gehen zur Polizei. Und keine Sorge: Wir werden dir dein Handy nicht abnehmen.

4. Vorbild sein! Wenn Eltern Fotos ihrer Kinder bei Instagram, Facebook und Co. oder auch als Profilbild bei Whatsapp posten, vermitteln sie, dass es normal und in Ordnung ist, Fotos im Netz herrauszugeben.

Quelle: ntv.de

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