Panorama

In aller Munde "Flüchtlinge" zum Wort des Jahres gekürt

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In Deutschland gab es dieses Jahr unzählige Proteste für und gegen die Aufnahme von Flüchtlingen.

(Foto: dpa)

Es gibt dieses Jahr kein Thema, das die Politik, die Städte und die Nachrichten mehr beschäftigt als die Flüchtlingskrise. Auch kaum ein anderes Thema spaltet die Menschen in Deutschland mehr. Das Wort des Jahres könne daher nur eines sein, entscheidet eine Jury.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat "Flüchtlinge" zum Wort des Jahres 2015 gewählt. Das Substantiv stehe nicht nur für das beherrschende Thema des Jahres, erklärte die GfdS. Es sei auch sprachlich interessant, weil es tendenziell abschätzig klinge. So seien ähnliche Wortbildungen wie Eindringling, Emporkömmling oder Schreiberling negativ belegt.

Auf den zweiten Platz wählte die Jury "Je suis Charlie". Mit dem französischen Zitat ("Ich bin Charlie") hatten Millionen Menschen ihre Solidarität mit den Opfern der Anschläge auf das Pariser Satiremagazin Charlie Hebdo zum Ausdruck gebracht.

Die Wortkreuzung "Grexit" schaffte es auf den dritten Rang. Sie umschrieb im Schuldendrama um Griechenland einen möglichen Austritt des Landes aus der Euro-Zone. Der Begriff wurde außerdem zum Vorbild für ähnliche Schöpfungen wie "Brexit" (Austritt Großbritanniens aus der EU) oder "Schwexit" (Wechsel Bastian Schweinsteigers von Bayern München zu ManchesterUnited).

Auf den Rängen vier bis neun der Wörter des Jahres folgen: Selektorenliste, Mogel-Motor, durchwinken, Selfie-Stab, Schummel-WM und Flexitarier. Auf den zehnten Platz schaffte es schließlich ein Ausspruch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Bezug zur Flüchtlingskrise: "Wir schaffen das!"

2014 war die Berliner "Lichtgrenze" zum Mauerfall-Jubiläum das Wort des Jahres gewesen. Den sprachlichen Nerv der Zeit hatten in den Jahren zuvor - nach dem Urteil der Jury - die Abkürzung GroKo (2013), die Rettungsroutine (2012) und der Stresstest (2011) getroffen.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/rts

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