Panorama

Mehr als 10.000 Neuinfektionen Frankreich: Vierte Welle hat begonnen

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Zehntausende Franzosen demonstrieren gegen die Corona-Maßnahmen.

(Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP)

Mediziner warnen seit Wochen davor, nun ist es laut der Regierung offiziell: Die vierte Welle hat in Frankreich begonnen. Seit Mai verzeichnet das Land erstmals mehr als 10.000 Neuinfektionen - mehr als 7000 Menschen liegen mit einem schweren Verlauf im Krankenhaus.

In Frankreich hat die vierte Welle begonnen. "Wir sind in eine vierte Welle des Virus eingetreten", sagte Gabriel Attal, Sprecher der Regierung, wie die französische Zeitschrift "Le Parisien" berichtet. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Frankreich stieg innerhalb einer Woche um 125 Prozent. Der Wert liegt nun bei 86 Fällen pro 100.000 Einwohner. "Wenn wir von einer niedrigen Anzahl von Ansteckungen ausgehen, ist die Dynamik der Epidemie extrem stark, wir sehen eine schnellere Welle, einen steileren Anstieg als alle vorherigen", fügte der Pressesprecher hinzu.

Zum ersten Mal seit Mai wurden in Frankreich mehr als 10.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Auch die Zahl der schweren Verläufe steigt: Anfang der Woche waren mehr als 7000 Menschen mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus. "Einen Anstieg dieser Art, so stark, so plötzlich, hatten wir seit Beginn der Epidemie in unserem Land noch nie erlebt. Die Zahl der neu festgestellten Fälle hat sich in einer Woche verdoppelt", sagte Attal, laut der französischen Zeitschrift.

Die Delta-Welle rollt

Am Ursprung dieser neuen Welle: die Delta-Variante. Wie "Le Parisien" berichtet, macht die zuerst in Indien entdeckte Variante derzeit 80 Prozent der Corona-Neuinfektionen in Frankreich aus. In der Hoffnung, diese vierte Welle einzudämmen, setzt die französische Regierung daher auf die Impfung: "Die Impfung begrenzt die Zahl der schweren Formen, aber sie bleibt unzureichend in unserem Land", sagte Attal, nach Angaben der "Le Parisien". Nach Angaben der französischen Gesundheitsbehörde haben rund 45 Prozent der Bevölkerung den vollen Impfschutz. Mehr als 55 Prozent haben bereits die erste Impfung bekommen.

Auch die Einführung eines Gesundheitspasses soll die Impfbereitschaft ankurbeln. Beim Betreten von Kultur- und Freizeiteinrichtungen muss ab Mittwoch per Gesundheitspass die vollständige Corona-Impfung, eine überstandene Corona-Infektion oder ein negativer Corona-Test nachgewiesen werden. Ab Anfang August ist der Pass auch beim Besuch von Restaurants und Bars Pflicht. Am Wochenende hatten Zehntausende Franzosen gegen die jüngsten Maßnahmen demonstriert.

Quelle: ntv.de, cls/AFP

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