Panorama

Nach dem schweren Beben Große Hilfsaktion für Nepal läuft an

2015-04-26T161933Z_475112399_GF10000073642_RTRMADP_3_QUAKE-NEPAL.JPG7512785575665889863.jpg

Wasserausgabe in Kathmandu.

(Foto: REUTERS)

Während noch immer Nachbeben Nepal erschüttern, bereiten internationale Hilfsorganisation fieberhaft ihren Einsatz vor. Dieser wird von immer neuen Meldungen über steigende Opferzahlen begleitet.

Inmitten schwerer Nachbeben ist in Nepal die internationale Hilfe für die Opfer des verheerenden Erdbebens vom Samstag angelaufen. Aus Deutschland brachen am Sonntagmittag 52 Experten für die Bergung von Verschütteten auf, China entsandte 62 Spezialisten mit Spürhunden nach Nepal. Rettungskräfte suchten unter den Trümmern nach Überlebenden, in überfüllten Krankenhäusern wurden Verletzte versorgt. Die Zahl der Todesopfer stieg auf mehr als 3200.

Die auf die Bergung von Erdbebenopfern spezialisierte Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany schickte 52 Bergungsexperten, Ärzte, Sanitäter und Suchhunde nach Nepal. Die christliche Hilfsorganisation Malteser International entsandte ein Erkundungsteam, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Auch Caritas startete einen Nothilfeeinsatz, während Care Experten nach Nepal schickte, um ihre 150 Mitarbeiter vor Ort zu unterstützen.

Auswärtiges Amt forscht nach Deutschen

Das Deutsche Rote Kreuz kündigte an, am Montagabend von Berlin ein Flugzeug mit 60 Tonnen Zelten, Decken, Hygienepaketen und anderen Hilfsgütern nach Nepal zu schicken. Der vom Auswärtigen Amt finanzierte Flug soll auch eine Trinkwasseraufbereitungsanlage transportieren. Das Auswärtige Amt erklärte, es bemühe sich um Aufklärung über den Verbleib deutscher Reisender in Nepal.

RTX1AANP.jpg

(Foto: REUTERS)

Die US-Hilfsorganisation USAID schickte Rettungskräfte los und sagte eine Million Dollar an Hilfsgeldern zu. Neuseeland und Australien stellten zusammen mehr als 4,5 Millionen Dollar bereit. Indien flog mit zwei Militärflugzeugen eigene Bürger aus und entsandte 13 Militärflugzeuge mit Hilfsgütern. Auch Pakistan schickte einen Flug mit Hilfsgütern los. Israel kündigte an, 25 von Leihmüttern ausgetragene Babys und deren israelische Adoptiveltern auszufliegen.

Die Rettungsbemühungen in Nepal wurden durch starke Nachbeben sowie die Schäden an Straßen, Stromleitungen und dem Telefonnetz behindert. Das Handynetz funktionierte nur sporadisch. Weite Teile der Hauptstadt Kathmandu waren ohne Strom.

Nepal

- Das Land heißt offiziell Demokratische Bundesrepublik Nepal.

- Es hat eine Fläche von gut 141.000 Qauadratkilometern.

- Die Hauptstadt ist Kathmandu.

- Insgesamt leben 30,4 Millionen Menschen dort.

- Rund 80 Prozent der Einwohner sind Hindus.

- Die Wirtschaftsleistung liegt bei knapp 700 Dollar pro Kopf.

- Das Bruttoinlandsprodukt summierte sich zuletzt auf 19,6 Mrd. Dollar.

Menschen schlafen auf der Straße

"Wir haben alle unsere Such- und Rettungsressourcen mobilisiert", sagte der nepalesische Polizeisprecher Kamal Singh Bam. Hubschrauber seien in entlegene Gebiete geschickt worden, Einsatzkräfte würden auf der Suche nach Überlebenden durch die Trümmer graben. Das Rote Kreuz äußerte sich besorgt über das Schicksal der Dörfer in der Nähe des Epizentrums des Bebens rund 80 Kilometer nordwestlich von Kathmandu.

In der nepalesischen Hauptstadt verbrachten viele Menschen die Nacht zum Sonntag im Freien, nachdem das Beben der Stärke 7,8 am Samstagmittag zahlreiche Gebäude in Trümmern gelegt hatte. Im Morgengrauen wurden die Menschen von einem starken Nachbeben geweckt. Später erschütterte ein weiterer Erdstoß der Stärke 6,7 das Land.

Das Nachbeben löste eine weitere Lawine am Mount Everest aus, wo am Samstag 18 Menschen ums Leben kamen, als eine Lawine Teile des Basislagers verschüttete. Zudem starben mehrere ausländische Bergsteiger, die sich auf die Besteigung des höchsten Bergs der Welt vorbereiteten. Nachdem sich am Sonntag das Wetter in der Region besserte, begannen Helikopter, die mehr als 60 Verletzten vom Basislager auszufliegen.

Opferzahl steigt immer weiter

Die Opferzahl des Erdbebens in der Himalaya-Region stieg in der vergangenen Nachtweiter. In Nepal gab es laut dem Katastrophenschutzzentrum 3218Tote und mehr als 6500 Verletzte. In Nordindien stieg die Zahl der Toten nach Behördenangaben auf 67, die chinesischen Behörden meldeten 18 Tote in Tibet. Allerdings wurden unter den Trümmern weitere Opfer befürchtet, auch lagen aus entlegeneren Gebieten noch keine Informationen vor. Es war das schwerste Erdbeben in der Region seit 1934, als ein Beben der Stärke 8,1 in Nepal und Indien 10.700 Menschen das Leben kostete.

Krankenhäuser waren so überfüllt, dass Zelte aufgestellt werden mussten. Ein Arzt sagte, die meisten Verletzten seien Kinder. Viele hätten Kopfverletzungen und Brüche erlitten. Für die vielen Toten war in den Leichenschauhäusern bald kein Platz mehr. In Kathmandu wurde mit der Einäscherung von Erdbebenopfern begonnen. Im Bezirk Pashupatinath stieg durch die Massenverbrennungen dichter Rauch auf.

Wenn auch Sie helfen möchten: Aktion Deutschland hilft; Deutsches Rotes Kreuz; Care

Quelle: n-tv.de, vpe/jwu/dpa/AFP

Mehr zum Thema