Panorama

"Sabine" überschwemmt Fischmarkt Hamburg erlebt weitere Sturmflut

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Land unter in Hamburg: In der Hansestadt steigt die Elbe über die Hafenkante.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die aus Westen heranstürmenden Luftmassen des Orkantiefs "Sabine" schieben gewaltige Wassermengen vor sich her. In der Elbmündung staut sich das einlaufende Hochwasser erneut zur Sturmflut. Ungewöhnlich hohe Pegelstände gibt es auch an der Nordseeküste.

Die vierte schwere Sturmflut binnen weniger Tage hat Hamburg erreicht. Die Pegelstände in der Hansestadt lagen am Morgen 2,76 Meter über dem Niveau des mittleren Hochwassers, wie ein Sprecher des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie sagte.

Der Fischmarkt und einige Straßen am Hafen wurden laut Polizeiangaben erneut überschwemmt. Verletzt wurde dabei niemand. Helfer der Feuerwehr mussten allerdings mehrere Autos aus dem Wasser bergen. Die Höhe der Sachschäden steht noch nicht fest.

Für den Abend wird die fünfte und vorerst letzte Sturmflut erwartet. Um kurz nach 19 Uhr soll der Pegel seinen Höhepunkt erreichen, heißt es. Das Wasser der Elbe dürfte dann in der Spitze bis zwei Meter über dem mittleren Hochwasser liegen, wie der NDR berichtet.

Auch die Nordseeküste in Schleswig-Holstein wurde von einer Sturmflut getroffen. Hier lagen die Wasserstände rund eineinhalb Meter über dem mittleren Hochwasser. Überschwemmungen oder größere Schäden gab es dort laut Polizeiangaben aber bisher nicht.

Vollsperrung auf der A45

Im übrigen Deutschland sorgten Eis und Glätte nach dem Durchzug der schweren Unwetter für teils lebensgefährliche Straßenbedingungen. In Nordrhein-Westfalen musste in der Nacht zu Mittwoch ein Teil der Autobahn A45 bei Siegen für mehrere Stunden komplett gesperrt werden.

Dort hatten sich aufgrund schnell einsetzender Glätte mehrere Lastwagen an Steigungen festgefahren, wie die Polizei mitteilte. Auch andere Fahrzeuge kamen auf der eisglatten Fahrbahn nicht mehr voran. Es sei zu mehreren Unfällen mit Blechschäden gekommen, schwerer verletzt wurde niemand.

In Schleswig-Holstein ereigneten sich mehrere Unfälle auf der Autobahn A7 und auf der Autobahn A23 nördlich von Hamburg. Meist blieb es bei Sachschäden, Meldungen über Schwerverletzte gab es zunächst nicht. In der Region war es zuvor zu starken Regenfällen gekommen. Eine Mitarbeiterin vom Lagezentrum des Innenministeriums sprach von Einsätzen im Minutentakt.

Gefährlich glatte Straßen

In Baden-Württemberg wurden bei einem Zusammenstoß von zwei Autos drei Menschen schwer verletzt. Vermutlich war einer der Wagen auf der glatten Straße auf die Gegenfahrbahn gekommen, wie es von der Polizei hieß. Im Nordosten Bayerns gab es auf mehreren Autobahnen (A9, A72, A93) glättebedingte Beeinträchtigungen, die vor allem in der Region Hof zu mehreren Unfällen mit Blechschäden führten. Zudem blieben dort mehrere Fahrzeuge liegen. Schwerer verletzt wurde ersten Erkenntnissen zufolge niemand.

Die Züge der Deutschen Bahn fahren dagegen fast überall wieder problemlos. In Baden-Württemberg seien sturmbedingt noch einzelne Strecken gesperrt, teilte die Bahn mit. In Bayern steht demnach die Werdenfelsbahn weiter still.

Meteorologen rechnen im Lauf des Tages mit anhaltend windigem bis stürmischen Wetter. Zudem sind weitere Regen-, Schnee- und Graupelschauer bei wechselnd bis starker Bewölkung zu erwarten. Zum Abend hin soll der Wind von Südwesten her abnehmen.

Orkantief "Sabine" hatte in Deutschland und anderen Teilen Europas vor allem zu Wochenbeginn schwere Schäden verursacht. Die versicherten Schäden in Deutschland schätzten Branchenkenner am Dienstag auf eine Summe von 500 bis 700 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa