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Tipps für berufstätige Mütter Ivanka Trump gibt Rat aus dem Elfenbeinturm

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Die "First Daughter" und ihre Familie.

(Foto: mpi10/MediaPunch/IPx)

In "Women Who Work" gibt Multi-Millionärin Ivanka Trump berufstätigen Frauen Tipps, wie sie Karriere, Familie und Freizeit besser unter einen Hut bekommen. Der erste Schritt: sich von dem Gedanken einer gesunden Work-Life-Balance verabschieden.

Ivanka Trump ist eine vielbeschäftigte Frau: Neben ihrem neuen Job als Beraterin des Präsidenten der Vereinigten Staaten, ihrem Vater, betreibt die 35-Jährige ein Bekleidungsimperium, eine Schmucklinie und war bis vor kurzem noch Topmanagerin der Trump Organization. Gleichzeitig ist sie dreifache Mutter und Ehefrau eines Milliardärs. Mit "Women Who Work. Rewriting the Rules for Success" hat die "First Daughter" jetzt einen Ratgeber für berufstätige Frauen veröffentlicht. Nach eigenen Angaben schrieb Trump ihn, bevor ihr Vater im November zum US-Präsidenten gewählt wurde.

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In ihrem Buch ermutigt sie Frauen, sich von der Idee einer gesunden "Work-Life-Balance" zu verabschieden. Das sei schlicht "kein realistisches Ziel". Je früher Frauen das akzeptierten, desto weniger gestresst würden sie sein. Trotzdem hat Trump für berufstätige Mütter ein paar Tipps zur Hand: So empfiehlt sie Frauen, sich Ziele zu setzen, Grenzen abzustecken und diszipliniert zu bleiben, um zumindest etwas Beständigkeit in den stressigen Alltag zu bekommen.

Der Wahlkampf ihres Vaters sei für Trump und ihre Familie eine Belastungsprobe gewesen. Sie habe sich im "Überlebensmodus" befunden, schreibt sie in den ersten Passagen ihres Ratgebers. "Ich arbeitete und verbrachte viel Zeit mit meiner Familie. Viel mehr tat ich nicht. Ehrlich, ich hatte nicht mal Zeit für eine Massage oder um mich zurechtzumachen. Ich wünschte, ich wäre manchmal früher aufgewacht, um noch 20 Minuten zu meditieren", zitiert die US-Webseite "Fortune" die 35-Jährige aus dem Buch.

Privilegiertes Leben mit Nannys und Putzfrauen

Gemeistert habe die Geschäftsfrau diese Herausforderung, indem sie sich täglich 20 Minuten Zeit für jedes ihrer drei Kinder genommen hat. Wenn sie beruflich länger unterwegs gewesen sei, habe sie im Anschluss ein paar Tage im Home-Office gearbeitet. In einem Absatz stellt Trump außerdem fest, dass das Einkaufen von Lebensmitteln weder "dringend" noch "wichtig" sei.

Viele dieser Tipps müssen bei arbeitenden Müttern für Stirnrunzeln sorgen. Weil die Beschäftigung mit den Kindern selbstverständlich, Home-Office nicht in jedem Job möglich ist und ein Kühlschrank sich in den meisten Fällen eben nicht von alleine füllt. Geht es nach Trump, sind die beruflichen Möglichkeiten von Müttern aber schier grenzenlos - wenn nur ein paar Kleinigkeiten berücksichtigt werden.

Trump soll zusammen mit Ehemann Jared Kushner noch Geschäftsanteile der Familien-Dynastie im Wert von bis zu 740 Millionen Dollar besitzen. Doch dass sie ihren beruflichen Erfolg ihrer privilegierten Herkunft und einer Reihe von Angestellten verdankt, wird nur an wenigen Stellen im Buch erwähnt. Erst in der Danksagung ihres Ratgebers werden die Nannys ihrer Kinder Arabella, Joseph und Theodore erwähnt."Liza und Xixi, die mir helfen meine eigenen Kinder großzuziehen, danke, dass ihr Teil unserer erweiterten Familie seid und mir ermöglicht das zu tun, was ich tue."

Realität moderner Frauen?

In den USA sehen sich Frauen noch immer mit einem geschlechterspezifischen Lohngefälle konfrontiert und machen zwei Drittel von Arbeitern im Niedriglohnsektor aus. US-Medien werfen Ivanka Trump deswegen vor, dass die Mehrheit der berufstätigen Frauen und Mütter überhaupt nicht in der Position seien, ihren Ratschlägen folgen zu können. In den USA fehle es nicht an ambitionierten hart arbeitenden Frauen.

Vielmehr handele es sich bei Trumps Tipps um einen veralteten Ansatz, der die Arbeit von Frauen nicht wertschätze und die Realität von modernen Familien ignoriere. Das angebliche Erfolgsmodell in "Women Who Work" übersehe zudem die Komplexität von Geschlechtern und Rasse. Was dazu führe, dass Frauen immer noch schlechter bezahlt würden und weniger Chancen auf dem Jobmarkt hätten.

Quelle: n-tv.de