Panorama
François Bouchers Bild "L' Odalisque Brune" entstand 1745 und hängt im Louvre in Paris.
François Bouchers Bild "L' Odalisque Brune" entstand 1745 und hängt im Louvre in Paris.(Foto: François Boucher via Wikimedia Commons)
Mittwoch, 03. Januar 2018

Kunst oder Pornografie?: Lehrer wegen Nackter auf Gemälde gefeuert

Ein Kunstlehrer verliert seinen Job, weil er seinen Schützlingen pornografische Bilder gezeigt haben soll. Sogar die Polizei rückt an. Tatsächlich handelt es sich bei dem Lehrmaterial aber um berühmte Werke der Malerei.

Weil er seinen Schülern einen entblößten Frauenhintern zumutete, ist ein Kunstlehrer in Cache Valley im US-Bundesstaat Utah fristlos gekündigt worden. Mateo Rueda hatte den Jungen und Mädchen in der Schulbibliothek verschiedene Gemälde aus unterschiedlichen Epochen gezeigt, um ihnen so die Farbenlehre zu erklären. Unter anderem bekamen die Schüler der sechsten Jahrgangsstufe Leonardo da Vincis "Mona Lisa" oder die "Sonnenblumen" von Vincent van Gogh zu sehen, wie US-Medien übereinstimmend berichten.

Doch ein paar Motive, beispielsweise "L'Odalisque Brune" von François Boucher und "Female Nude" von Amedeo Modigliani, sind Aktbilder. Rueda erklärte seinen Schülern dazu, dass Kunst manchmal Bilder zeigen kann, die nicht immer für jeden angenehm seien. Er erklärte seinen Schützlingen auch, dass Kunst besser zu verstehen sei, wenn man sie in ihrem entsprechenden Kontext sieht. Zudem, so Rueda, werde der menschliche Körper oft in der Kunst dargestellt. 

Dennoch äußerten einige Schüler beim Anblick der Bilder mit den nackten Menschen Unbehagen, worauf Rueda sie ermutigte, mit ihren Eltern über Nacktheit zu diskutieren. Nur vier Tage nach dem Vorfall wurde Rueda gefeuert. Nach einer Eltern-Beschwerde rückte außerdem die Polizei in der Schule an. Die Beamten sahen allerdings von weiteren Ermittlungen ab: Die Schulleiterin hatte das als pornographisch bezeichnete Lehrmaterial vorsichtshalber bereits geschreddert.

Die Entscheidung der Schule ist für Rueda nicht nachvollziehbar, schließlich seien die Aktbilder schon lange in der Schulbibliothek vorhanden und schon vor seiner Anstellung frei zugänglich gewesen.

Ein anonymer Schulbeamter erzählte dem örtlichen "Herald Journal", Rueda sei nicht wegen der Bilder entlassen worden, sondern aufgrund der Art und Weise, wie er über Nacktheit gesprochen habe. Der Pädagoge sagte seinen Schülern nämlich, dass Nacktheit völlig normal sei. Elternvertreter wollen sich jetzt dafür einsetzen, dass Rueda wieder eingestellt wird.

Quelle: n-tv.de