Panorama

Vom Arbeitgeber diskriminiert Lesbische Lehrerin schreibt US-Geschichte

Justitia vor Regenbogenfahne

Ein Gericht in Chicago entschied sich in einem Rechtsstreit zugunsten einer homosexuellen Arbeitnehmerin.

(Foto: Arne Dedert/dpa)

In den USA bricht ein Chicagoer Gericht mit einer jahrzehntelangen Rechtspraxis: Erstmals erklären die Richter die Diskriminierung von Homosexuellen am Arbeitsplatz für illegal. Doch längst nicht alle sind mit dem Urteil einverstanden.

Erstmals hat ein US-Gericht Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund der sexuellen Orientierung für illegal erklärt. Das Bundesberufungsgericht in Chicago brach mit seinem Urteil vom Dienstag mit einer jahrzehntelangen Rechtspraxis in den USA. Bislang hatten Gerichte darauf verwiesen, dass im Civil Rights Act von 1964 nicht ausdrücklich von Homosexualität, Bisexualität oder Transgender (LGBT) die Rede ist.

Bei dem mit acht zu drei Stimmen gefällten Urteil spielte die Entscheidung des Obersten Gerichts eine Rolle, das 2015 die Homo-Ehe landesweit für legal erklärt hatte. Die unterlegenen drei Richter warfen ihren Kollegen vor, mit ihrer kompletten Neuinterpretation des Gesetzes ihre Befugnisse überschritten zu haben.

Das Urteil geht auf eine Klage einer Lehrerin aus dem Bundesstaat Indiana von 2014 zurück. Sie wirft ihrem Arbeitgeber vor, ihren Vertrag wegen ihrer Homosexualität nicht verlängert zu haben. Die Volkshochschule verneinte dies und verwies auf interne Vorschriften, die eine Benachteiligung aufgrund der sexuellen Orientierung untersagen. Eine Anrufung des Obersten Gerichts sei nicht geplant, hieß es in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters.

Quelle: ntv.de, vck/rts