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"Am Ende wäre ich gestorben" Mann von Freundin gefoltert

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Alex Skeel spricht in einer neuen Dokumentation über seine Horrorjahre mit seiner damaligen Freundin und Mutter seiner Kinder.

(Foto: BBC Three / Century Films)

Es scheint eine große Romanze unter Teenagern zu sein. Doch Jordan manipuliert ihren Freund Alex nicht nur jahrelang, sondern bringt ihn am Ende fast um. Sie verbrennt ihn mit kochendem Wasser und geht mit dem Messer auf ihn los. Der BBC berichtet er nun von seinen jahrelangen Qualen.

Der 22-jährige Alex Skeel aus Großbritannien wurde von seiner damaligen Freundin lange mental und körperlich missbraucht und gefoltert. Wie er in einer neuen BBC-Dokumentation enthüllt, war er kurz davor an den Folgen des Missbrauchs zu sterben, berichtet die britische Zeitung "Daily Mail". Die ganze Geschichte erzählt er im Fernsehen einem Millionenpublikum in der Dokumentation "Abused By My Girlfriend".

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2012 lernen sich der Football-verrückte Alex und Jordan mit 16 Jahren bei einem Konzert kennen. Die beiden verlieben sich schnell ineinander und anfangs entwickelt sich die Teenager-Beziehung ganz normal. "Sie war fürsorglich und liebevoll", erklärt Alex.

Doch kurze Zeit später beginnt die junge Frau mit ersten Psychospielen. "Ich mag dein Haar nicht, du solltest deine Haare anders tragen. Und ich mag deine Schuhe nicht", sagt sie Alex. Der nimmt das allerdings gar nicht negativ auf. Immer wieder kommt es zu solchen Vorfällen.

Doch bei diesen Spielchen bleibt es nicht, denn Jordan schreit oft herum und reagiert oftmals unangemessen. Alex versucht sich zu trennen. Doch dann erklärt sie, dass sie schwanger sei. Das Paar ist nur kurz getrennt, im Mai 2014 kommt es wieder zusammen. Der Psychoterror geht weiter: Jordan Worth entfremdet Alex von seiner Familie und er muss den Kontakt abbrechen. Sie bekommen ein zweites Kind, doch die Beziehung wird immer toxischer - und gefährlicher.

Zu den Psychospielen kommen körperliche Qualen

Sie verbietet ihm zu arbeiten, er kündigt seinen Job und muss sie jeden Tag zur Universität begleiten. Außerdem bringt sie ihn dazu, seine Telefonnummer zu wechseln, um ihn von seinen Freunden zu isolieren. Über Jahre kontrolliert sie ihren Freund immer mehr. Irgendwann reichen ihr die Psychospiele nicht mehr, sie geht auch physisch gegen ihren Freund vor. Sie attackiert ihn mit einem Messer und verbrennt Alex mit kochendem Wasser. Voller Schmerzen ruft er die Notrufnummer 999. Doch als die Polizei da ist, beschuldigt er seine Freundin nicht. Er sagt, er habe sich selbst verletzt.

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Doch der Polizist nimmt ihm die Geschichte nicht ab und kommt drei Tage später wieder vorbei - und befreit Alex aus seiner Folter im eigenen Haus. Im Krankenhaus bestätigen die Ärzte ihm, dass er in akuter Lebensgefahr sei. "Am Ende wäre ich gestorben", ist er sich heute sicher.

Seine Freundin Jordan wird daraufhin von einem Gericht zu zwei Haftstrafen von je sieben Jahren verurteilt. Warum Alex Skeel sich nicht aus seinem familiären Horror befreite? "Ich habe sie geliebt", beschreibt er in der Dokumentation. Außerdem hatte er Angst um die beiden gemeinsamen Kinder.

Jordan Worth war die erste Frau in Großbritannien, die für ihr zwanghaftes Kontroll-Verhalten ins Gefängnis gekommen ist. Es war eine toxische Beziehung, die Alex Skeel fast mit dem Leben bezahlen musste.

Quelle: n-tv.de, sgu

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