Panorama

Zahl der Toten in Nepal steigt Millionen Menschen stehen vor dem Nichts

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In Kathmandu sind unzählige Häuser zerstört oder beschädigt - viele Menschen stehen vor dem Nichts.

(Foto: REUTERS)

Auf die Helfer in Nepal wartet eine Mammutaufgabe: Nach dem Erdbeben werden nicht nur immer mehr Tote geborgen. Millionen Menschen sind zudem obdachlos. Die Behörden wollen hart gegen Krisenprofiteure vorgehen.

Nach dem schweren Erdbeben in Nepal ist die Zahl der Toten auf mehr als 6200 angestiegen. Allein in Nepal seien bislang 6204 Opfer gezählt worden, teilte der Katastrophenschutz mit. Die Zahl der Verletzten lag demnach bei knapp 14.000 Menschen.

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Nur schleppend gehen die Evakuierungen aus entlegenen Gebieten voran.

(Foto: REUTERS)

Mehr als hundert weitere Menschen starben im benachbarten Indien und China. Am Samstag hatte ein Beben der Stärke 7,8 die Himalaya-Region erschüttert. Allgemein wird mit weiteren Toten gerechnet, weil Bergungsteams erst am Dienstag abgelegene Regionen erreichten.

Neben der Versorgung der Überlebenden des Erdbebens stehen die Helfer aber angesichts der verheerenden Zerstörung vor einer weiteren Mammutaufgabe: Mehr als 130.000 Häuser sind vernichtet, weitere 85.000 beschädigt, teilte das UN-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha) mit.

UN bestätigt Verteilungskämpfe nicht

2,8 Millionen Menschen sind nach Schätzungen im Katastrophengebiet obdachlos, mehr als drei Millionen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Viele Überlebende in abgelegenen Orten warten weiter verzweifelt auf Unterstützung. Mancherorts sollen Verteilungskämpfe um die wenigen Hilfsgüter ausgebrochen sein. UN-Helfer konnten diese Berichte aber nicht verifizieren.

"Die Unerreichbarkeit mancher Gebiete, das Fehlen von Hubschraubern zum Transport von Lebensmitteln, schlechte Kommunikation und Sicherheitsbedenken sind für die, die dringend Hilfe brauchen, die größten Herausforderungen", teilte das UN-Büro mit.

Mit Menschen, die von der Krise profitieren wollen, wollen die Behörden kurzen Prozess machen: wer die Preise der Grundnahrungsmittel erhöht, müsse mit einer Strafe von 2000 US-Dollar und zehn Jahren Gefängnis rechnen, warnte die Regierung nach Angaben von Ocha.

Kriminelle schlagen falschen Alarm

Auch hinter immer wieder auftauchenden Gerüchten bevorstehender neuer Beben stecken nach Einschätzung der Behörden kriminelle Elemente. Erst am Donnerstagabend stürzten in Kathmandu wieder viele Einwohner auf die Straßen. "Solche Gerüchte werden meist von Kleinkriminellen in Umlauf gebracht, die dann in die Häuser einbrechen, die die Leute verlassen haben", sagte Polizeisprecher Prajwal Maharjan. Vier Menschen wurden nach Polizeiangaben wegen solcher Einbrüche festgenommen.

Die Hoffnungen, weitere Überlebende aus den Trümmern zu retten, schwinden nach Angaben des Büros für Katastrophenhilfe. Am Donnerstag waren noch einmal zwei Überlebende aus den Trümmern gezogen worden, aber die Such- und Rettungsaktionen gingen nach Angaben des Büros langsam zu Ende. Nun sei die Herausforderung, Tote zu bestatten, Vermisste zu identifizieren und Familien wieder zusammenzuführen.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa

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