Panorama

Hitzewelle lässt Land schwitzen Mit der Sahara-Luft kommt der Blutregen

f622629f2a4db8507dfda5287d2549cc.jpg

Wohl dem, der in den kommenden Tagen Erfrischung findet.

(Foto: dpa)

Schon die erste Hitzewelle des Jahres hat es in sich und hat manche Regionen noch tagelang im Griff. Erst Mitte kommender Woche deutet sich auch in den letzten Winkeln Abkühlung an. Bis dahin klettern die Temperaturen bis auf 37 Grad, wie ntv-Meteorologe Björn Alexander weiß. Zudem sind immer wieder Unwetter möglich.

ntv: Wie ist die Lage in Sachen Hitze in Deutschland?

Björn Alexander: Die erste Hitzewelle des Jahres 2021 ist bei uns angekommen und sorgt bis rauf in den Norden zum Teil für rekordverdächtige Werte. Gerade bei den Nordlichtern sind im zweiten Juni-Drittel solche Höchstwerte bis Mitte 30 Grad nämlich eine ziemliche Rarität. Gleichzeitig hat sich jetzt eine zweite Hitzewelle formiert.

Björn Alexander

Björn Alexander kündigt die nächste Hitzeblase an.

Was bedeutet das genau?

Dass hinter der spanischen Hitze, die samt Tief "Stefan" bei uns angekommen ist, noch eine weitere Hitzeblase auf dem Weg nach Mitteleuropa und Deutschland ist. Angetrieben durch zwei Tiefs - "Thananont" und "Ulfert" - steigt damit am Freitag erst die Unwettergefahr, bevor im Anschluss noch ein Schwall Sahara-Luft folgt. Das erkennen wir auch daran, dass die Heißluft am Wochenende von Saharastaub begleitet wird.

Woran erkennt man den Staub?

Daran, dass der Himmel am Wochenende von Südwesten her milchiger sein wird und dass die Sonne somit nicht mehr ganz so intensiv vom Himmel brennt. Außerdem dürfte der Staub von den teils kräftigen Gewittern am Sonntag und Montag ausgewaschen werden und den Regen teilweise rötlich einfärben. In diesem Zusammenhang wird dann auch gerne mal vom Blutregen gesprochen.

Dann schauen wir doch mal auf die Details fürs Wochenende. Was erwartet uns am Samstag in Sachen Hochsommer?

Vom nördlichen Niederrhein bis rauf an die Nordsee und rüber nach Schleswig-Holstein macht die Hitze erst einmal eine kleine Pause bei Höchstwerten zwischen 20 und 25 Grad. Ansonsten geht der teils schwüle Hochsommer aber ungebremst in die Verlängerung. Oft mit Spitzenwerten zwischen 27 und 36 Grad, wobei es im Osten dann am heißesten ist.

Drohen dann auch weitere Unwetter?

Aus heutiger Sicht sehen die Wettercomputer ein deutlich erhöhtes Risiko für teilweise kräftige Hitzegewitter vor allem im Süden und im Südosten. Auch im abgekühlten Nordwesten sind kompaktere Wolken mit einzelnen Schauern unterwegs. Im großen Rest bleibt es aber sonnig und trocken und dementsprechend hoch ist die Waldbrandgefahr.

Wie hoch ist denn die Waldbrandgefahr?

Insbesondere auf den trockenen und sandigen Böden im Osten ist die Waldbrandgefahr verbreitet sehr groß mit Waldbrandgefahrenstufe 4 bis 5 (von 5). Und nicht nur der Wald braucht in den kommenden Tagen erhöhte Aufmerksamkeit und Schutz, auch unsere Haut ist - insbesondere in der Mittagssonne - sehr gefährdet.

Warum?

Kurz vorm Sonnenhöchststand, also dem kalendarischen Sommerbeginn am nächsten Montag, sind auch die UV-Werte entsprechend hoch. Häufig mit 6 bis 8, auf den Bergen im Süden aber auch locker darüber mit UV-Werten von 10 oder mehr.

Am Samstagabend ist das Sonnenbrand-Risiko dann ja wahrscheinlich geringer. Dafür steigt das Fußball-Fieber. Mit welchen Aussichten zum zweiten Spiel der deutschen Elf?

Alles in allem schaut es gut aus. Auch wenn die Gewittergefahr im Süden und Südosten noch erhöht bleibt. Ansonsten sollte es aber aus jetziger Sicht passen. Auch wenn es beim Zuschauen noch schweißtreibend sein dürfte. Meistens mit Temperaturen zwischen 25 und 34 Grad. Einzig der Nordwesten zeigt sich frischer bei 19 und 24 Grad. Könnte sich die deutsche Mannschaft den Spielort jetzt noch auswählen, dann wäre er vielleicht eher Emsdetten als München. In der bayrischen Hauptstadt sind es zum Anpfiff um 18 Uhr nämlich immer noch knapp 30 Grad.

Welche Karten hat das Wetter denn am Sonntag für uns bereit?

Nach einer gebietsweise tropischen Nacht mit Tiefstwerten nicht unter 20 Grad geht der Hochsommer bei 25 bis 36 Grad in die Verlängerung. Dabei ist es in der Osthälfte mehrheitlich sonnig und trocken, während es Richtung Westen in der mitunter sehr schwülen Luft zum Teil heftig gewittern kann.

Welche Gefahren erwarten uns?

Generell muss man sagen, dass es, wenn es kracht, wiederholt zu Unwettern kommen kann. Die Luft ist sehr energiegeladen und kann somit blitzintensive Gewitter mit Starkregen, großem Hagel und Sturmböen bringen. Teilweise sehen die Wettermodelle auch ein leicht erhöhtes Tornado-Potenzial. Die hochsommerlichen Hitzegewitter können es also richtig in sich haben.

Wann geht die Hitzewelle zu Ende?

Voraussichtlich zu Beginn der kommenden Woche. So bringt der Montag im Osten nochmals bis zu 34 Grad, bevor eine Kaltfront aus Westen aufräumt. Leider erneut mit heftigen Gewittern und hohem Unwetter-Potenzial. Auch der Dienstag kann bei teilweise schwülwarmen 20 bis 28 Grad nochmals intensive Gewitter bringen. Am Mittwoch sollte es dann aber insgesamt ruhiger werden und bei frischen 19 bis 25 Grad ist dann erst einmal Durchatmen und Durchlüften angesagt.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.