Panorama

80 Millionen Dosen 2021 geplant Moderna will Impfstoff früher liefern

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Kanzleramtsminister Helge Braun hofft auf ein Angebot an alle Impfwilligen bis spätestens Anfang August.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der US-Pharmakonzern will die deutsche Impfkampagne noch stärker unterstützen und hofft, Dosen seines Impfstoffes früher liefern zu können, ohne dabei konkret zu werden. Kanzleramtsminister Braun wirbt erneut fürs Impfen - wegen der Delta-Variante, aber auch, um lästigen Tests zu entgehen.

Das US-Biotechunternehmen Moderna will Impfstoff-Lieferungen nach Deutschland vorziehen. "Moderna hofft, die im dritten Quartal für Deutschland geplanten Dosen früher bereitstellen zu können, um einen möglichst raschen Fortschritt bei den Impfungen zu unterstützen", sagte Europa-Chef Dan Staner der "Wirtschaftswoche". Einen konkreten Termin nannte er allerdings nicht.

Die vom Bundesgesundheitsministerium genannte Liefermenge von insgesamt rund 80 Millionen Dosen für 2021 werde Moderna "auf jeden Fall" bereitstellen. Staner rechnet damit, dass der Covid-19-Impfstoff des Unternehmens in einigen Wochen auch in deutschen Hausarztpraxen zu erhalten ist. "Dazu sind wir in Gesprächen mit dem Bundesgesundheitsministerium."

Bisher wird das Vakzin wegen seiner Transport- und Lagerungsanforderungen nur in den Impfzentren verimpft. Ab Herbst wolle der Konzern zudem seine neue Auffrischimpfung anbieten. Darüber hinaus zieht Staner auch eine Produktion in Deutschland in Betracht. Neben anderen europäischen Ländern sei man auch in ersten Gesprächen über mögliche Produktionskapazitäten für mRNA-Impfstoffe in Deutschland.

Zahl der Geimpften entscheidet über Lockdown

Die Bundesregierung setzt im Kampf gegen die sich zunehmend ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus auf Fortschritte bei der Impfkampagne. Ziel sei eine "möglichst hohe Immunität" in der Bevölkerung, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun im ARD-"Morgenmagazin". Zunächst gehe es nun primär darum, jedem Impfwilligen ein Angebot für eine erste Impfung zu machen. Dies werde nach Einschätzung der Bundesregierung bis Ende Juli oder Anfang August der Fall sein.

Mit den anschließenden Zweitimpfungen werde dann ein "nicht unerheblicher Anteil der Bevölkerung" bis Herbstbeginn einen Impfschutz aufgebaut haben, ergänzte Braun. Dies sei ein großer Unterschied zur Situation im vorigen Jahr. Angesichts eines Anteils von möglicherweise Zweidritteln an der Bevölkerung müsse dann auch nicht über einen Lockdown geredet werden.

Diejenigen, die sich nicht impfen ließen, müssten sich jedoch darauf einstellen, sich "sehr regelmäßig" testen lassen zu müssen, fügte der Minister an. Die Bundesregierung gehe davon aus, dass die deutlich ansteckendere Delta-Variante "schon in wenigen Wochen unsere typische Mehrheitsvariante sein wird".

Förderprogramm für Luftfilter in Schulen

Die Schulen blieben angesichts der bislang fehlenden Zulassung eines Impfstoffs für Unter-Zwölfjährige ein "großes Sorgenkind" bei der Pandemiebekämpfung, sagte Braun. Es sei daher besonders entscheidend, alle Erwachsenen "drum herum" von den Eltern bis hin zum Schulbusfahrer zu impfen. Dies schütze auch die Kinder.

Dazu komme ein Förderprogramm der Regierung zur Aufrüstung von Lüftungsanlagen an Schulen. Insgesamt müssten die Inzidenzen im Land außerdem weiterhin so niedrig wie möglich gehalten werden, betonte Braun. Das entschärfe auch die Situation an den Schulen.

Quelle: ntv.de, als/rts/AFP

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