Panorama

Schwere Gewitter in München Riesige Hagelkörner zerschlagen Scheiben

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Riesige Hagelkörner in einem Garten im bayerischen Kaufbeuren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hagelkörner fast so groß wie Tennisbälle: Den Großraum München suchen schwere Gewitter heim. Autofahrer und Hauseigentümer beklagen zertrümmerte Fenster. Die Polizei spricht von einer unübersichtlichen Lage. Der Wetterdienst sagt auch für Morgen Unwetter voraus.

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Ein heftiges Gewitter mit Hagel ist im Großraum München niedergegangen. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord sprach am frühen Abend von mehr 300 Notrufen wegen des Unwetters. Zwei Menschen seien nach ersten Erkenntnissen leicht durch Hagelschlag verletzt worden. Zahlreiche Autoscheiben und Dachfenster seien zu Bruch gegangen. Häuser stünden wegen der Schäden unter Wasser. Zudem seien zahlreiche Bäume entwurzelt worden. Daten des Deutschen Wetterdienstes zeigten, dass der Regen gegen 19 Uhr aufgehört hatte. Er erreichte die höchste Stufe "extrem".

Der Polizeisprecher sprach von Hagel in Golfballgröße - vereinzelt hätten Anrufer von Tennisballgröße gesprochen. Radargeräte des Deutschen Wetterdienstes erfassten laut einer Mitteilung Hagel mit einer Größe von fünf Zentimeter Durchmesser.

Auch Augenzeugen berichteten, dass auf der Autobahn 96 nahe des Ammersees tennisballgroße Hagelkörner niedergingen und reihenweise Autos beschädigten. Bei einigen Fahrzeugen wurden Front- und Heckscheiben eingeschlagen, bei anderen Autos Seitenspiegel und Schiebedächer in Mitleidenschaft gezogen. "Eisbrocken schlugen wie Gewehrsalven auf uns ein", sagte eine Autofahrerin aus München. "Wir fuhren von der Autobahn ab, in den Orten lagen vereinzelt Dachziegel auf der Straße. Die Straßen waren grün vor lauten abgerissenen Ästen und Blättern."

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Von Hagelkörnern erschlagener Vogel in München.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Am Flughafen kam es zu Verspätungen und vereinzelt auch zu Flugausfällen, wie auf dessen Internetseite mitgeteilt wurde. n-tv Redakteurin Nathalie Schuller saß ebenfalls in einem Flugzeug fest. Es sei nicht möglich, dieses zu verlassen, berichtete sie. "Es war wie in einem Science-Fiction-Film", beschreibt sie die Szenerie vor Ort. Der Himmel sei tiefschwarz gewesen, die Sturmböen so stark, dass es das am Boden stehende Flugzeug "durchgeschüttelt" habe. "Es war laut und es blitzte gefühlt ohne Pause", so Schuller.

Das Unwetter wirkte sich auch auf den S-Bahnverkehr in und um München aus. Es gebe erhebliche Beeinträchtigung im gesamten Netz, teilte die Bahn mit. An mehreren Stellen stürzten Bäume ins Gleis, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte. Züge wurden zeitweise in Bahnhöfen zurückgehalten.

Unwetter auch in anderen Teilen Deutschlands

Unwetter waren auch für andere Teile Deutschlands vorhergesagt. Auch am Dienstag könnte es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes weitere Unwetter geben, vor allem in einem Streifen vom östlichen Alpenrand bis zur Ostsee. Dabei liegen die Temperaturen im Südosten und Osten voraussichtlich zwischen 25 und 32 Grad Celsius, während es in der Mitte und im Norden Deutschlands mit 21 bis 25 Grad merklich kühler sein dürfte. Im Westen und Südwesten werden nur 16 bis 20 Grad Höchsttemperatur erwartet.

Laut dem n-tv Wetterexperten Björn Alexander besteht zurzeit die größte Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen vom Schwarzwald und den Alpen über das Erzgebirge bis nach Brandenburg. Dort trifft schwül-warme Luft von Westen auf die heiße Luft im Osten. Selbst Tornados seien bei dieser Wetterlage nicht auszuschließen.

Gelöscht ist der große Waldbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz nahe Jüterbog in Brandenburg: Die sogenannte Großschadenslage wurde aufgehoben, wie der Landkreis Teltow-Fläming am Sonntagabend mitteilte. Seit Tagen hatten die Einsatzkräfte gegen die Flammen des Großbrandes gekämpft.

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Quelle: n-tv.de, vpe/mau/dpa

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