Panorama

Coronavirus breitet sich aus Sieben Tote in Potsdamer Klinik

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Das Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam hat auf seinem Gelände ein separates und isoliertes Covid-Krankenhaus eingerichtet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Auf der geriatrischen Station einer Potsdamer Klinik werden Dutzende Patienten unbemerkt mit dem Coronavirus infiziert. Sieben von ihnen sterben. Wie das Virus auf die Station gelangen konnte, ist unklar. Das Klinikum bittet nun das Robert-Koch-Institut um Hilfe.

Das größte Krankenhaus in Potsdam wird wegen einer Häufung von Corona-Infizierten für neue Aufnahmen geschlossen. Das teilte Oberbürgermeister Mike Schubert mit. Am Freitag solle das Robert Koch-Institut gemeinsam mit der Stadt die Lage neu bewerten.

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Wie lange die Maßnahmen im "Ernst von Bergmann"-Klinikum gelten, war zunächst offen. Nur unabweisbare Notfälle wie etwa akuter Herzinfarkt und Frauen, die ein Kind bekommen, sollen noch in die Klinik dürfen. Die Häufung an Infektionen war am Wochenende aufgetreten. Bislang wurde das Virus laut Klinik bei mehr als 60 Patienten nachgewiesen, 11 davon sind auf der Intensivstation. Sieben Infizierte seien bislang gestorben, der Grund der Infektion sei aber unklar.

Laut einer Pressemitteilung der Klinik werden bereits seit dem 16. März nicht nur Patienten mit Symptomen getestet, sondern auch die Patienten ohne. In der Nacht zu Samstag sei dann ein Sprung bei den Infektionen festgestellt worden. Daraufhin seien alle rund 500 stationären Patienten auf das Coronavirus getestet worden. Das Ergebnis: Bei 33 Personen wurde eine Infektion bestätigt - dabei handelte es sich laut Klinikum ausschließlich um Patienten der Geriatrie. Keiner hätte zuvor Symptome gehabt.

Am Montagmorgen meldete Oberbürgermeister Schubert dem Landes-Krisenstab die auffällige Situation. Er betonte zudem, das Klinikum habe angesichts der Lage verantwortungsvoll gehandelt. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher schaltete daraufhin das Robert-Koch-Institut ein. Das soll jetzt Amtshilfe leisten. Wie genau die aussehen soll, steht noch nicht fest.

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Insgesamt gibt es in Brandenburg inzwischen mehr als 1000 bestätigten Infektionen. 12 Menschen starben bereits an dem Virus - 7 davon im Bergmann-Klinikum. Die im Vergleich hohe Zahl der Todesopfer in Potsdam hatte für Besorgnis gesorgt. So meldet Berlin inzwischen 17 Tote, in Hamburg sind es 14, in München 5. Da erscheinen die bislang 12 Todesfälle in Potsdam viel.

Quelle: ntv.de, hny/dpa