Panorama

Sieben Betriebe angezeigt Tierquälerei bei Westfleisch-Zulieferer aufgedeckt

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Betroffen sind sechs Betriebe aus Nordrhein-Westfalen und ein Betrieb in Niedersachsen.

(Foto: picture alliance / Kirchner-Media/Wedel)

Sie vertreten das Image eines Fleischkonzerns, der Wert auf Tierschutz legt. Von der EU erhalten sie Hunderttausende Euro für Tierwohlverbesserungen. Nun decken Aktivisten jedoch schwerste Tierquälerei bei sieben Westfleisch-Zulieferern auf und veröffentlichen schockierende Videos.

In sieben Zulieferbetrieben des Fleischkonzerns Westfleisch mit Sitz im westfälischen Münster sind Tierschützern zufolge massiv Schweine gequält und misshandelt worden. Video- und Bildaufnahmen, die in den vergangenen Monaten entstanden seien, zeigten verletzte und tote Tiere, wie das Deutsche Tierschutzbüro mitteilte. Betroffen sind demnach sechs Betriebe aus Nordrhein-Westfalen und ein Betrieb in Niedersachsen.

Das Bildmaterial zeigt den Angaben zufolge zum Teil schwer verletzte Tiere, die nicht tierärztlich behandelt wurden. Die Aufnahmen zeigen zudem blutig gebissene Ohren und Schwänze. In einem Zulieferbetrieb im niedersächsischen Hessisch Oldendorf sollen Mitarbeiter die Schweine beim Abtransport zum Schlachthof mit Elektroschockern misshandelt haben.

"Der massive Einsatz des E-Schockers ist aus gutem Grund gesetzlich verboten, doch in diesem Betrieb gehört das offenbar zum Alltag", erklärte Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Tierschutzbüro. Auch Mitarbeiter eines Betriebes in Nordrhein-Westfalen sollen Schweine mit Elektroschockern gequält haben.

Verbrauchern wird jedoch das Gegenteil vorgegaukelt. Der Betrieb Westfleisch wirbt in seinem "Bauern-Liebe-Markenfleisch-Programm" für "mehr Tierwohl, Nachhaltigkeit und Wertschätzung für die Landwirte." Den Schweinen gehe es gut, sie hätten sogar Beschäftigungsmaterial zum Spielen.

Laut dem Deutschen Tierschutzbüro hat ein Teil der betroffenen Zuliefererbetriebe sogar Subventionen von der Europäischen Union für Tierschutzverbesserungen erhalten. Weil die Betriebe an der "Initiative Tierwohl" teilnehmen, hätten sie in den letzten Jahren rund 200.000 Euro EU-Subventionen für Umwelt- und Tierschutzverbesserungen erhalten, wie das Portal finanznachrichten.de berichtet. "Davon haben die Tiere nichts, sie leiden", erklärte Peifer weiter. Die Tierschützer haben nach eigenen Angaben gegen alle sieben Betriebe Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gestellt und das zuständige Veterinäramt informiert.

Quelle: ntv.de, can/AFP

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