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"Können sie nicht unterbringen" US-Hotspots bestellen Kühlwagen für Tote

Zu Beginn der Pandemie musste New York auch auf Kühlwagen zurückgreifen.

Zu Beginn der Pandemie musste New York auch auf Kühlwagen zurückgreifen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nachdem sowohl in Arizona als auch in Texas die Corona-Todeszahlen ansteigen, haben die Behörden wegen des drohenden Platzmangels Kühlwagen bestellt. Obwohl das Land einen neuen Höchststand an Fällen verzeichnet, gibt es viel Streit um die Maskenpflicht.

Angesichts steigender Corona-Todeszahlen haben mehrere US-Bundesstaaten Kühlwagen für Covid-19-Tote bestellt. In Texas und Arizona gaben die Behörden wegen drohenden Platzmangels in Leichenhallen und Krematorien Bestellungen auf, um sich auf das Schlimmste vorzubereiten. Die New York Times meldete am Samstag 62.398 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden. Derweil wird landesweit weiter über die Maskenpflicht gestritten.

"Wir können sie nirgends unterbringen. Es klingt schrecklich, aber es ist wahr", sagte der Bürgermeister des texanischen San Antonio, Ron Nirenberg, vor einigen Tagen über die Todesopfer. Bislang starben in Texas mehr als 3900 Menschen an Covid-19. Auch im Bundesstaat Arizona, der bislang 2733 Todesfälle verzeichnete, bestellten die Behörden im Bezirk Maricopa 14 Kühlfahrzeuge mit einem Fassungsvermögen von rund 300 Opfern.

Zu Beginn der Pandemie war bereits die damals besonders stark betroffene Stadt New York gezwungen gewesen, Kühlwagen einzusetzen, da die Leichenhallen, Friedhöfe und Krematorien Mühe hatten, die vielen verstorbenen Menschen zu lagern und zu bestatten.

Die USA sind das Land mit den weltweit meisten Todesfällen, 139.961 Menschen starben mit oder an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Erst am Donnerstag hatten die USA mit mehr als 75.000 Corona-Fällen einen neuen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle seit Beginn der Pandemie beläuft sich inzwischen auf knapp 3,7 Millionen.

Governeur aus Georgia klagt gegen Maskenpflicht

Ungeachtet der rasant steigenden Zahlen wird weiter heftig über die Anordnung einer Maskenpflicht gestritten. Der republikanische Gouverneur des US-Bundesstaats Georgia reichte eine Klage gegen die demokratische Bürgermeisterin von Atlanta wegen einer von ihr angeordneten Maskenpflicht ein. Keisha Lance Bottoms sei nicht befugt, strengere Maßnahmen zu fordern als der Bundesstaat, der das Tragen von Masken nur empfohlen habe, hieß es in der Klage. Zudem dürfe sie die Stadt nicht eigenmächtig in eine Virus-Eindämmungsphase zurückversetzen.

In Texas ordnete Gouverneur Greg Abbott angesichts des Anstiegs der Infektionszahlen eine landesweite Maskenpflicht an. Mehrere lokale Politiker der republikanischen Partei kritisierten die Maßnahme und warfen ihm laut Medienberichten unter anderem vor, gegen die Grundsätze der Gewaltenteilung sowie des freien Unternehmertums zu verstoßen. Zudem wollte der demokratische Bürgermeister von Houston, der größten Stadt in Texas, einen erneuten Lockdown ausrufen, der Schritt wurde jedoch von Gouverneur Abbott abgelehnt.

Experten gehen davon aus, dass die Vereinigten Staaten nie aus der ersten Infektionswelle herausgekommen sind. Seit einigen Wochen schnellen die Infektionszahlen in die Höhe. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen der USA, die ein frühzeitiges Ende der Corona-Beschränkungen eingefordert hatten.

Quelle: ntv.de, ysc/AFP

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