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Kein Grund zur Panik Was man jetzt zum Coronavirus wissen muss

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Wie in Dresden gibt es an vielen Orten inzwischen Infektions-Ambulanzen, die Patienten mit begründetem Infektionsrisiko untersuchen und beraten.

(Foto: dpa)

In mehr als 100 Ländern gibt es inzwischen bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Die meisten Infizierten haben lediglich Erkältungssymptome. Worauf muss ich achten, was tue ich im Verdachtsfall?

Wie erkenne ich eine Infektion?

Die Symptome des Sars-CoV-2 sind Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Es können dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge aber auch Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost auftreten. Einige Betroffene leiden demnach auch an Übelkeit und Durchfall. Allerdings gibt es keinen einheitlichen Krankheitsverlauf. Nach der Untersuchung der Daten von 56.000 Patienten schätzt die WHO, dass 80 Prozent der Infizierten nur leichte Symptome entwickeln, 14 Prozent zeigen schwere Symptome. Etwa 6 Prozent der Infizierten werden schwer krank.

Gibt es besondere Risikogruppen?

"Das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und Tod haben den Daten aus China zufolge Menschen über 60 Jahre und Menschen mit Grunderkrankungen", stellt das RKI dazu fest. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Niere sowie Krebs. Das liegt vermutlich daran, dass das Immunsystem bei älteren Menschen weniger gut reagiert, vor allem, wenn es bereits gegen ein anderes Krankheitsgeschehen kämpft.

Wie gefährlich ist das Virus?

Das lässt sich noch nicht genau sagen, da die Zahl der Todesfälle zur Zahl der Erkrankten regional sehr unterschiedlich ist. Außerdem muss man für eine seriöse Aussage eine genaue Zahl der Infizierten einer genauen Zahl der am Virus gestorbenen Patienten gegenüberstellen. Das ist derzeit für beide Zahlen schwierig, weil vermutlich nicht alle Infektionen eindeutig erkannt wurden und wahrscheinlich auch nicht alle Todesfälle eindeutig zugeordnet werden können. Der Vorsitzende der WHO-Mission zur Untersuchung der Situation in China, Bruce Aylward, hat auf einer Pressekonferenz Ende Februar für Hubei eine Sterblichkeitsrate zwischen 2 und 4 Prozent angegeben - das wären 20 bis 40 Tote auf 1000 Infizierte; für Regionen abseits der chinesischen Provinz Hubei liegt die Zahl demnach bei 0,7 Prozent, das sind 7 Tote auf 1000 Infizierte.

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Gibt es spezielle Medikamente gegen das Virus?

Nein, es werden die Symptome behandelt und gelindert, die die Patienten haben. Das kann allerdings in den schweren Fällen bis zu einer künstlichen Beatmung und einer Betreuung auf einer Intensivstation reichen.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Es sind einfache Hygieneregeln, die man beachten sollte. Wichtig ist vor allem regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen, mit ungewaschenen Händen sollte man vermeiden, sich ins Gesicht zu fassen. Beim Niesen oder Husten sollte man ein Taschentuch oder die Armbeuge als Schutz benutzen. Es ist sinnvoll, auf das Händeschütteln zur Begrüßung oder zum Abschied zu verzichten und den Kontakt zu Menschen mit Atemwegserkrankungen so gering wie möglich zu halten. Der empfohlene Sicherheitsabstand ist ein Meter.

Was soll ich tun, wenn ich fürchte, infiziert zu sein?

Wer persönlichen Kontakt zu einer Person hatte, bei der das Sars-CoV-2-Virus per Laborbefund nachgewiesen wurde, soll sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden. Das gilt auch, wenn man keine Symptome hat. Wer aus einem Risikogebiet kommt, sollte unnötige soziale Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Sollten Symptome auftreten, ist es sinnvoll, per Telefon einen Arzttermin zu vereinbaren und sich untersuchen zu lassen. Die Experten gehen derzeit von einer maximalen Inkubationszeit von 14 Tagen aus.

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Was muss man beachten, wenn man in Quarantäne ist?

Wenn häusliche Quarantäne angeordnet wird, darf man meist für 14 Tage seine Wohnung nicht verlassen. Angehörige oder Freunde können beispielsweise Einkäufe vorbei bringen, sollten aber keinen Körperkontakt haben. Die Räume, in denen man sich aufhält, sollen gut gelüftet werden, außerdem sollte man besonders auf die Händehygiene achten und auch Tische oder Türklinken regelmäßig reinigen. Die WHO verweist auf Studien, die nahelegen, dass Coronaviren einige Stunden oder bis zu mehreren Tagen auf Oberflächen verbleiben können.

Wie weit hat sich das Virus inzwischen ausgebreitet?

Der WHO zufolge gibt es bestätigte Fälle aus mehr als 100 Ländern. Trotzdem ist das Risiko, sich anzustecken, vor allem in Gebieten mit wenigen Fällen und ohne Reisen in besonders betroffene Regionen noch immer gering. 

Quelle: ntv.de