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"Passt nicht in die Stadt" Weidel verlässt Schweizer Stadt Biel

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Ob Alice Weidel in der Schweiz bleibt, ist nicht bekannt.

(Foto: imago/Reiner Zensen)

Politisch steht Alice Weidel derzeit unter Druck. Privat steht ein Umzug an: Die AfD-Fraktionschefin verlässt die Schweizer Stadt Biel, wie ihr Sprecher bestätigt. Laut einem Medienbericht ist sie in der dortigen Kulturszene nicht mehr willkommen.

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel verlässt die Schweizer Stadt Biel. "Ja, es stimmt. Alice Weidel verlässt Biel", sagte ihr Sprecher der "Bild"-Zeitung. Er dementierte aber gleichzeitig, dass Weidel nach Berlin ziehen wolle, wie zuvor mehrere Medien berichtet hatten.

Ihren Hauptwohnsitz hat Weidel im baden-württembergischen Überlingen am Bodensee. Dort befinden sich auch ihr Wahlkreis und ihr AfD-Kreisverband, der derzeit in eine Affäre um Spenden aus der Schweiz verwickelt ist. An ihrem Zweitwohnsitz in Biel lebt Weidel mit ihrer Lebensgefährtin, einer Frau aus Sri Lanka, sowie zwei gemeinsamen Kindern in einer Eigentumswohnung.

Biel ist die einzige offiziell zweisprachige Stadt der Schweiz, sie liegt an der Grenze von deutsch- und französischsprachigem Landesteil. Sie hat einen hohen Ausländeranteil und eine linksalternative Kulturszene, in der Weidel regelmäßig unterwegs war.

"Würde sie nicht mehr einladen"

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, eckt Weidel dort mit ihren politischen Ansichten aber immer mehr an. "Seit ich weiß, wo Alice politisch steht, würde ich sie nicht mehr einladen", zitiert die Zeitung einen Nachbarn. "Sie passt einfach nicht in eine Stadt, in der 130 Sprachen gesprochen werden und Menschen aus allen Ländern zusammenkommen", sagte demnach ein Kulturmanager. Bei einem Fest in Biel wurde ihr laut SZ klargemacht, dass sich ihre politische Überzeugung nicht mit dem Anlass der Feier vertrage.

Wohin die Regenbogenfamilie jetzt zieht und ob sie die Schweiz ganz verlässt, ist unklar. Weidel hat zwar eine Dienst-Wohnung in Berlin, ihr Sprecher dementierte jedoch, dass die Familie in die Hauptstadt ziehe.

Politisch steht Weidel derzeit wegen einer Großspende aus der Schweiz unter Druck. Das Geld wurde zwar mit einigen Monaten Verzögerung zurückgezahlt, jedoch hatte Weidels Kreisverband die Spende nicht ordnungsgemäß gemeldet. Parteispenden aus Staaten außerhalb der EU sind illegal. Die Staatsanwaltschaft Konstanz leitete deswegen Ermittlungen gegen Weidel ein. Es bestehe der Anfangsverdacht des Verstoßes gegen das Parteiengesetz, hieß es.

Quelle: n-tv.de, mli

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