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Blutheißes Sommerwetter Wo Deutschland am heißesten ist

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Eine der wenigen kühlen Arbeitsplätze in Deutschland: Eine Gärtnerin kümmert sich unter einer Beregungsanlage um ihre Pflanzen.

(Foto: dpa)

Hitze-Hoch "Ulla" treibt das Quecksilber in ungewohnte Höhen: Bei Spitzenwerten bis knapp an die 38 Grad verzeichnen Wetterstationen reihenweise neue lokale Rekordtemperaturen. Und: Im Laufe des Tages dürfte es vielerorts noch heißer werden.

Deutschland ächzt unter der Hitze: In diesem Sommer steigen die gemessenen Höchstwerte in vielen Regionen bis auf Körpertemperatur und darüber. An vielen Wetterstationen knackte das Thermometer die örtlichen Stationsrekorde für den Monat Juni. "Und auch heute geht es wieder in rekordverdächtige Bereiche", warnt n-tv Meteorologe Björn Alexander. "Denn verbreitet bringen es die Temperaturen auf tropentaugliche 32 bis 39 Grad."

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Ob das Thermometer tatsächlich die 40-Grad-Marke erreicht, ist seiner Einschätzung nach noch unklar. "Dafür wird es sehr knapp", sagt Björn Alexander. "Aber wenn sie erreicht werden sollte, dann am ehesten im Rhein-Main-Gebiet." Weniger heiß bis sogar fast schon kühl geht es demnach nur im Norden und Nordwesten durch den Tag. "Hier werden es zwischen 20 Grad an der zeitweise wolkigen und mitunter windigen Nordsee und 25 bis 27 Grad im Binnenland."

Die Spitzenwerte des Vortages stammen allesamt aus dem Westen. An Messstationen in Düsseldorf etwa registrierten Wetterexperten am Vortag eine neue Rekordtemperatur in Höhe von 36,8 Grad. Die alte Rekordmarke wurde hier deutlich überschritten. Der bisherige Juni-Spitzenwert für Düsseldorf lag bei 35,2 Grad und stammt aus dem Juni 2017. Die Reihe der Messungen reicht hier 50 Jahre zurück.

In Lingen an der Ems im Westen Niedersachsens wurde mit 36,7 Grad ebenfalls ein neuer lokaler Rekord aufgestellt. Hier lag der neue Höchstwert fast zwei Grad über dem bisherigen Rekord aus dem Juni 2002. An der Wetterstation Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz maßen die Wetterbeobachter eine Tageshöchsttemperatur von 36,4 Grad.

Hitzerekord liegt bei 40,3 Grad

"Aber auch im Osten war es zum Teil heißer als jemals zuvor", betont der n-tv Meteorologe. In Erfurt zum Beispiel liegt der neue Hitzerekord von gestern bei 34,2 Grad. Damit wurde in der Landeshauptstadt von Thüringen der bisherige Rekord von 33,3 Grad aus dem Juni 1967 geknackt.

Den bisherigen absoluten Hitzerekord in Deutschland hält die Wetterstation im bayerische Kitzingen aus dem Jahr 2015, dort registrierten Meteorologen 40,3 Grad Celsius. Experten wie Björn Alexander halten es für wenig wahrscheinlich, dass diese Spitzenmarke im Tagesverlauf geknackt wird.

Nächste Hitzewelle rollt bereits an

Abkühlung ist bereits in Sicht, dürfte aber nur einem Teil der Bevölkerung Erleichterung bringen: Am Donnerstag wird es den Wetterexperten zufolge ein starkes Temperaturgefälle zwischen Nord und Süd geben. Während in Hamburg nur noch Werte um die 20 Grad erwartet werden, dürfte es etwa am Oberrhein weiterhin brütend heiß mit Temperaturen von 37 bis 38 Grad bleiben.

"Etwas Abkühlung versprechen außerdem die Gewitter, die es nachmittags und abends im Nordosten vereinzelt geben könnte", prognostiziert Björn Alexander. "Ansonsten geht es aber neuerlich sehr sonnig mit um die 16 Sonnenstunden durch den Tag." Entsprechend groß ist in vielen Regionen die Waldbrandgefahr. Groß bis sehr groß ist zudem die Gefahr, sich einen Sonnenbrand zu holen.

"Zum Wochenende steigt die Hitzebelastung wieder an", warnt Björn Alexander. "So sind am Sonntag nochmals bis zu 39 Grad möglich, bevor sich die Werte in der nächsten Woche sehr wahrscheinlich normalisieren."

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Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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